Ex-Profi Bode fordert, dass Allofs und Schaaf ein Konzept vorlegen müssen

„Ich befürworte Kontinuität, aber nicht für alle Ewigkeit“

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Ex-Profi Marco Bode fordert nun „gute Entscheidungen“ vom Bremer Führungsduo, damit es für den SV Werder wieder bergauf geht.

Bremen - Marco Bode galt schon zu seiner aktiven Zeit als einer, der über den Tellerrand schaut. Als einer, der als Fußball-Profi mitdenkt. So ist es auch nach der Karriere geblieben.

Der 42-Jährige hat zwar kein offizielles Amt bei seinem SV Werder – also noch nicht. Aber das angehende Aufsichtsratsmitglied ist ziemlich nah dran. Im Interview erklärt Bode, wie er die Werder-Krise bewertet und warum er noch zuversichtlich in die Zukunft blickt.

Marco Bode, machen Sie sich Sorgen um die Zukunft des SV Werder?

Marco Bode:Ich mache mir ein wenig Sorgen wegen der aktuellen sportlichen Situation. Aber ich glaube nach wie vor an Werder.

Warum?

Bode:Ich bin 1988 nach Bremen gekommen – und seitdem ist es nicht immer nur bergauf gegangen. Selbst in den großen Jahren unter Otto Rehhagel gab es schwierige Zeiten – und danach auch, bis Thomas Schaaf kam. Ich will das gar nicht runterspielen. Die letzten beiden Spielzeiten waren nicht positiv. Dafür gibt es aber jede Menge Erklärungen, die ich hier gar nicht aufzählen will. Ich weiß aber, dass der Verein die Kraft hat, sich wieder positiv zu entwickeln.

Auch mit dem aktuellen Führungsduo?

Bode:Thomas Schaaf und Klaus Allofs haben über Jahre gezeigt, dass sie es können und das müssen sie nun wieder beweisen. Ich befürworte Kontinuität, wenn auch nicht für alle Ewigkeit. Man kann sicher über einige Dinge diskutieren, aber das muss intern passieren, und das passiert auch intern, das weiß ich. Der SV Werder ist kein Verein, der still steht, Werder ist in Bewegung. Auch wenn Jörg Wontorra das anders sieht.

Nicht nur das, Sportjournalist und Werder-Fan Jörg Wontorra hat als Kolumnist auch die handelnden Personen harsch kritisiert.

Bode:Jeder kann seine Meinung haben, aber einen Großteil seiner Kritik halte ich für ungerechtfertigt. Natürlich leiden im Moment alle Werder-Fans – ich auch. Aber fundierte Kritik sieht anders aus. Man kann das nicht populistisch in ein paar plakativen Sätzen machen. Selbst mir, der viel näher an Werder dran ist als Jörg Wontorra, fällt es schwer, alles richtig zu beurteilen. Nehmen wir die Arbeit von Klaus Filbry als neuen Geschäftsführer. Das ist doch der von Wontorra geforderte Input von außen. Filbry hat viele Dinge angestoßen, aber es ist nicht meine Aufgabe, das hier alles aufzuführen. Ich will auch nicht alles verteidigen. Ich würde auch nicht behaupten, dass ich mir gar keine Sorgen mache. Aber es bringt nichts, voll draufzuhauen.

Sondern?

Bode:Es gibt keine Garantien, dass es von alleine nach vorne geht. Man kann jetzt auch nicht sagen: alte Spieler raus, junge rein. Wir müssen einen ausbalancierten Kader bekommen. Da müssen gute Entscheidungen getroffen werden. Andere Vereine haben das in der Vergangenheit geschafft – Werder auch schon.

Aber in anderen Clubs wurde meistens zuvor die sportliche Leitung ausgetauscht. Bei Werder ist das kein Thema.

Bode:Das ist grundsätzlich auch richtig. Werder geht seinen Weg, vertraut Schaaf und Allofs und hat deshalb auch die Verträge mit Thomas und Klaus verlängert. Jahrelang wurde Werder für diese Kontinuität gelobt. Deshalb kann das jetzt auf einmal nicht völlig falsch sein. Aber – ich wiederhole mich da – es gibt auch Grenzen.

Sie meinen, wenn der Erfolg weiter ausbleibt?

Bode:Allofs und Schaaf müssen ein Konzept haben, wie sich Werder in den nächsten Jahren aus der sportlich schwierigen Lage befreien kann. Das sollte intern besprochen werden, sie können ihr Konzept ja nicht öffentlich vorlegen. Aber der Club darf sich in dieser Phase, in der die Kritik von außen wächst, auch nicht einigeln. Werder muss anfassbar, weltoffen und sympathisch bleiben.

Ist das Ihr Motto für Ihren künftigen Job als Aufsichtsratsmitglied?

Bode:Durchaus. Noch bin ich Ersatzkandidat. Aber ich werde im Herbst höchstwahrscheinlich kandidieren, wenn die Gespräche zuvor gut verlaufen. Das ist eine ganz witzige Geschichte: In der Öffentlichkeit werde ich als Ex-Profi von den einen als Vertreter des Alten gesehen und von den anderen als Kandidat des Neuen. Was ich wirklich bin, wird sich zeigen. · kni

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