Hype um U19-Torjäger geht Eichin zu weit

Selke – schon eine Hand am „Pott“

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Liebesgruß an die Freundin auf der Tribüne: Davie Selke, deutscher U19-Torjäger.

Bremen - Die Flanke kam von rechts. Sie fand ihr Ziel zentimetergenau. Davie Selke hielt nur den gut frisierten Kopf hin, veränderte so die Flugbahn des Balles Richtung Tor. Drin! Schon wieder! Es war beim 4:0-Halbfinalsieg der deutschen U19 bei der EM in Ungarn nicht nur das wegweisende 1:0 gegen Österreich, sondern auch Selkes sechster Turniertreffer im vierten Spiel. Eine tolle Serie für den kraftvollen Stürmer von Werder Bremen. Und sie soll noch nicht zu Ende sein. Im Finale morgen gegen Portugal (19.00 Uhr/Eurosport) will/muss Selke weiter nachlegen. „Wir werden alles geben, um den Pott nach Deutschland zu holen“, verspricht der 19-Jährige.

Davie Selke hat sich in Ungarn einen Namen gemacht. So oft wie er hat kein anderer im Turnier getroffen. Außerdem hat der Sohn eines äthiopischen Vaters und einer tschechischen Mutter nicht erst zugeschlagen, wenn die Spiele schon entschieden waren und der Gegner am Boden lag. Nein, Selke hat einen nach dem anderen niedergestreckt. In allen fünf Partien erzielte der klassische Strafraumstürmer das erste deutsche Tor. Gegen Bulgarien (3:0) und die Ukraine (2:0) traf er zudem doppelt. Es ist eine traumhafte Bilanz, die Selke im Ranking der größten deutschen Fußball-Talente weit nach oben schießen lässt.

Über keinen Spieler aus der U19 wird derzeit mehr geredet als über ihn. Nur logisch ist, dass Werder dem Angreifer demnächst einen neuen Vertrag über zwei oder drei Jahre vorlegen wird. Der aktuelle läuft 2015 aus – und nun ist natürlich Gefahr in Verzug, dass andere, möglicherweise sportlich interessantere und finanziell potentere Clubs an Davie Selke herantreten werden.

Zukunftsmusik für den Torjäger, der sich mit Vertragsfragen aktuell nicht befassen will. Bis Vertragsende werde er „für Werder alles geben. Was danach passiert, kann ich noch nicht sagen.“

Davie Selke werden viele Türen offen stehen. Dabei ist er nicht der kombinationsstarke Typ Stürmer, auch als Super-Techniker sollte man ihn besser nicht bezeichnen. Aber er hat etwas, das man nicht lernen kann: eine starke körperliche Präsenz und einen extrem guten Torriecher. „Jede Mannschaft braucht Spieler, die immer für ein Tor gut sind“, hat der in der Nähe von Stuttgart aufgewachsene Angreifer gesagt. Weil er so einer ist, steht Deutschland morgen im Finale. Selke, der auf der Tribüne von seiner Freundin, seiner Mama, den Geschwistern und Frank Baumann (für die U23 zuständiger Fußball-Direkltor bei Werder) unterstützt wird, will Europameister sein, wenn es abgepfiffen wird. Und dann? Ab in den Urlaub? „Wenn er sich gut fühlt, kann er auch gleich weitermachen. Aber das müssen wir erst noch besprechen“, sagt Werder-Sportchef Thomas Eichin, dem die aktuelle Aufregung um Selke nicht in allen Facetten gefällt: „Da wird einiges zu heiß gekocht…“

csa

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