Die Gründe für Naldos starkes Comeback: Harte Arbeit und Schaafs Nase

„Ich bin wieder der Alte“

Naldo überrascht mit seinen souveränen Leistungen alle, nur nicht sich selbst. ·

Bremen - Das Geheimnis seines bemerkenswerten Comebacks? Naldo erzählt es gerne. „Harte Arbeit, einfach nur harte Arbeit“ sei es gewesen, die ihn wieder dahin gebracht hat, wo er jetzt ist. Nämlich dort, wo er früher schon einmal war: bei 100 Prozent Leistungsstärke.

Nach elendig langen 15 Monaten Verletzungspause und zwei Monaten gleichermaßen geduldiger wie intensiver Rückführung ans Team hat der Brasilianer in den vergangenen zwei Partien als Innenverteidiger von Werder Bremen bewiesen, dass er zurecht behaupten darf: „Ich bin wieder der Alte.“

Naldo sagt es mit einem Strahlen, das mehr verrät als tausend Worte. Da ist kein kleiner Zweifel mehr, kein Rest an Angst. Nur noch Freude über das stabile rechte Knie, über eine akzeptable Leistung gegen Dortmund, eine richtig starke Vorstellung beim FC Augsburg und über den Applaus der Fans. Die riefen ihn am Freitagabend trotz des mageren 1:1 zu sich vor die Kurve und feierten ihren Liebling als den Spieler des Spiels. Naldo klopfte sich auf das „W“ auf dem Trikot und winkte fröhlich in die Kurve.

Training am Montag

Werder-Training am Montag

Es war der nächste hochemotionale Moment eines Comebacks, das mit der Einwechslung gegen den Hamburger SV begann, in der Startelf-Nominierung vor elf Tagen gegen Borussia Dortmund ihren Höhepunkt hatte und mit der Vorstellung gegen Augsburg im Grunde seinen Abschluss fand. Denn fortan gehört Naldo einfach wieder dazu – als ob nichts gewesen wäre.

Werder-Profis auf dem Freimarkt

Werder auf dem Freimarkt

So empfindet es der 29-Jährige jedenfalls. „Ich denke, dass alles wieder so funktioniert wie vorher. Laufen, Sprinten, Kopfbälle – alles ist wie vor der Verletzung“, sagt er. Naldo wähnt sich deshalb aber noch nicht am Ende seiner Entwicklung: „Ich kann ja nicht sagen: Jetzt ist es genug. Mein Ziel ist es, immer besser zu werden.“ Luft nach oben ist gewiss noch vorhanden. Ein Tor fehlt noch – „das ist als nächstes dran“, lacht Naldo.

Die Kollegen hätten nichts dagegen. Aber auch so ziehen sie den Hut vor der Willenskraft und dem Durchhaltevermögen des Südamerikaners. „Er hat das schwere Jahr wirklich klasse weggesteckt“, staunt Torwart Tim Wiese. Und Kapitän Clemens Fritz schaut ehrfürchtig auf Naldos Geschichte und seine Rückkehr auf die Bundesliga-Bühne: „Meinen Respekt, welche Ruhe und Souveränität er schon wieder auf dem Platz ausstrahlt. Das ist nach einer so langen Pause wirklich nicht leicht.“

Naldo selbst ist nicht überrascht, dass er schnell sein altes Niveau erreicht hat. „Dafür habe ich doch jeden Tag trainiert. Ich habe mir immer wieder gesagt: Du musst wieder der alte Naldo werden! Jetzt hat‘s geklappt, und ich bin einfach nur überglücklich.“

Und dankbar, dass es bei Werder einen gab, der sich von seinem Übereifer und der Ungeduld nicht hatte anstecken lassen. Trainer Thomas Schaaf habe ihn „oft gebremst“, wenn er zu viel wollte, gesteht Naldo: „Er hatte eine gute Nase für die Situation.“ · csa/kni

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