Aaron Hunts hofft auf die DFB-Elf

„Ich muss nicht mehr unbedingt ins Ausland“

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Total entspannt: Aaron Hunt gestern in Belek. ·

Belek - Aaron Hunt hatte es sich in seinem schweren Holzstuhl mit bordeauxrotem Bezug und Rosenmuster so richtig bequem gemacht. Der 26-jährige Vizekäpitän fühlt sich eben extrem wohl – nicht nur im Trainingslager in Belek, sondern generell bei Werder.

Eine vorzeitige Verlängerung seines bis 2014 laufenden Vertrags ist deshalb sehr gut möglich, zumal er seinem einstigen Traum von einem Wechsel nach England nicht mehr hinterherjagt und sich einen Wechsel innerhalb der Bundesliga nur schwer vorstellen kann. Im Pressegespräch äußerte sich der 26-Jährige gestern aber auch über ein mögliches Comeback in der deutschen Nationalmannschaft.

Wann unterschreiben Sie Ihren neuen Vertrag bei Werder?

Aaron Hunt:Wir haben bis jetzt noch nicht darüber geredet – und das ist auch erst mal nicht geplant. Wir haben noch anderthalb Jahre Zeit. Ich habe keine Eile und keinen Druck – und der Verein wohl auch nicht. Das Thema beschäftigt mich noch gar nicht.

Und wenn Werder morgen kommt und über eine Verlängerung reden will?

Hunt:Dann machen wir das, aber ich kann es mir nicht vorstellen. Der Verein hatte und hat erst mal viele andere Sachen zu klären.

Sie können sich aber vorstellen, langfristig zu bleiben?

Hunt:Auf jeden Fall!

Warum fühlen Sie sich bei Werder und in Bremen so wohl?

Hunt:Ich bin seit der Jugend hier, lebe seit meinem 13. Lebensjahr in Bremen. Ich habe hier meine Familie und meine Freunde. Mir ist es ganz wichtig, mich in meiner Umgebung wohl zu fühlen – das ist hier der Fall. Nur dann kann ich meine Leistung abrufen. Das ist mir wichtiger als das Finanzielle.

Sind Sie gar nicht neugierig, was für Angebote nach Ihrer starken Hinrunde auf den Tisch flattern könnten?

Hunt:Damit beschäftige ich mich nicht. Es kann sein, dass da etwas kommt, aber das ist weit weg.

Wollen Sie nach all den Jahren in Bremen nicht mal etwas anderes sehen?

Hunt:Es kommt immer darauf an, was und wo.

Spaßtraining in Belek

Werder Bremen mit Spaßtraining in Belek

In England zum Beispiel, wo Ihre Mutter herkommt. Früher haben Sie davon gesprochen, gerne mal dort zu spielen. Lebt dieser Traum noch?

Hunt:Im Ausland zu spielen, ist reizvoll und immer im Hinterkopf. England ist eine sehr interessante Liga mit vielen Topclubs. Aber es ist nicht so, dass ich unbedingt im Ausland spielen muss. Da muss schon alles passen.

Aber wenn, dann England?

Hunt:Sollte ich noch mal ins Ausland gehen und es mir aussuchen können, dann England. Die Premier League ist mit der Bundesliga die interessanteste Liga.

Wie sind Ihre Verbindungen auf die Insel?

Hunt:Ich habe Verwandte in England, die alle in London leben. Ich fahre da aber nicht regelmäßig hin, vielleicht alle zwei Jahre. Es ist eher so, dass die englische Verwandtschaft nach Bremen kommt und sich Spiele von mir anguckt.

Wie intensiv verfolgen Sie die Premier League?

Hunt:Ich gucke nicht vorher, wer am Wochenende gegeneinander spielt, um mich dann vor den Fernseher zu setzen. Wenn es passt, schaue ich mir mal Spiele an.

Ihr Traumverein?

Hunt:Früher war es immer Liverpool, mittlerweile habe ich keinen Favoriten mehr.

Ist auch ein Wechsel innerhalb der Bundesliga möglich?

Hunt:Das kann ich mir, ehrlich gesagt, nur schwer vorstellen. Viel bessere Clubs als Werder gibt es nicht in Deutschland.

Aber andere Teams spielen international . . .

Hunt:Das ist natürlich ein großer Anreiz. Aber wir wollen auch wieder international spielen. Wir sind nicht abgeschlagen, sondern in Reichweite. Ich rechne mir gute Chancen aus, dieses Ziel zu erreichen – nur dann ist es eine gute Saison für uns.

Stichwort DFB: Gab es mal wieder Kontakt zu Bundestrainer Joachim Löw?

Hunt:Nein, bisher nicht.

Glauben Sie nach Ihren erst zwei Länderspielen und zweieinhalbjähriger Abstinenz noch an ein Comeback?

Hunt:Das kann ich mir vorstellen – und das bleibt mein klares Ziel. Aber dafür muss ich so spielen wie bisher oder noch besser. Es ist schwieriger als noch vor ein paar Jahren, in die Nationalmannschaft zu kommen. Gerade auf meiner Position gibt es eine Menge gute Spieler. Trotzdem hoffe ich, dass ich irgendwann wieder eine Chance bekomme. · mr

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