Coach Schaaf will Werder gut gelaunt wieder nach oben führen

Teil 2: „Ich lasse keine Sekunde nach“

Thomas Schaaf im Gespräch mit Sportredakteur Björn Knips.

Werder-Bremen - Von Björn Knips · Es ist schon kurios: Läuft’s bei Werder Bremen gut, dann mimt Thomas Schaaf gerne den muffeligen Coach. In Krisenzeiten blüht der 49-Jährige dagegen auf, erklärt gut gelaunt die Problematik des Bundesligisten – hier ist Teil zwei unseres Interviews:

War Ihnen schon in der Vorbereitung klar, dass es durch den verspäteten Einstieg der WM-Fahrer keinen guten Saisonstart geben wird?

Es musste nicht so kommen, aber es konnte. Es zeigt einmal mehr: Wir dürfen es mit den vielen Spielen und den kurzen Pausen für die Nationalspieler nicht überdrehen. Schauen Sie doch mal, wo in der Bundesliga die Mannschaften stehen, die viele WM-Teilnehmer hatten und jetzt dreimal die Woche spielen müssen. Das könnte vielleicht ein Argument sein. Außerdem hatten wir unglaublich viele Ausfälle. Klaus Allofs hat mal gesagt: Wenn wir all’ die Spieler, die uns wegen Verletzungen nicht zur Verfügung standen, verkauft hätten, was hätte das für ein Geschrei gegeben.

Einen haben Sie verkauft: Mesut Özil.

Daraus wird immer eine Riesensache gemacht. Wenn wir jetzt über Mesut sprechen, dann sehen wir immer nur seine Galaauftritte. Aber es gab auch Phasen mit schwächeren Leistungen, wie sein Tief im Frühjahr.

Aber ist es nicht ein Fiasko für einen Trainer, so kurz vor Saisonbeginn einen Leistungsträger wie Özil zu verlieren? Ist der Trend auf dem Transfermarkt, möglichst spät zu kaufen und zu verkaufen, nicht Gift für Ihre Arbeit?

Geben Sie uns das Geld, geben Sie uns die freie Regentschaft, dann machen wir das alles rechtzeitig. Diese Situation gibt es nicht mehr. Damit müssen wir klarkommen.

Thomas Schaaf im Interview

In dieser Saison ist Ihnen das nicht so gut gelungen?

Na ja, gleich zu Beginn haben wir etwas Positives erreicht. Aber die Qualifikation zur Champions League wurde schon ganz hinten in die letzte Ecke gepackt. Natürlich haben wir danach nicht die gewünschten Ergebnisse erzielt. Aber uns haben viele wichtige Spieler gefehlt. Bei uns wird nicht gejammert. Wir haben auch immer elf gute Spieler aufs Feld gebracht, aber dahinter fehlten uns die Möglichkeiten, um zu variieren. Da war auch nichts mehr groß mit Prophylaxe. Und einspielen konnten wir uns auch nicht, weil es immer wieder neue Ausfälle gab.

Dagegen läuft’s in Mainz wie am Schnürchen.

Ich will nichts schmälern. Ich freue mich über Mainz. Die sollen jubeln, die sollen ihre Feste feiern, und das haben sie auch verdient. Aber wenn man sachlich bleibt, dann sind die Spieler von Mainz in punkto Belastung nicht so hoch beansprucht.

Aber Mainz würde liebend gerne mit Werder tauschen und in der Champions League spielen.

Stimmt, die könnten wir jetzt anrufen, und sie wären sofort hier. Es wäre auch interessant zu sehen, wie sie diese Mehrfachbelastung tolerieren würden.

Bislang haben Sie Werder immer aus der Krise geführt. Haben Sie zu Hause in Ihrem Keller ein Geheimrezept versteckt?

(lacht) Wie – nur in einem Keller? Nein, daran arbeiten hier alle mit. Emotionen sind wichtig. Wir nehmen uns aber das Recht heraus, wenn es etwas zu bewerten gibt, sachlich zu bleiben. Dann muss ich schauen, welches Rad ich zuerst drehe, um die erste Stufe zu erreichen, dann die zweite und so weiter.

Wo befinden Sie sich dabei?

(lacht) Überall, ich bin in allen Gängen unterwegs.

Auch im Gang Linksverteidiger? Warum kriegt Werder das nicht in den Griff?

Das ist falsch. Wir haben und hatten auf dieser Position Spieler, die klasse Leistungen gezeigt haben. Vielleicht nicht in dieser Konstanz, wie man sich das wünscht. Ich bin mit der Bewertung von Mikael Silvestre absolut nicht zufrieden. Er hat seine Sache ordentlich gemacht. Natürlich kann er es noch besser. Leider wird oft gedacht: Obwohl er erst gestern gelandet ist, muss er sofort funktionieren, als ob er schon jahrelang hier leben und spielen würde.

Wie wird im Winter die Tabelle aussehen?

Ich bin doch kein Hellseher. Wir sind nicht zufrieden, das wollen wir ändern. Wir rücken keinen Zentimeter von unseren Ansprüchen ab, denn es ist immer schöner, oben zu stehen, da kann man mehr sehen . . .

Sie wirken so gelöst, fast schon bestens gelaunt.

(lacht) Stimmt, eigentlich müsste ich ständig aufspringen und jubeln . . .

Gehört das zu Ihrer Krisenpolitik?

Es ist einfach zu klagen. Aber für den einfachen Weg war ich nie zu haben. Mein Satz war immer: Ich will etwas erreichen, ich will etwas bewirken. So lange ich dieses Gefühl habe, lasse ich keine Sekunde nach.

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