Lob für Dutt und Makiadi

„Ich fühle mich viel freier“

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Flugshow: Werders Mittelfeldmann Mehmet Ekici hat Spaß als Torwart – und bewies auf ungewohnter Position durchaus Talent.

Blankenhain - Seit zwei Jahren ist Mehmet Ekici nun bei Werder, auf den Durchbruch wartet er noch immer. Während der Presserunden in den Trainingslagern hat der 23-Jährige regelmäßig verkündet, dass alles besser werden soll – wurde es aber nicht.

In Blankenhain meidet der türkische Nationalspieler nun lange Gespräche über seine Zukunft in Bremen. Nach der Vormittseinheit stellte er sich immerhin kurz und sagte: „Ich will mich auf das Wesentliche konzentrieren.“ Und das, meint er selbst, „klappt ganz gut“.

Wenn man jetzt schon einen Gewinner der Bremer Sommervorbereitung sucht, kommt man an seinem Namen nicht vorbei. Ekici, eigentlich immer freundlich, oft aber ziemlich zurückhaltend, spielt nicht nur auffällig. Er wirkt irgendwie gelöster, lacht viel, macht auch mal ein Späßchen – etwa, als er sich am Samstagabend nach dem Training ins Tor stellte, sich von Ersatzkeeper Raphael Wolf und Torwartcoach Marco Langner die Bälle um die Ohren hauen ließ und sogar einige sehenswert parierte.

„Ich fühle mich viel freier und selbstbewusster. Weil ich verletzungsfrei bin und die Stimmung im Team gut ist. Es macht momentan einfach großen Spaß“, bestätigt Ekici. Bei der Suche nach Gründen für das neue Wohlgefühl landet man ganz schnell beim neuen Trainer. Bei Thomas Schaaf hatte „Memo“ einen schweren Stand, bei Robin Dutt spürt er offensichtlich mehr Wertschätzung. Ekici verkneift sich zwar öffentliche Kritik am Ex-Coach – dass ihm der Trainerwechsel gut tut, ist aber deutlich herauszuhören. Dutt vermittle „Spielfreude“ und verströme „eine positive Energie“, urteilt der 23-Jährige.

Zudem scheint sich der Positionswechsel auszuzahlen. In seinen ersten beiden Jahren spielte Ekici, wenn er denn (auch wegen zahlreicher Verletzungen) überhaupt mal spielte, deutlich offensiver. Dutt hat ihn auf die „Sechs“ verpflanzt. Dorthin, wo der feine Techniker beim FC Bayern großgeworden ist. „Von der F-Jugend bis zu den Profis habe ich auf dieser Position gespielt“, sagt Ekici. Dass er nicht der Allerschnellste ist, fällt in der Defensivzentrale nicht so auf wie etwa auf den Flügeln. In den bisherigen Testspielen hat er als „Sechser“ viel versprechende Ansätze gezeigt: gutes Auge, gute Pässe, gute Schüsse. „Mehmet ist ein großartiger Fußballer“, schwärmt Sportchef Thomas Eichin.

Eindrücke vom Training am Montag

Blankenhain: Das Werder-Training am Montag

Mit Neuzugang Cedric Makiadi hat Ekici schon einige Male die Bremer Doppelsechs gebildet. Im bisher hochkarätigsten Vorbereitungsspiel gegen den niederländischen Meister Ajax Amsterdam (2:3) zuletzt jedoch nicht. Da musste er auf dem linken Flügel ran, und Felix Kroos erhielt eine Bewährungschance.

Das Sonntagstraining in Bildern

Werder trainiert am Sonntag in Blankenhain

Trotzdem: Es sieht so aus, als ob Dutt in Makiadi und Ekici seine beiden Favoriten für das defensive Mittelfeld gefunden hat. „Es klappt ganz gut mit Cedric. Er ist ein erfahrener Mann, hat einen sehr guten Spielaufbau“, findet Ekici. Weil er in der Vergangenheit aber schon öfter von einem Stammplatz geträumt und geredet hat, bleibt er diesmal extrem zurückhaltend. „Die Vorbereitung ist noch längst nicht zu Ende. Bei uns ist keiner gesetzt, jeder muss für seinen Platz hart arbeiten“, weiß Ekici und verspricht: „Ich werde das Beste aus mir herauholen.“ · mr

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