„Ich werde mit Viktor reden“ / Aber „keine Trainerdiskussion“ trotz Pleitenserie

Wüterich Skripnik muss zum Rapport bei Eichin

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Werder-Trainer Viktor Skripnik verlor nach dem 0:1 gegen Bayern die Beherrschung.

Bremen - Es ist an der Zeit für ein Gespräch. Und zwar Tacheles. Der merkwürdige Pöbel-Auftritt von Werder-Trainer Viktor Skripnik nach dem 0:1 gegen den FC Bayern hat Sportchef Thomas Eichin überhaupt nicht gefallen. „Ich werde mit Viktor in der nächsten Woche darüber reden“, kündigte der 49-Jährige gestern an.“ Die Themen sind klar: Skripniks Auftreten in der Öffentlichkeit und sein Umgang mit der nach nun fünf Niederlagen am Stück sportlich kritischen Situation.

Eine simple und harmlose Frage nach der Taktik in der Schlussphase hatte genügt, um Skripnik völlig aus der Fassung zu bringen. „Wenn du gegen Bayern planen willst, wann du etwas machst, dann leck mich am Arsch“, giftete er in der Medienrunde mit Bremer Journalisten nach der Pressekonferenz. Und blaffte anschließend die Reporter an: „Wo ist denn eure Lösung? Ihr schreibt immer, es ist schlecht oder scheiße. Meine Tochter und jede Oma und jeder Opa im Stadion sieht, dass es schlecht ist. Ihr erklärt, dass Werder im Arsch ist. Habt ihr gedacht, wir sind Teilnehmer an der Champions League?“

Einmal in Rage, stellte der Ukrainer gleich auch noch – ungefragt und völlig ohne Not – seine Zukunft als Werder-Coach infrage. „Verlieren wir in Mainz, kommt Dortmund zu uns. Vielleicht dann ja ohne mich. Das ist die Realität bei Werder Bremen.“ Dass ein Trainer von sich aus sein mögliches Aus ins Spiel bringt, ist schon ziemlich schräg. Zumal der Druck trotz der Niederlagenserie noch gar nicht so extrem ist.

Eichin gab sich gestern alle Mühe, die Wogen zu glätten – und sprach dem Coach erneut das Vertrauen aus: „Von uns allen hier bei Werder, besonders von mir, bekommt Viktor volle Unterstützung und Rückendeckung. Wir wollen mit diesem Trainerteam in die Zukunft gehen. Hier gibt es überhaupt keine Trainerdikussion.“ Selbst bei einer Niederlage am Samstag (15.30 Uhr) in Mainz droht Skripnik noch nicht der Rauswurf, von seinen fachlichen Qualitäten ist man bei Werder nach wie vor überzeugt. Doch es gibt sicher einen Punkt, an dem das nicht mehr zählt. Skripnik muss den Turnaround schaffen und positive Ergebnisse liefern. Wenn nicht in Mainz, dann im DFB-Pokal gegen Köln (28. Oktober) oder dem folgenden Heimspiel gegen Dortmund.

Und der 45-Jährige, der gegen die Bayern sein 34. Bundesliga-Spiel als Chefcoach absolvierte und damit gewissermaßen seine persönliche Saison (46 Punkte) vollmachte, muss bei seinen öffentlichen Auftritten besonnener werden, betont Eichin: „Die Situation, dass es nicht so läuft, ist neu für ihn. Er darf sich aber selbst nicht so sehr unter Druck setzen, muss cool bleiben. Das verlange ich von ihm als Bundesliga-Trainer.“

Die Mannschaft hat natürlich auch mitbekommen, dass ihrem Trainer verbal die Gäule durchgegangen sind. „Nach so einem Spiel sind viele Emotionen dabei, da ist die Zunge manchmal lockerer“, sagte Zlatko Junuzovic: „Die Situation nagt an uns allen.“ Anthony Ujah stellte sich demonstrativ hinter seinen Coach. „Wir wissen, wie positiv er für die Mannschaft ist. Das gute Spiel gegen Bayern kommt von seiner guten Vorbereitung. Er hat alles gemacht“, urteilte der Stürmer und forderte von seinen Kollegen: „Wir müssen das Vertrauen zurückzahlen und jetzt so schnell wie möglich für ihn punkten.“ Denn sonst, ahnt auch Junuzovic, wird es richtig eng für Skripnik: „Wir wollen es alle gemeinsam gegen Mainz umdrehen. Aber wir wissen, wie es in dem Job laufen kann.“

mr

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