Werder warnt sich vor dem Nordrivalen

„Ich erwarte einen sehr starken HSV“

Bremen - Beim Hamburger SV geht es drunter und drüber, doch beim SV Werder wollen sie von alledem nichts hören. Und sich schon gar nicht dazu äußern. Es schmeckt den Bremern nicht wirklich, dass sie bereits vor dem Nordderby gegen den HSV (15.30 Uhr, Weserstadion) als einzig möglicher Sieger gefeiert werden.

Denn solche Situationen sind gefährlich – gerade vor solch brisanten Duellen. Deshalb herrscht Warnstufe 1 an der Weser.

„Ich beschäftige mich nicht mit dem HSV“, behauptet Keeper Sebastian Mielitz: „Was die machen, kann uns egal sein.“ Auch Stürmer Niclas Füllkrug fordert: „Wir sollten uns nicht so sehr mit dem Gegner beschäftigen.“ So macht es angeblich sogar Trainer Thomas Schaaf: „Wir sind nicht so sehr auf den HSV ausgerichtet.“

Was im Moment auch schwierig ist. Denn HSV-Coach Torsten Fink krempelt nach dem verpatzten Start mit unterirdischen Leistungen seine Mannschaft um, will die gerade erst eingetroffenen Neuzugänge Petr Jiracek (VfL Wolfsburg) und Milan Badelj (Dinamo Zagreb) gleich in die Startelf stellen. „Da kommt nichts Unbekanntes auf uns zu“, sagt Schaaf und gibt sich völlig entspannt: „Wen der Gegner aufbietet, das entscheidet mein Kollege. Wir werden ja am Samstag sehen, wer spielt.“

Training am Donnerstag

Videoanlayse beim Training am Donnerstag

Ruhig Blut vor dem Derby. Auf dem Trainingsplatz sah das gestern Nachmittag allerdings etwas anders aus. Da ermahnte Schaaf seine Spieler lautstark zu mehr Aggressivität. Jetzt nur nicht locker lassen. Die Leistung gegen Dortmund war gut, das Ergebnis nicht. Werder ist nach der 1:2-Niederlage noch punktlos. „Wir wollen es gegen den HSV besser machen“, verspricht der Coach.

Auch Klaus Allofs nimmt das Personal in die Pflicht. „Auf Dauer reicht es nicht zu hören, dass wir prima gespielt haben. Es muss auch etwas Zählbares dabei herauskommen.“ Aber der Clubchef ist noch geduldig: „Am zweiten Spieltag wird nicht die Meisterschaft entschieden.“ Doch gegen den HSV steht trotzdem mehr auf dem Spiel als gegen alle anderen Gegner. Dem kann und will sich auch Allofs nicht verschließen. „Das ist ein großes Duell. Es geht nicht nur um drei Punkte. Es geht um die Vorherrschaft im Norden“, stimmt Allofs auch die üblichen Derby-Töne an. Aber nur kurz, es folgen schnell Worte, die warnend klingen: „Egal, was da alles geschrieben wird oder im Umfeld los ist, ich erwarte einen sehr starken HSV.“ · kni

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