Rene Adler und Manuel Neuer sind in aller Munde – dabei ist Tim Wiese derzeit der Konstanteste

„Ich ackere bis zum Ende“

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Rene Adler und Manuel Neuer sind in aller Munde – dabei ist Tim Wiese derzeit der Konstanteste

Von Arne Flügge · Rene Adler und Manuel Neuer sind derzeit in aller Munde – es scheint, dass der Wettstreit um die deutsche Nummer eins im Tor bei der WM in Südafrika zu einem Zweikampf ausgerufen wurde. Der öffentliche Fokus richtet sich zumindest derzeit nur noch auf die beiden Torhüter von Bayer Leverkusen und Schalke 04. Aber Halt, da ist doch noch einer: Werder Bremens Keeper Tim Wiese – und der spielt im Moment auf einem hohen Niveau, wesentlich konstanter als seine beiden Konkurrenten.

Doch in der öffentlichen Wahrnehmung findet Wiese kaum statt. Neuer und Adler sind die Protagonisten, die im Scheinwerferlicht stehen, in dessen Schatten Wiese bereits zur Nummer drei abgestempelt ist. Nervt diese fehlende Wertschätzung nicht? „Nein“, sagt Wiese, „das ärgert mich nicht. Es war doch schon immer so, dass ich in der Öffentlichkeit anders beurteilt werde. Es gibt immer irgendwelche Lieblinge. Ich bin es nun mal nicht. Aber vielleicht bin ich ja am Ende der lachende Dritte.“

Die Leistungen sprechen momentan für den Bremer, auch wenn das Rennen ganz knapp ist. In der laufenden Saison kommt Wiese im Fachmagazin „kicker“ auf eine Durchschnittsnote von 2,85. Erst dahinter folgen Neuer (2,95) und Adler (3,07). Für Wiese sprechen allerdings noch zwei weitere Fakten: Zum einen spielt er im Gegensatz zur Konkurrenz seit Jahren international – und das ebenfalls auf hohem Niveau. Zum anderen hat er sich in den letzten Wochen nicht die großen Patzer geleistet wie beispielsweise Adler in Bremen, als der Keeper einen Naldo-Freistoß durch die Beine flutschen ließ, oder jüngst Neuer in Hannover mit den beiden folgenschweren „Ausflügen“. „Tim spielt seit Wochen stark“, sagt sein Bremer Torwarttrainer Michael Kraft und bedauert: „Dennoch genießt er in der breiten Öffentlichkeit nicht die Unterstützung, die er verdient hätte.“ Kraft bewundert in diesem Zusammenhang die mentale Stärke seines Schützlings: „Wir können froh sein, dass wir einen so guten Torwart haben, der locker mit dieser Situation umgeht und weiterhin konzentriert seine Ziele verfolgt.“

Warum Wieses Auftritte auf dem Platz nur wenig Achtung und Beachtung finden, „weiß ich nicht“, sagt der Torwart – und sieht darüber hinweg. Am Ende zähle immer die Leistung. „Ich habe schon so viele Spiele auf dem Buckel und dabei sehr viele gute gemacht. Ich weiß, was ich kann“, meint der 28-Jährige.

Schritt für Schritt will sich der Bremer Torwart nun der WM nähern. „Ich bin gut drauf und fühle mich richtig fit“, erklärt Wiese, der gestern Nachmittag wieder eine freiwillige Sonderschicht eingelegt hat: „Mein großes Ziel bleibt, dass ich bei der WM im Tor stehe. Und dafür kämpfe und ackere ich weiter bis zum Ende.“

Große Unterstützung bei seiner Mission erhält Wiese dabei aus den eigenen Reihen. „Tim kann das packen“, ist Werder-Sportchef Klaus Allofs guten Mutes, „doch dafür muss er weiter und dauerhaft Topleistungen abliefern.“ Werder, so Allofs, habe noch „vier wunderbare Spiele in der Liga und das Pokalfinale“ vor sich. Das seien die Partien, in denen Wiese jetzt erneut überzeugen muss, um sich die Grundlage für seinen Traum als Nummer eins in Südafrika zu erfüllen. Allofs: „Leider hat er bisher in der Nationalmannschaft nur wenig Chancen bekommen, sich auszuzeichnen. Aber ich bin fest der Meinung, dass eine Entscheidung, wer bei der WM im Tor steht, noch nicht gefallen ist.“

Und wenn sich Bundestrainer Joachim Löw am Ende gegen Wiese als Nummer eins entscheidet? „Dann muss ich es akzeptieren“, sagt der Torwart: „Doch solange kein anderer auf dem Platz steht, glaube ich an meine Chance.“

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