Rückkehrer Tim Borowski im Interview / „Man muss bereit sein, zu verzichten“

„Ich weiß, es passt einfach“

Schnellen Schrittes Richtung Bremen: Tim Borowski.

Werder-Bremen - MÜNCHEN (Eig. Ber.) Tim Borowski saß gestern Abend in München schon auf gepackten Koffern. Heute fliegt er nach Frankfurt, um sich Werder – seiner alten und neuen Mannschaft – anzuschließen. Vorher gab’s noch eine Menge zu erledigen: Vertragsauflösung bei den Bayern, Formalitäten und eben Koffer packen. Dennoch nahm sich der 29-jährige Mittelfeldspieler viel Zeit für ein Interview.

?Herr Borowski, der Wechsel zu Werder ist perfekt. Sind Sie happy?

!Klar. Die Freude ist riesengroß, dass der Wechsel doch noch so schnell geklappt hat. Ich freue mich jetzt sehr auf die Mannschaft, die Fans und die Stadt. Ich weiß, es passt einfach.

?Was haben Sie sich jetzt bei Werder vorgenommen?

!Natürlich will ich mich schnell in die Mannschaft einfinden und dort für einen erfolgreichen Saisonstart hart arbeiten. Ich werde mich voll reinhauen, denn wir haben einiges vor mit der Mannschaft.

?Eingewöhnungsprobleme dürften Sie nicht haben. Schließlich haben Sie sieben Jahre für Werder gespielt und waren nur ein Jahr weg.

!Das ist richtig, und ich bin mir sicher, dass ich gut aufgenommen werde. Der Kontakt zu Werder ist ja auch nie abgerissen, außerdem wohnt die Familie meiner Frau ja in Bremen.

?Im kommenden Jahr ist die WM, und in München lief’s nicht so gut für Sie. Sind das zwei Aspekte, um sich zusätzlich reinzuknien, zu zeigen, dass es besser geht?

!Ich brauche keine zusätzliche Motivation, um für Werder alles zu geben. Über solche Dinge mache ich mit jetzt keine Gedanken. Ich find’s erstmal klasse, dass der Transfer geklappt hat. Und ich weiß, dass ich Vollgas geben muss. Darauf konzentriere ich mich. Alles andere kommt von allein.

?Warum hat’s bei den Bayern schlussendlich nicht geklappt?

!Ganz ehrlich. Darüber habe ich mir noch keine ernsthaften Gedanken gemacht. Der Wechsel nach Bremen war in den letzten Wochen wichtiger für mich. Daran habe ich gearbeitet. Es bringt doch auch nichts, jetzt nach hinten zu schauen. Wichtiger sind die Aufgaben, die vor mir liegen.

?Sportchef Klaus Allofs hat gesagt, dass sie für Ihre Rückkehr zu Werder auf viel geld verzichten. Stimmt dass?

!Ja, und glauben Sie mir: Wenn einer das beurteilen kann, dann ich . . .

?War das der Preis dafür, häufiger zu spielen?

!In der Liga kam für mich nur ein Verein in Frage. Und das war Werder. Es ist kein Geheimnis, dass ich mich in Bremen sehr wohl fühle. Ich wollte zurück zu Werder. Und dann muss man einfach auch bereit sein, auf Geld zu verzichten.

?War die Saison bei den Bayern für Sie ein verschenktes Jahr?

!Verschenkt will ich nicht sagen. Ich habe immer versucht, mein Bestes zu geben. Es war aber schon komisch und kurios. Zu Beginn der Hinserie ging es sportlich drunter und drüber. Die Rückrunde war dann extrem. Doch auch aus solchen Momenten und Situationen kannst du etwas herausziehen. Ich nehme einiges an Erfahrung mit, darum war es kein verlorenes Jahr.

?Hat es Sie nicht verwundert, dass Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge Ihnen mitgeteilt hat, dass Ihre Dienste nicht mehr benötigt werden, obwohl der neue Trainer Louis van Gaal Sie gar nicht gesehen hatte?

!Darauf will ich lieber nicht eingehen. Die Frage müssen auch andere beantworten. Ich muss aber auch sagen, dass ich zuletzt in der heißen Phase des Wechsels einen sehr guten Draht zu Manager Uli Hoeneß und dem neuen Sportdirektor Christian Nerlinger hatte. Mit ihnen konnte ich offen und ehrlich kommunizieren. Was vorher abgelaufen ist, hake ich ab. Wichtig ist, dass ich jetzt bei Werder bin und dort spielen kann.

?Gegen Frankfurt sollen Sie heute bereits auflaufen. Wie fit sind Sie?

!Ich habe die Vorbereitung mit den Bayern komplett absolviert. Ich fühle mich gut, bin gut drauf für diesen Zeitpunkt. Natürlich fehlt noch der Feinschliff, aber das ist normal. Thomas Schaaf erkennt sofort, was ich noch verbessern muss. Da mache ich mir keine Sorgen . . .

?Kann Werder in der kommenden Saison oben mitspielen?

!Wir haben eine sehr gute Truppe mit jungen, aber auch erfahrenen Spielern. Wenn wir gut harmonieren, sollte es zumindest unser Ziel sein, einen internationalen Wettbewerb zu erreichen. Alles andere muss man dann sehen.

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