Mielitz nascht am Zaubertrank und will Recks Prognose bestätigen

„Ich packe das“

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Sebastian Mielitz ist „fest davon überzeugt“, bei Werder langfristig die Nummer eins zu sein. ·

Bremen - Das Spiel in Mainz und die Zeitungslektüre gestern Morgen nach dem langen Osterwochenende – für Sebastian Mielitz war beides wie ein Sprung in den Kessel mit Zaubertrank. Jetzt fühlt sich der Schlussmann von Werder Bremen wieder richtig stark.

„Das gibt Selbstvertrauen, keine Frage“, sagte er, nachdem er sich durch die Gazetten gearbeitet hatte. Bei allen kam er gut weg, wurde ob seiner Leistung beim 1:1 gegen Mainz 05 mit Einser-Noten bedacht. Endlich mal Lob statt Kritik, endlich mal nette Worte. Auch von Oliver Reck, seinem Torwart-Ur-Ahn bei Werder. Der 48-Jährige (zwischen 1985 und 1998 345 Mal für die Bremer im Einsatz) hatte die Streicheleinheit für den durch 52 Gegentore gebeutelten Mielitz aber auch mit einer Mahnung versehen.

„Für mich hat Sebastian gegen Mainz bewiesen, dass er auf Jahre Werders Nummer eins sein kann“, hatte Reck gegenüber dieser Zeitung gesagt. Aber auch das: „Er ist in einer ähnlich kritischen Situation wie sein Verein. Wenn er in den letzten sieben Spielen in dieser Saison mithilft, dass es Werder besser geht, dann wird man mit ihm auch in die neue Saison als klare Nummer eins gehen.“ Was im Umkehrschluss bedeutet, dass Mielitz wackelt, wenn er seine Leistung nicht auf hohem Niveau stabilisiert.

Der Angesprochene hat die Botschaft vernommen. Und beantwortet sie wie einer, der gerade vom Zaubertrank genascht hat. Er sei „fest davon überzeugt“, dass er sich bei Werder als Nummer eins etablieren werde, erklärte der 23-Jährige. „Ich packe das. Und die Mannschaft packt das auch“, sagte er mit Blick auf den Abstiegskampf, aus dem sich Werder mit dem Punktgewinn in Mainz mitnichten befreit hat.

Sieben Punkte Vorsprung auf Relegationsplatz-Inhaber FC Augsburg sind noch keine Entwarnung. Und wer weiß: Vielleicht startet auch 1899 Hoffenheim (elf Punkte hinter Werder) nach dem großen Kehraus in der Führungsetage (siehe nächste Seite) noch mal durch. Möglicherweise sogar wieder mit Tim Wiese im Tor. Jenem Tim Wiese, den Mielitz bei Werder beerbt hat und der nach seiner (mittlerweile aufgehobenen) Suspendierung in Hoffenheim plötzlich auch in Bremen wieder zum Thema wurde. Jedenfalls bei denen, die keinen Zaubertrank, sondern Gerüchte zusammenrühren.

Wiese und Werder würden über eine Rückkehr des Ex-Nationaltorwarts nachdenken, hieß es. Bremens Geschäftsführer Thomas Eichin dementierte dieses Geflüster deutlich, und Mielitz wertete es in der schweren Zeit deutlicher und unnötiger Niederlagen als Vertrauensbeweis für sich. Das Wiese-Rumoren? Uninteressant für ihn. „Ich denke, dass die Verantwortlichen mich informiert hätten, wenn da etwas dran wäre“, sagte er.

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Ob das im Falle des Falles tatsächlich die Vorgehensweise wäre, bleibt mal dahingestellt. Fakt ist, dass sich Mielitz bei Werder sicher fühlt. Nach Mainz noch mehr als vorher. · csa

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