Er ärgert sich über Berichte, er wolle Bremen wegen Skripnik verlassen

Zlatko Junuzovic: „Ich bin ein Werderaner“

Ihnen wird ein angespanntes Verhältnis nachgesagt, doch Zlatko Junuzovic (links) findet seinen Umgang mit Trainer Viktor Skripnik „normal“. - Foto: imago

Bremen - Von Björn Knips. Zlatko Junuzovic ist nach seinem EM-Urlaub wieder da – und möchte auch bleiben. Kurz nach seiner Rückkehr nach Bremen fuhr der Österreicher gleich mal ins Weserstadion, um nachzuschauen, was dort so los ist.

Viel zu erleben gab es nicht. Seine Werder-Kollegen hatten nach dem Trainingslager in Neuruppin frei. Am Montag geht es weiter – mit Junuzovic, dessen Sprunggelenksverletzung von der Europameisterschaft kein Problem mehr darstellt.

Bleibt nur noch ein Thema: Der Eindruck, der 28-Jährige wolle Werder gerne verlassen – vor allem wegen Trainer Viktor Skripnik. „Das ist falsch!“, stellt Junuzovic sofort klar: „Es ist in den Medien viel frei spekuliert und interpretiert worden, das ärgert mich.“

Fakt ist, so Junuzovic: „Nun startet meine sechste Saison hier, ich bin ein Werderaner – und mein Vertrag läuft noch zwei Jahre. Ich muss und ich will Werder nicht unbedingt verlassen. Es schaut so aus, dass ich bleibe.“

Es gibt da auch einen ganz besonderen Grund, der für eine Zukunft bei Werder spricht: „Wir bekommen im August Nachwuchs. Die Geburt ist ganz klar in Bremen geplant. Ich will unbedingt dabei sein. Allein deswegen würde ich einen Wechsel nicht forcieren.“ Einige Anfragen habe er auch deshalb gleich abgeblockt.

Allerdings: Ausgerechnet Sportchef Frank Baumann hatte das Wechselthema öffentlich gemacht. „Zladdi spielt mit dem Gedanken zu wechseln, das ist so“, erklärte der Ex-Profi Anfang Juni nach einem Gespräch mit Junuzovic. Dafür war Baumann extra nach Wien gereist.

Junuzovic bestätigt das Gespräch, will es inhaltlich aber etwas anders verstanden wissen: „Wir haben sehr offen geredet, mal alles durchgespielt. Und da habe ich gefragt, was passieren würde, wenn ein Angebot kommen würde, das zu 100 Prozent passt, ob der Verein mir dann Steine in den Weg legen würde.“

Da sei ihm dann von Vereinsseite eine grundsätzliche Verhandlungsbereitschaft signalisiert worden. „Aber das heißt doch nicht, dass ich unbedingt weg will“, betont der Mittelfeldspieler: „Und ich wollte auch nicht, wie immer geschrieben wurde, die EM vor allem dafür nutzen, um Werbung für mich zu machen. Ich wollte mit der Mannschaft, mit Österreich Erfolg haben. Leider hat das nicht so geklappt.“

Für ihn selbst war die Euro bereits nach 15 Minuten wegen einer Sprunggelenksverletzung vorbei – für Österreich dann nach der Vorrunde. „Eine große Enttäuschung“, sagt Junuzovic: „Wir haben uns einfach zu sehr einen Kopf gemacht und nicht mehr so clever und cool wie in der Qualifikation gespielt.“

„Trainer und ich haben ein ganz normales Verhältnis“

Bleibt das Thema Skripnik. Immer wieder ist von einem angespannten Verhältnis zwischen Spieler und Trainer zu hören. Als Werder verkündete, die Arbeit mit Trainer Skripnik fortzusetzen, sagte Junuzovic Ende Mai: „Der Aufsichtsrat hat so entschieden. Das ist zu akzeptieren und zu respektieren.“ Freude war aus den Sätzen nicht herauszulesen.

„Moment mal“, hakt Junuzovic da nun ein: „Akzeptanz und Respekt sind doch das höchste Gut. Der Trainer und ich haben ein ganz normales Verhältnis. Natürlich haben wir in der vergangenen Saison viel diskutiert, aber das ist doch bei so einer schwierigen Saison völlig normal. Ich vertraue diesem Trainerteam.“

Und für ihn sei es überhaupt kein Thema, „dass ich mich hier wegzoffen will, wie ich es irgendwo gelesen habe. Das ist Tratsch und Quatsch. Ich zoffe mich mit niemandem, das passt doch gar nicht zu mir. Ich stehe zu 100 Prozent hinter dieser Mannschaft und hinter diesem Trainerteam.“

Entsprechend groß ist die Vorfreude auf die Vorbereitung. „Ich bin fit, dem Fuß geht es gut“, berichtet Junuzovic. Natürlich werde die nächste Saison nicht einfach. Aber er will gar nicht bewerten, ob Werder nun personell besser oder schlechter geworden ist.

„Wir müssen doch sowieso über das Kollektiv kommen“, betont der Nationalspieler: „Dafür werde ich wie immer alles geben.“ Und sich schon gar nicht von irgendwelchen Wechselgeschichten ablenken lassen.

Allerdings bittet er auch um Verständnis: „Für uns Profis ist es total schwierig geworden, öffentlich Versprechen abzugeben. Man hat doch bei Anthony Ujah und seinem Wechsel nach China gesehen, wie schnell es im Fußball gehen kann. Man kann nichts mehr vorhersehen“, sagt Junuzovic, betont aber zugleich: „Ich bin fest darauf eingestellt, dass ich in Bremen bleibe.“

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