Naldos emotionaler Abschied von Werder

„Ich werde Bremen vermissen“

Glücklich sieht anders aus: Naldo wirkte sehr nachdenklich, als er über seinen Abschied aus Bremen sprach. ·

Zell am Ziller · Naldo ging ganz langsam – und es sah so aus, als würde er in dieser kleinen Stube im Hotel Theresa in Zell am Ziller am liebsten sofort umdrehen. Doch es gab kein Zurück mehr, sein völlig überraschender Wechsel von Werder zum VfL Wolfsburg war gerade perfekt gemacht worden.

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Reaktionen zu Naldos Wechsel

Nun galt es an diesem Dienstagnachmittag, den Journalisten im Werder-Trainingslager in Österreich Erklärungen zu liefern – und damit auch den Fans in Bremen. Das war dem 29-Jährigen ein persönliches Anliegen – und es wurde ein emotionaler Abschied.

Naldo, haben Sie lange überlegen müssen, Werder zu verlassen und Wolfsburg zuzusagen?

Naldo:Das ist alles nicht so einfach. Ich war sieben tolle Jahre hier. Ich danke allen. Ich war überglücklich hier. Leider ist das auch Fußball. Wolfsburg hat mir einen Vierjahres-Vertrag gegeben. Und das ist Sicherheit für mich und meine Familie. Ich wusste, dass Werder meinen Vertrag jetzt nicht verlängern kann. Der Abschied nach so langer Zeit ist natürlich auch traurig für mich und meine Familie. Auch für die Fans – sie haben mich sieben Jahre sehr unterstützt.

Wann ist die Entscheidung gefallen?

Naldo:Heute. Ich habe mit Klaus Allofs gesprochen. Er hat gesagt, dass Wolfsburg für Werder ein Angebot gemacht hat. Ich habe Klaus immer gesagt: Wenn alles stimmt, nicht nur für mich, sondern auch für Werder, dann können wir das machen. Wenn es für Werder nicht gut gewesen wäre, wäre ich nicht gegangen.

Seit wann gab es Kontakt zu Wolfsburg?

Naldo:Mein Berater hat mir vor einer Woche das Angebot gezeigt. Es ist ein gutes Angebot für mich. Die Entscheidung war trotzdem nicht leicht. Aber ich muss an meine Familie denken.

Hatten Sie Kontakt zu Felix Magath?

Naldo:Nein. Ich habe nur mit meinem Berater gesprochen.

Magath gilt als harter Trainer, haben Sie keine Angst?

Naldo:Nein, Thomas Schaaf ist doch auch ein harter Trainer, und ich war immer zufrieden mit ihm. Jetzt ist es ein anderes Leben, jetzt muss ich akzeptieren, was Felix Magath sagt. Ich hoffe, es wird ein genauso schönes Leben wie in Bremen.

Haben Sie nach Ihren vielen Verletzungen Angst vor dem Medizincheck?

Naldo:Nein. Überhaupt nicht. Alles ist gut, ich fühle mich sehr gut.

Haben Sie schon mit Ihren Werder-Kollegen gesprochen?

Naldo:Nein, das ging noch nicht. Aber ich weiß, das wird sehr traurig.

Sie haben von einem sehr guten Angebot gesprochen. Verdienen Sie viel mehr als bei Werder?

Naldo:Ja. Wolfsburg hat nun einmal Volkswagen hinter sich. Vier Jahre Vertrag sind eine große Sicherheit für mich, ich bin ja auch schon fast 30 Jahre alt. Es ist auch gut, in der Bundesliga zu bleiben. Meine Familie fühlt sich sehr wohl in Deutschland.

Naldo wechselt nach Wolfburg: Seine Zeit bei Werder Bremen

Vor einem halben Jahr haben Sie mehrmals von einer Rückkehr nach Brasilien gesprochen. Jetzt bleiben Sie doch in Deutschland – warum?

Naldo:Ich habe viel mit meiner Frau gesprochen. Meine beiden Kinder sind ja hier geboren. Und meine Frau hat gesagt, es wäre sehr gut, wenn wir noch drei, vier Jahre in Deutschland bleiben könnten und erst dann zurückgehen. Und das haben wir geschafft.

Haben Sie sich auch sportlich verbessert, ist Wolfsburg stärker als Werder?

Naldo:Werder ist im Aufbau. Ich habe ein gutes Gefühl, dass Werder in dieser Saison wieder hochkommt. Wolfsburg aber auch. Dort gibt es das Ziel, wieder in der Champions League zu spielen oder zumindest in der Europa League. Das ist auch mein Ziel.

Was wissen Sie schon über Ihren neuen Club, haben Sie sich zum Beispiel in den letzten Tagen mit dem Kader beschäftigt?

Naldo:Nein, ich habe nur viel von Diego gelesen, ob er geht oder bleibt. Ich denke, er bleibt. Er ist ein super Spieler.

Dann sind Sie nach vier Jahren endlich wieder vereint?

Naldo:Ja, das wäre toll. Aber ich habe noch nicht mit ihm gesprochen.

Es wird der Tag kommen, an dem Sie mit Wolfsburg ins Weserstadion zurückkehren, haben Sie schon daran gedacht?

Naldo:Das wird etwas Besonderes. Ich habe schon geguckt, das ist am 13. Spieltag. Das wird nicht einfach. Aber im Fußball gibt es immer ein Ende, leider ist mein Ende bei Werder jetzt.

Was werden Sie am meisten vermissen?

Naldo:Die Stimmung im Stadion, die Fans. Sie haben mich jeden Tag unterstützt – vor allem, als ich verletzt war. Da kamen sie immer zu mir und haben gefragt: ,Hey Naldo, wie geht es dir? Hoffentlich spielst du bald wieder.‘ Das hat mir viel Kraft gegeben. Ich danke auch Thomas Schaaf und Klaus Allofs. Sie haben mir immer geholfen. Ich werde Bremen vermissen. · kni

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