Peter Niemeyer hat in Berlin sein Glück gefunden und hofft auf ein Spektakel

„Ich hätte mir etwas mehr Rückendeckung gewünscht“

Der Ex-Bremer Peter Niemeyer jubelt jetzt für die Hertha.

Berlin - Ein Pferdekuss macht ihm zwar noch ein bisschen zu schaffen, doch vor diesem Spiel ist Peter Niemeyer nicht zu stoppen: Der 27-Jährige will am Sonntag unbedingt im Weserstadion auflaufen. Schließlich war er dort drei Jahre lang (2007 bis 2010) zu Hause.

Weil er bei Werder aber keinen Stammplatz hatte, wechselte Niemeyer 2010 zur Hertha – in die Zweite Liga. Ein Abstieg, der zum Aufstieg wurde. Nun ist der Mittelfeldmann zurück in der Bundesliga und kommt als Führungsspieler des Hauptstadtclubs an die Weser. Wie sich das anfühlt, verrät Niemeyer im Interview.

Herr Niemeyer, in Bremen ist gerade die erhoffte Vertragsverlängerung mit Thomas Schaaf ein großes Thema. Sie haben jetzt mit Markus Babbel einen wesentlich jüngeren Trainer – was unterscheidet die beiden?

Peter Niemeyer:Gar nicht so viel. Beide profitieren von ihrer erfolgreichen Spielerkarriere und gehen sehr gelassen mit den Höhen und Tiefen des Fußballgeschäfts um. Ich bin eine Woche vor Saisonstart nach Berlin gekommen und habe sofort konstante Leistungen gebracht, nicht zuletzt durch viel Kommunikation mit Markus Babbel. Thomas Schaaf ist da eher anders gestrickt.

Deshalb sind Sie vor einem Jahr auch gegangen?

Niemeyer:Ich hatte eine sehr, sehr schöne Zeit in Bremen, habe im UEFA-Cup-Endspiel und im DFB-Pokal-Finale gespielt. Natürlich hatte ich meiner Spielweise geschuldet die ein oder andere Verletzung, aber ich hätte mir manchmal schon etwas mehr Rückendeckung gewünscht. Es war richtig zu gehen, und Hertha war die absolut richtige Entscheidung.

Obwohl Sie dort nur noch in der Zweiten Liga gespielt haben?

Niemeyer:Natürlich war das eine Umstellung, aber auch eine große Chance. Der Druck war enorm, die Hertha hatte ja nur diesen einen Schuss, um kurzfristig wieder hochzukommen. Wir hatten quasi eine Erstliga-Mannschaft und wurden von den Medien in Berlin genau beäugt. Das ist was ganz anderes als in Bremen, Hertha ist der Hauptstadtklub und die Medienpräsenz allgegenwärtig. Hier sind beim Training oftmals mehr Medienvertreter als Spieler. Diese Medienlandschaft in der Hauptstadt prägt den Verein, in Bremen war alles familiärer.

Also schöner?

Niemeyer:Das würde ich so nicht sagen, es ist anders. Ich fühle mich bei der Hertha und in Berlin sehr wohl. Und ich bin froh, wieder in der Ersten Liga zu sein, das fühlt sich einfach gut an.

Und sicher ganz besonders gut, wenn man wie Sie vor 80 000 Zuschauern beim Meister Dortmund trifft und auch noch gewinnt.

Niemeyer: Das war wirklich ein Highlight. Wir haben in Dortmund kaum Chancen zugelassen, wer schafft das gegen diese spielstarke Mannschaft schon. Das war eine perfekte Leistung von uns.

Die Ihre Mannschaft in Bremen wiederholen muss?

Niemeyer:Ganz bestimmt, Werder ist nicht umsonst Tabellenzweiter. Und wie ich Werder kenne, müssen wir sogar noch eine Schippe drauflegen, um etwas zu holen.

Jetzt übertreiben Sie aber, Werder wäre vergangene Saison fast abgestiegen.

Niemeyer:Das konnte ich damals gar nicht glauben. Ich habe wirklich mitgefiebert. Aber das wird die Mannschaft zusammengeschweißt haben, das sieht man ja auch an den Ergebnissen.

Die Hertha ist auch gut gestartet, hat immerhin schon neun Zähler. Wie lautet das Saisonziel?

Niemeyer:Diese Saison zählt nur der Klassenerhalt.

Freuen Sie sich schon aufs neue Weserstadion?

Niemeyer:Ganz ehrlich, ich habe es mir schon angeguckt, als Werder gerade auswärts gespielt hat. Da war es natürlich ganz ruhig. Durch die rangezogenen Kurven dürfte es am Sonntag ein paar Dezibel lauter werden als früher. Schade, dass sie mich nicht anfeuern werden.

Befürchten Sie Pfiffe der Werder-Fans?

Niemeyer:Nein, wieso auch? Ich habe mich doch immer voll mit dem Verein identifiziert.

Wie geht die Partie aus?

Niemeyer:Ich wünsche mir ein Spektakel – wie so oft früher im Weserstadion. Ein 5:4 wie gegen Hoffenheim. Aber sorry, diesmal jubeln die Blauen. · kni

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