Angebote aus der Bundesliga und dem Ausland

„Ich bin hungrig auf etwas Neues“

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Bei Werder ist er nur noch Zuschauer, dennoch blickt Sebastian Mielitz optimistisch in die Zukunft. ·

Bremen - Vor neun Jahren kam Sebastian Mielitz zum SV Werder – als 15-Jähriger. Sieben Jahre später war er die Nummer eins im Tor der Profis. Seit November ist er es nicht mehr. Und nun hat ihm der Bundesligist mitgeteilt, dass der im Sommer auslaufende Vertrag nicht verlängert wird.

„Ich habe das kommen sehen, deshalb hat es mich nicht überrascht“, sagt der 24-Jährige: „Aber natürlich ist es nicht schön, dass ich meinen Verein verlassen werde.“

Über die ganz große Enttäuschung ist Mielitz bereits hinweg. Ende November hatte ihn Coach Robin Dutt nach zwei Patzern im Mainz-Spiel auf die Bank gesetzt und Raphael Wolf für die restlichen vier Hinrunden-Partien gebracht. Im Winter wurde der Zweikampf im Tor neu ausgerufen – und Dutt entschied sich für Wolf. „Das tat weh“, erinnert sich Mielitz. Mehr möchte er dazu nicht sagen: „Das Thema habe ich abgehakt, ich will nicht nachtreten.“

Mielitz schaut nach vorne. Längst hat er sich mit seiner Zukunft beschäftigt – ziemlich intensiv sogar. Denn in der nächsten Saison will er wieder im Tor stehen. „Ich bin hungrig auf etwas Neues“, sagt er. Angst vor der Arbeitslosigkeit hat er nicht. „Ich bin zu 100 Prozent von mir überzeugt. Mein Berater und ich haben auch schon sehr gute Gespräche geführt“, berichtet der Keeper und verrät: „Es gibt Angebote aus der Bundesliga und dem Ausland. Ich bin da sehr zuversichtlich. Und wer weiß, vielleicht trifft man sich schon bald im Weserstadion wieder.“

Es wäre eine große Genugtuung für ihn, aber auch „ein komisches Gefühl“. Denn Werder ist nicht irgendein Verein für ihn. „Es ist mein Verein“, betont er noch mal, „deswegen gehe ich auch mit einem weinenden Auge“.

2005 wechselte er als B-Jugendlicher von Energie Cottbus an die Weser und arbeitete sich kontinuierlich nach oben. Früh wurde Thomas Schaaf zu seinem Fürsprecher. 2012 machte ihn der damalige Chefcoach zum Nachfolger von Nationaltorwart Tim Wiese, der bei Werder keinen neuen Vertrag bekam und nach Hoffenheim wechselte. Es lief nicht immer glatt für Mielitz, aber vor einem Jahr, als Werder in den Abstiegsstrudel geriet, war er der nötige Rückhalt, bewies Nerven und hatte großen Anteil am Klassenerhalt.

Schaaf musste damals trotzdem gehen. Dutt kam. Auch er vertraute Mielitz und versprach, aus ihm einen richtig guten Bundesliga-Torwart zu machen. Nach einer schwachen Leistung am vierten Spieltag gegen Mönchengladbach stabilisierte sich Mielitz. Deshalb kam seine Ablösung nach dem Mainz-Desaster auch ziemlich überraschend.

„Das ist das Fußball-Geschäft“, urteilt Mielitz: „Es gibt schöne und weniger schöne Zeiten. Und ich hatte bei Werder viele sehr schöne Zeiten.“ 62 Bundesliga-Spiele hat er für Werder absolviert. Zwei Mal stand er in der Champions League im Tor und ein Mal in der Europa League. „Ich denke, ich habe einiges geleistet“, sagt Mielitz – und er gesteht, dass ihm die Zeit als Ersatzmann jetzt nicht leicht fällt: „Ich versuche, der Mannschaft zu helfen. Und wenn ich in den letzten Spielen noch gebraucht werde, dann bin ich auf jeden Fall bereit.“

Strebinger wird der Nachfolger

Doch darauf spekuliert er nicht, weil es keine sportlichen Gründe hätte. Sein Nachfolger Raphael Wolf hat sich durch gute Leistungen festgespielt. „Und man wünscht einem Kollegen keine Verletzung oder eine Rote Karte“, stellt „Miele“ klar. Er will durch Leistung überzeugen. Weil das bei Werder nicht mehr geht, „freue ich mich auf eine neue Herausforderung. Mein Weg als Torwart wird weitergehen. Da bin ich mir ganz sicher.“ · kni

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