Werder-Kapitän Frings klärt auf: Er will bleiben, Mertesacker auch – und Arnautovic muss aufpassen

Frings: „Ich bin absoluter Bremer“

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Wie sich Torsten Frings seine Zukunft vorstellt? Er wünscht sich einen neuen Vertrag bei Werder – und will auf ewig in Bremen bleiben.

Bad Waltersdorf - Ein bisschen wirkt es schon, als würde sich Torsten Frings zum Interview-Termin im Mannschaftshotel in Bad Waltersdorf schleppen. „Ich wäre auch lieber im Bett“, gesteht der 33-Jährige.

Doch der Werder-Kapitän, der zu Beginn der Saison wegen einer Leistenoperation ausgefallen war, weiß auch um die Bedeutung solcher Termine mit den Journalisten aus der Heimat. Und so redet er Klartext bei den Themen Arnautovic, Mertesacker, Özil – und in eigener Sache.

Herr Frings, Sie sind seit einer Woche wieder im Mannschaftstraining, haben am Dienstag Ihr erstes Spiel absolviert – wie geht’s Ihnen?

!Ich fühle mich gut. Für mich war in diesem Spiel am wichtigsten, dass ich an der operierten Leiste nichts gespürt habe. Dass es bei mir noch nicht so rund lief, ist doch normal. Ich habe in der letzten Zeit hart gearbeitet und bin noch etwas müde. Aber die Spritzigkeit wird mit den nächsten Spielen kommen.

Da ist es umso ärgerlicher, dass Sie beim DFB-Pokalspiel in Ahlen wegen Ihrer Gelb-Roten Karte im Finale gegen die Bayern nicht ran dürfen.

!Ich kann es leider nicht mehr ändern.

?Unglücklich ist auch, dass einige Leistungsträger erst verspätet ins Training eingestiegen sind oder wie Naldo schon die ganze Zeit fehlen. Ist das für Werder ein großer Nachteil?

!Das ist doch bei allen Mannschaften so. Fast jeder Club hatte Spieler bei der WM oder muss auf Verletzte verzichten. Wir sind das aus den letzten Jahren gewohnt. Unser Vorteil könnte sein, dass wir kaum Spieler abgegeben haben. Wir sind eingespielt, deswegen sehe ich uns gut aufgestellt.

Aber es gibt in Marko Arnautovic auch nur einen echten Neuen. Vielleicht kommt noch Wesley – reicht das?

!Gute Spieler können wir immer gebrauchen. Aber zu Wesley kann ich noch nichts sagen, weil er noch nicht da ist. Marko hat ein Riesenpotenzial, dass er hoffentlich zeigen wird.

Was zeichnet Arnautovic aus?

!Marko ist technisch gut und schnell, hat aber auch eine eigenwillige Art, die er ein Tick weit ablegen muss – gerade in Bremen.

Was genau meinen Sie damit?

!Marko braucht halt auf dem Platz Aufmerksamkeit, indem er zum Beispiel diskutiert oder abwinkt. Er muss schauen, dass er weniger arrogant erscheint, das kommt in Bremen nicht so gut an. Marko muss ein Zwischending finden. Man kann ja ruhig seine Aufmerksamkeit bekommen, aber dafür muss vorher alles andere stimmen. Das muss er erst einmal zeigen.

Wie geht die Mannschaft damit um?

!Wir kennen ihn jetzt einen knappen Monat und wissen das richtig einzuschätzen. Zu mir ist er bislang immer vernünftig gewesen.

Haben Sie ihn trotzdem darauf angesprochen?

!Natürlich reden wir darüber. Aber man muss es auch annehmen wollen. Das wird sich in nächster Zeit zeigen. Man muss Marko auch Zeit geben, bislang hat er sehr gut mitgezogen. Ich denke, er ist auf einem guten Weg.

Tim Wiese hat gesagt, man solle lieber nicht von der Meisterschaft sprechen, sondern lieber hart auf dem Platz arbeiten. Wie sehen Sie es?

!(lacht) Das sind ja mal ganz andere Worte von Tim . . . Natürlich müssen wir nicht über die Meisterschaft reden, das können andere Mannschaften machen. Unser erstes Ziel ist in den nächsten Wochen die Qualifikation für die Champions League. In der Bundesliga muss es unser Ziel sein, permanent in Europa dabei zu sein – am besten natürlich in der Champions League. Aber dafür braucht man ein sehr, sehr gutes Jahr.

Und wie lautet Ihr persönliches Ziel – als 33-Jähriger geht man sicher anders in eine Saison, als wenn man noch am Anfang seiner Karriere steht?

Ihr Vertrag läuft nach dieser Saison aus. Wie lautet Ihr Plan

? !Ich habe schon mit Klaus Allofs darüber gesprochen. Klar ist für mich, dass ich noch weiterspielen möchte – am liebsten bei Werder. Wenn das nicht der Fall sein sollte, muss ich mich halt umschauen.

Welches Signal hat Ihnen Clubchef Allofs gegeben, will er Sie behalten?

!Er ist ja auf mich zugekommen und hat darüber geredet. Das würde er nicht tun, wenn er mich nicht mehr haben wollte. Der Verein weiß, was er an mir hat, und ich weiß, was ich an ihm habe. Zwischen uns gibt‘s keine Probleme.

Also geht’s nur noch um die Konditionen und die Laufzeit.

!(lacht) Also ich glaube nicht, dass ich mit Allofs über einen Drei- oder sogar Vierjahresvertrag verhandeln muss . . . Ein Jahr wäre in Ordnung, ich will gar nicht länger planen. Aber wir haben erst einmal vereinbart, dass es nicht das eiligste Thema bei Werder ist.

Fühlen Sie sich als Bremer?

!Ich bin absoluter Bremer. Ich habe nicht vor, hier noch einmal wegzugehen, auch was mein späteres Leben betrifft.

Bei Mesut Özil und Per Mertesacker gilt das offenbar nicht. Wie sehr beschäftigen die Mannschaft die Wechselgerüchte um diese beiden Leistungsträger?

!Also Per hat mir gesagt, dass ein Wechsel für ihn absolut kein Thema ist. Das habt ihr Journalisten bei ihm so hineininterpretiert, weil er sich hier nicht so geäußert hat, wie ihr euch das vorgestellt habt.

Und was ist mit Mesut Özil?

!Bei ihm weiß ich es nicht. Es wäre für ihn gut, hier zu bleiben. Vielleicht verlängert er auch seinen Vertrag. Aber wenn er sich entschließen sollte zu wechseln, dann würde der Ball hier trotzdem weiterrollen.

Haben Sie mit ihm darüber gesprochen?

!Sehr oft – er sagt, dass er es noch nicht weiß und dass er sich gerade Gedanken macht, wie es mit ihm weitergeht. Aber ich denke, für ihn und den Verein wäre es gut, bald Klarheit zu haben.

 

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