Allofs würde gerne auf das schnelle Wiedersehen mit Schaaf verzichten

„Ich bin mit Thomas im Reinen“

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Klaus Allofs in Blau – daran werden sich vor allem Werder-Fans nur schwer gewöhnen.

Bremen / Wolfsburg - Klaus Allofs wird die Vergangenheit nicht los. Nur eine Woche nach seinem spektakulären Wechsel vom SV Werder zum VfL Wolfsburg gibt es am Samstag in der VW-Arena ein Wiedersehen.

„Ein besonderes Spiel“, gesteht der neue Geschäftsführer Sport des VW-Clubs. Der 55-Jährige weiß nach über 13 Jahren bei Werder, wie sehr in Bremen und umzu auf diese Partie geschaut wird. Deshalb war es für ihn trotz eines prall gefüllten Terminkalenders eine Selbstverständlichkeit, sich Zeit für ein Interview mit der Mediengruppe Kreiszeitung zu nehmen.

Herr Allofs, Ihr „Ex-Partner“ Thomas Schaaf hat behauptet, Sie seien so ehrgeizig, dass Sie am Samstag am liebsten selbst spielen würden. Wie heiß sind Sie auf Werder?

Klaus Allofs:(lacht) Thomas Schaaf würde doch selbst gerne noch spielen. Der ist doch genauso ehrgeizig wie ich. Deswegen haben wir so gut zusammengearbeitet. Ich sage es ganz ehrlich: Mir wäre es lieber, das Spiel hätte es schon gegeben. Aber das kann man sich nicht aussuchen.

Haben Sie ein mulmiges Gefühl vor dem Wiedersehen mit Schaaf, den Sie nach 13,5 Jahren in Bremen alleine zurückgelassen haben?

Allofs:Ich habe niemanden zurückgelassen. Ich bin mit Thomas Schaaf total im Reinen, zwischen uns gibt es keine Probleme.

Wird es also eine ganz normale Begrüßung geben?

Allofs:Wir werden kein Theater spielen und keine mediale Inszenierung daraus machen. Wahrscheinlich werden wir uns sowieso schon vor dem Spiel im Stadion über den Weg laufen und begrüßen. Dann bekommt das eh kaum einer mit. Sollte das – aus welchen Gründen auch immer – nicht passieren, dann gibt es die Begrüßung eben auf dem Platz.

Ihr ehemaliger Geschäftsführer-Kollege Klaus-Dieter Fischer ist enttäuscht von Ihnen, weil er vom Wolfsburger Interesse nicht zuerst von Ihnen, sondern aus der Zeitung erfahren hat. Können Sie Ihn verstehen?

Allofs: Ich möchte mich gar nicht rechtfertigen. Wir haben über alles gesprochen, ich habe alles erklärt. Jeder hat seine Sichtweise, das muss ich akzeptieren.

Rechnen Sie am Samstag mit Pfiffen der rund 4 000 Werder-Fans – und wie werden Sie damit umgehen?

Allofs:Ich muss es nehmen, wie es kommt. Aber ich rechne nicht damit. Ich vertraue vielmehr darauf, dass die Fans das richtig bewerten, dass sie bei aller Enttäuschung, die ich nachvollziehen kann, Verständnis für meine Entscheidung haben. Ich habe mir diese Entscheidung nicht leicht gemacht. Aber es gab nun einmal triftige Gründe für diesen Wechsel. Das habe ich bei meinem Abschied in Bremen ausführlich erklärt. Die Fans können sicher sein: Werder ist auf die Zukunft gut vorbereitet.

Sie werden am Samstag als gefährlicher Gegner angesehen, weil Sie die Werder-Profis und Trainer Schaaf kennen. Wissen Sie, wie man Werder schlägt – und weiß das ihr Trainer Lorenz-Günther Köstner auch schon?

Allofs:Ganz ehrlich: Ich habe mit Lorenz-Günther Köstner noch gar nicht über dieses Spiel gesprochen. Meine Rolle wird da sowieso überschätzt. Lorenz-Günther Köstner und sein Co-Trainer Alexander Strehmel haben sich das Werder-Spiel in Mainz vor Ort angeschaut, sie sind sehr gut informiert. In der Bundesliga gibt es nur wenige Geheimnisse. Ich denke nicht, dass der VfL in diesem Spiel durch mich einen Wettbewerbsvorteil haben wird.

Sie werden aber auch nicht schweigen.

Allofs:Natürlich nicht, ich werde ganz sicher etwas sagen. Aber ich denke nicht, dass das entscheidend sein wird. Ich habe am Montag mit unserem Scout, der sich das Werder-Spiel gegen Düsseldorf angeschaut hat, gesprochen. Der lag mit seiner Einschätzung über Werder in weiten Teilen sehr gut. Dem ist kaum etwas hinzuzufügen.

Wie lebt es sich mit dem anderen „W“ auf der Brust?

Allofs:Ich habe sehr gut mit dem Bremer „W“ gelebt, jetzt lebe ich mit dem Wolfsburger „W“ gut. Natürlich ist es anders. Ich bin noch keine Woche hier, da ist vieles ungewohnt. Und die Eingewöhnung wird nicht dadurch erleichtert, dass man zigfach um Interviews gebeten und darauf angesprochen wird. Aber ich kann sagen: Ich bin hier mit offenen Armen sehr herzlich empfangen worden. Genauso, wie ich es in Bremen erlebt habe.

Sind die Clubs gar nicht so unterschiedlich?

Allofs: Das will ich jetzt noch nicht beurteilen. Ich bin hier ohne vorgefertigte Meinung und ohne vorgefasste Lösungen angetreten. Ich bin erst einmal ein Beobachter. Gemeinsam werden wir dann sehen, welche Stellschrauben wir drehen sollten. Dafür werde ich mir die nötige Zeit nehmen.

Erleichtern Ihnen die Ex-Bremer Naldo und Diego die Eingewöhnung?

Allofs:Wir sind in Bremen einen langen Weg miteinander gegangen, also konnten wir hier die Phase des ersten Kontakts überspringen. Aber auch der Rest der Mannschaft macht es mir sehr leicht. Es gab sofort die Auswärtsfahrt nach Hoffenheim. Da habe ich viel mit den Spielern gesprochen. Genauso wie ich es immer bei Werder gemacht habe.

Es ist viel vom Spiel „Werder gegen Allofs“ oder „Werder gegen Werder“ wegen Diego und Naldo die Rede. Wie gehen Sie damit um?

Allofs:Es ist falsch, das Spiel darauf zu reduzieren. Natürlich ist es ein besonderes Spiel. Nicht nur für mich, auch für Naldo und Diego. Sie haben immer noch Sympathien für Werder. Aber am Samstag wollen sie gewinnen. Es geht um drei Punkte, die stehen im Mittelpunkt.

Viele Profis verzichten bei Spielen gegen Ihre Ex-Clubs auf ausgiebigen Torjubel. Wie werden Sie es am Samstag machen?

Allofs:Für diese Verhaltensweise habe ich wenig Verständnis. Dass man sich für seinen aktuellen Club voll einsetzt, erfolgreich sein will und dann auch jubelt, das gehört für mich zur Berufsehre. Das bedeutet doch nicht, dass man seinen Ex-Club nicht respektiert. Man sollte nur keine außergewöhnlichen Gesten machen, sondern so jubeln, wie man es immer getan hat. Ich werde kein Theater spielen und mich freuen, wenn wir gewinnen. Und ab Samstagabend werde ich auch wieder die Daumen für Werder drücken. · kni

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