Pizarro hat Nationalmannschafts-Comeback und Copa America fest vor Augen

„Ich bin glücklich und stolz, wieder für Peru zu spielen“

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Freut sich auf sein erstes Länderspiel für Peru nach fast dreieinhalb Jahren: Stürmer Claudio Pizarro.

Von Arne Flügge· Wenn man Claudio Pizarro auf die Nationalmannschaft anspricht, bekommt der Peruaner leuchtende Augen. Der 32-Jährige sehnt nach dreieinhalb Jahren das Comeback herbei – jetzt könnte sich sein Traum erfüllen. Peru spielt am 29. März auf Malta gegen Nigeria – und „Pizza“ wurde nominiert.

„Die Freude, endlich wieder für mein Land zu spielen, ist unheimlich groß. Ich bin glücklich und sehr stolz, denn auch die Leute in meiner Heimat freuen sich sehr, dass ich wieder für Peru spiele“, sagte der Stürmer von Werder Bremen gestern nach dem Training.

Dreimal war Pizarro in den vergangenen Monaten bereits eingeladen worden, zweimal musste er verletzungsbedingt absagen, einmal wollte er sich den Reisestress auch angesichts der Krise seines Clubs für ein einziges Spiel in Panama nicht antun. Jetzt aber steht das lang herbeigesehnte Comeback bevor. „Und ich hoffe, dass ich diesmal gesund bleibe und spielen kann“, sagte der Angreifer, der bislang 56-Mal das Trikot seines Landes trug. „Wir spielen mit Peru in Europa. Ich muss also nicht weit fliegen. Das passt“, erklärte der Stürmer, der die Mannschaft endlich kennenlernen will. „Es ist wichtig für mich, Kontakt mit den Spielern zu bekommen, mit ihnen zu trainieren und auf dem Platz zu stehen“, meinte Pizarro – und lieferte den Grund prompt hinterher: „Im Sommer ist die Copa America. Sie ist sehr wichtig für uns und auch für mich. Ich will da unbedingt dabei sein.“

Doch das könnte für Pizarro und Werder zu einem Problem werden. Die Südamerika-Meisterschaft, vergleichbar mit der Europameisterschaft, wird vom 3. bis 24. Juli gespielt. Zu dem Zeitpunkt läuft bei Werder die Vorbereitung auf die neue Saison. Vorher müsste sich der Stürmer mit der Mannschaft auf die Titelkämpfe vorbereiten. Kann er überhaupt Urlaub machen? Und wenn ja, wann?

Training am Mittwoch

Werder-Training am Mittwoch

Das will Pizarro in einem Gespräch mit Trainer Thomas Schaaf, Sportchef Klaus Allofs und seinem Nationaltrainer Sergio Markarian (65), der schon einmal in Bremen war, klären. „Wir werden den Zeitplan für den Sommer besprechen“, kündigte Pizarro an.

Allofs ist bereits in Pizarros Pläne eingeweiht, steht den Wünschen seines Topspielers aber natürlich mit gemischten Gefühlen gegenüber. „Wir werden zusammen mit dem Trainer sprechen und eine praktikable Lösung finden“, sagte der Werder-Sportchef: „Grundsätzlich können wir nichts machen, wenn ein Spieler zu einem offiziellen Turnier angefordert wird. Aber Claudio kennt seine Rolle hier. Und er weiß, welche Probleme seine Teilnahme bringen könnte. Das zeigt ja auch seine Ankündigung, mit uns reden zu wollen.“

Im November 2007 bestritt Claudio Pizarro sein bisher letztes Länderspiel für Peru. Nach dem 1:1 gegen Brasilien hatte man dem Stürmer vorgeworfen, das Remis mit zwei weiteren Kollegen, viel Alkohol und einigen Damen in einem Hotel gefeiert zu haben. Am 9. Dezember 2007 wurde der heute 32-Jährige vom peruanischen Verband suspendiert. Pizarro hatte die Vorwürfe immer bestritten, zog sogar vor das oberste Sportgericht (CAS) und wurde vollständig rehabilitiert. Im Juli 2008 wurde die Suspendierung zwar aufgehoben, trotzdem hat Pizarro seitdem nicht mehr für sein Land gespielt.

Durch die Entwicklung im Verband und mit der Verpflichtung des neuen Trainers Sergio Markarian, der Pizarros Intimfeind Jose del Solar ablöste, war bereits Mitte vergangenen Jahres die Tür für Claudio Pizarro wieder aufgestoßen worden, ehe der Stürmer mehrfach verletzt absagen musste. Jetzt hat das Warten ein Ende.

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