„Ich kann mir das vorstellen“

Hunt schließt Rückkehr nicht aus

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Zlatko Junuzovic (li.) würde Aaron Hunt gerne wieder bei Werder sehen: „So einen Spieler brauchen wir.“

Bremen - Zu sagen, dass Aaron Hunt vom VfL Wolfsburg die Nase schon nach einem halben Jahr voll hat, ist nicht übertrieben. Zu behaupten, dass er sich in manchen Momenten zu Werder Bremen zurückwünscht, sicher auch nicht.

Der 28-Jährige gehörte gestern zu den geladenen Gästen bei der offiziellen Verabschiedung von Werder-Geschäftsführer Klaus-Dieter Fischer (mehr dazu auf der folgenden Seite) und gab zu, dass er Werder nach wie vor im Sinn hat. Und sogar noch deutlich mehr. Er trauert dem Ex-Club öffentlich hinterher. „Ich weiß, was ich an Werder habe oder hatte. Und es war klar, dass ich so etwas wie in Bremen nicht bei einem anderen Club wieder kriegen würde“, sagte er. Es klang wie eine Bewerbung für ein Comeback bei Werder. Und tatsächlich erklärte Hunt: „Ich kann mir eine Rückkehr grundsätzlich vorstellen.“

Gründe? Zum einen ist das Verhältnis zu VfL-Trainer Dieter Hecking offenbar gestört. „Seit vier Monaten habe ich nicht mehr mit ihm gesprochen“, verriet Hunt. Und seine sportliche Situation sei „nicht zufriedenstellend“. Der Mittelfeldspieler ist im Luxus-Team der „Wölfe“ meistens nur Ersatz, im Europa-League-Spiel beim OSC Lille vor einer Woche stand er nicht mal im Kader. Längst hat sich Frust breit gemacht bei dem ehemaligen Werder-Star. Und längst gibt es Meldungen, er habe sich bereits mit Club-Vertretern getroffen, um über eine Rückkehr zu sprechen.

Von Bremer Seite wurde das nur halbherzig dementiert. Geschäftsführer Thomas Eichin vermied auch gestern eine Stellungnahme: „Ich sage dazu nichts.“ Werder-Profi Zlatko Junuzovic wiederholte derweil seine Einladung an Hunt: „So einen Spieler wie ihn brauchen wir. Mit ihm gehen wir kein Risiko ein, weil wir uns bestens kennen.“ Er wolle den alten Kollegen nun noch „etwas bearbeiten“. Hunt selbst bekräftigte zwar, dass er mit VfL-Manager Klaus Allofs „über die grundlegende Situation“ gesprochen habe, nicht aber über Werder. Offenbar hätte es auch keinen Sinn. Denn Allofs, gestern ebenfalls vor Ort im Bremer Rathaus, stellte klar: „Ich gebe diesen Spekulationen keine Nahrung. Wir wollen ihn nicht abgeben.“

Finanziell erscheint es ohnehin wenig wahrscheinlich, dass der klamme SV Werder den verlorenen Sohn freikaufen könnte. Hunt selbst hat Zweifel, ob so ein Transfer „denkbar“ ist. Er verließ Bremen im Sommer ablösefrei, sein Vertrag in Wolfsburg läuft noch bis 2017, sein aktueller Marktwert wird auf sechs Millionen Euro geschätzt. Und eine Leihe, so hat es Allofs kürzlich kommuniziert, komme nicht infrage.

In Wolfsburg dementierte Dieter Hecking noch gestern, dass zwischen Aaron Hunt und ihm seit vier Monaten Funkstille herrscht. „Das ist nur die halbe Wahrheit“, sagte er und schrieb dem Spieler ins Stammbuch: „Wenn er sich nicht zum VfL bekennt und mit den Gedanken woanders ist, muss er damit leben, nicht berücksichtigt zu werden.“

kni/csa

Verabschiedung bei Werder Bremen

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