Junuzovic ist jetzt bereit für Werder und erklärt die gute Stimmung im Team

„Ich renne nicht mehr nur blind hin und her“

Es läuft besser, weil er besser läuft: Zlatko Junuzovic hat offenbar den richtigen Weg bei Werder gefunden. ·

Bremen - Die Personalie Zlatko Junuzovic ist schon eine ganz besondere beim SV Werder Bremen. Der Österreicher kam im Winter von Austria Wien, stand danach alle 15 möglichen Bundesliga-Spiele in der Startelf – und trotzdem gilt er in der öffentlichen Wahrnehmung nicht als die große Stütze beim Neuaufbau. Doch in der Vorbereitung beweist der 24-Jährige gerade das Gegenteil.

Junuzovic ist so fit wie kaum ein anderer, findet viel besser ins Spiel und glänzt plötzlich auch als Torschütze: Sein sehenswerter Ausgleich bei der 1:2-Pleite in Paderborn am Sonntag war bereits sein dritter Treffer im sechsten Testspiel. Eine gute Quote für einen, der in der Bundesliga noch auf ein persönliches Erfolgserlebnis wartet.

„20 Tore habe ich noch nie in einer Saison geschossen, aber ab und zu geht schon mal einer rein“, begegnet Junuzovic seiner überschaubaren Torgefahr mit Wiener Schmäh. Natürlich nimmt er die Sache durchaus ernst und weiß auch, dass in dieser Saison gerade das Mittelfeld mehr Zug zum gegnerischen Tor entwickeln muss: „Ich gebe mein Bestes, um in diesem Jahr ein paar Tore zu machen.“ Doch eigentlich ist ihm etwas anderes viel wichtiger. Der Kilometerfresser, der in der Vorsaison bei fast allen Spielen der laufstärkste seines Teams war, musste den richtigen Weg finden: „Ich renne jetzt effektiver und nicht mehr nur blind hin und her.“

Mit zu hohem Einsatz war Junuzovic im Januar in Bremen gestartet. Er wollte es erzwingen – und zwar läuferisch. Er war überall und nirgends auf dem Platz. Ein typisches Problem bei Winter-Transfers. Junuzovic hatte wegen des späten Transfers die Vorbereitung verpasst und war direkt in den Spielbetrieb gewechselt. „Das halbe Jahr war zum Kennenlernen“, sagt er jetzt. Der Mittelfeldspieler will nun durchstarten, sein wahres Können auf den Rasen bringen. Dabei setzt er auch auf Nebenmann Aaron Hunt. „Das Zusammenspiel mit ihm wird immer besser. Aaron ist total wichtig für uns und für mich. Er ist ein sehr intelligenter Spieler“, schwärmt Junuzovic und erklärt: „Aaron hat einen super linken Fuß. Du kannst in die Räume gehen, weil du weißt, dass der Ball genau zum richtigen Zeitpunkt an die richtige Stelle kommt.“

Bei aller Begeisterung: Als Lehrling sieht sich Junuzovic nicht mehr. „Mit fast 25 geht es schon langsam dahin“, scherzt er, um dann wieder mit etwas ernsterer Miene anzufügen: „Durch die Nationalmannschaft und die Europa League mit Austria Wien habe ich schon so meine Erfahrung. Ich weiß, wie es gehen kann.“

Der Teamgeist steht dabei an oberster Stelle. „Wir müssen alle an einem Strang ziehen“, fordert Junuzovic. Bislang klappe das prima, „die Stimmung ist gut“. Besser als in der Rückrunde? „Ja, um einiges“, antwortet der Österreicher prompt und erklärt: „Wir hatten damals viel Unruhe im Team – durch Transfers und Verträge, die ausliefen. Fast jeder war in sich gekehrt. Jetzt ist das anders. keiner ist mehr mit seinem Kopf woanders. Das ist sehr wichtig, darauf kann man aufbauen.“ · kni

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