Hunt gibt sich selbstkritisch / Allofs fordert: „Aaron muss mehr sein als das Talent“

„Ich habe nicht die Form, die ich gerne hätte“

Aaron Hunt ist unzufrieden, weil’s bei ihm und bei Werder in dieser Saison noch nicht so richtig läuft.

Werder-Bremen - Von Björn Knips · Mesut Özil glänzt bei Real Madrid, Mesut Özil schießt Deutschland zum Sieg gegen die Türkei, Mesut Özil erhält Glückwünsche von der Kanzlerin. Der Ex-Bremer ist allgegenwärtig. Aaron Hunt nicht. Erst musste er mitansehen, wie ihm Özil bei Werder Bremen den Rang ablief, nun muss er sich anhören, dass er Özil an der Weser nicht ersetzen kann.

„Damit beschäftige ich mich nicht“, behauptet Hunt. Das Thema Özil hat er abgehakt, zum einstigen Freund seit dessen Wechsel zu Real Madrid keinen Kontakt mehr gehabt. „Das hat sich einfach nicht ergeben“, meint er vielsagend. Der 24-Jährige schaut auf sich – das allerdings sehr selbstkritisch: „Ich habe leider nicht mehr die Form, die ich gerne hätte.“

Aber warum? Es hatte doch so gut – ohne Özil – begonnen. Der WM-Held war gerade erst gen Madrid abgereist, da übernahm Hunt eindrucksvoll dessen führende Rolle im Mittelfeld. Nach seiner Gala gegen Sampdoria Genua (3:1) dachten viele: Perfekt, Werder hat durch den Wechsel von Özil zu Real Madrid nicht an Qualität verloren und sogar 15,5 Millionen Euro Ablösesumme gewonnen. Doch schnell folgte die Ernüchterung. Hunt wurde von einer Grippe gestoppt, von der er sich sportlich nicht mehr wirklich erholen sollte. „Ich bin gesund, total fit, aber es läuft nicht mehr so bei mir wie in der Vorbereitung und dann auch gegen Genua“, ist Hunt etwas ratlos, fühlt sich aber nicht allein damit: „Für die anderen im Team trifft das doch auch zu.“

Die Sache hat nur einen Haken. Die Zeiten, in denen sich Hunt im Team verstecken durfte, sind vorbei. Das stellt Werder-Boss Klaus Allofs unmissverständlich klar: „Aaron muss mehr sein als das Talent. Er muss Verantwortung übernehmen, er muss vorneweg gehen.“ Eigenschaften, die auf den ersten Blick nicht unbedingt zum immer etwas in sich gekehrten Hunt passen. Doch der 24-Jährige kann auch anders. So nimmt er sich zum Beispiel Keeper Tim Wiese zur Brust, der behauptet hatte, Özil würde Werder an allen Ecken und Enden fehlen: „Das war halt eine typische Aussage von Tim mit wenig Überlegung drin.“

Ganz so kritische Töne gegenüber Trainer Thomas Schaaf traut sich Hunt zwar nicht, aber immerhin eine Forderung: „Mir liegt es mehr, wenn wir mit zwei Stürmern und einer Raute dahinter spielen.“ Sich sieht er dabei in der Rolle des Zehners. Schaaf dagegen hat ihn oft auf die Außenbahnen gestellt und ausgerechnet in den beiden Champions-League-Spielen gegen Tottenham und in Mailand auf die Bank gesetzt. „Das war schon sehr enttäuschend“, erinnert sich Hunt – aber nicht nur daran: „Ich hatte nicht die Form der Vorbereitung, also muss ich die Entscheidung des Trainers akzeptieren.“

Ähnliches gilt für seine Karriere in der Nationalmannschaft. Zweimal durfte er bislang den Bundesadler tragen, doch im aktuellen Aufgebot fehlt der Bremer. „So, wie ich in den vergangenen Wochen gespielt habe, ist das doch absolut nachvollziehbar“, meint Hunt. Einsicht ist hilfreich, Optimismus noch besser. „Die Pause wird mir helfen“, versichert der Mittelfeldspieler. Und er erhält Rückendeckung von Klaus Allofs: „Wir sind weiter fest davon überzeugt, dass Aaron ein ganz wichtiger Spieler für uns sein kan. Aber bitte keine Vergleiche mehr mit Mesut Özil.“

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