„Er nimmt die Herausforderung endlich an“

Vor Hunts Premiere gibt‘s ein Riesenlob vom Chef

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Aaron Hunt mit Binde – das gab‘s zu Spielbeginn bislang nur bei Freundschaftsspielen, so wie zuletzt gegen Dynamo Kiew. ·

Bremen - 232 Pflichtspiele hat Aaron Hunt für den SV Werder bestritten. Eine beeindruckende Zahl. Sein Profi-Debüt liegt über acht Jahre zurück, morgen gibt es wieder eine Premiere: Der 26-Jährige wird sein Team gegen Mönchengladbach (18.30 Uhr) erstmals als Kapitän ins Weserstadion führen.

Spielführer Clemens Fritz ist verletzt. Doch Hunt ist mehr als nur ein Ersatz, wie Trainer Thomas Schaaf in einer wahren Lobeshymne auf seinen Lieblingsschüler verkündet.

„Es wurde ja immer diskutiert, ob Aaron in der Lage ist, Verantwortung zu übernehmen“, erinnert sich Schaaf: „Wir haben gerade erst wieder im Trainerkreis darüber gesprochen und festgestellt: Aaron macht das richtig gut. Ich freue mich riesig für ihn!“ Über das Gesicht des 51-Jährigen huscht ein breites Grinsen. Er würde zwar öffentlich nie zugeben, dass Hunt ein ganz besonderer Spieler für ihn ist, schließlich müssen alle gleich behandelt werden, doch es besteht kein Zweifel daran: Schaaf ist Hunts größter Fan, Schaaf ist Hunts Ziehvater. Er hat immer an ihn geglaubt – auch in schlechten Zeiten. Die gab es zu Genüge, als das oft verletzte Riesentalent im Bremer Nachtleben unangenehm auffiel oder die sehr harsche Kritik der Fans mit abfälligen Gesten konterte. Hunt galt schon als unten durch bei den Werder-Anhängern. Weil er auch einer war, der schnell den Kopf hängen ließ, wenn es nicht lief.

Training ohne Prödl aber mit Akpala

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Das war einmal. Schon vergangene Saison gehörte der zweifache Nationalspieler in der Hinrunde zu den besten, bis ihn eine Verletzung etwas aus dem Tritt brachte. Nun ist er der Führungsspieler, der er immer sein sollte. „Aaron nimmt die Herausforderung endlich an. Dafür haben wir lange gekämpft“, verrät Schaaf: „Aaron hat begriffen, dass er sich den Dingen stellen darf, dass er das schafft. Wenn früher Dinge nicht funktioniert haben, dann hat er einen Ausgang gesucht. Das macht er nicht mehr, darüber bin ich sehr froh.“

Die Fans auch. Pfiffe nach Hunt-Fehlpässen – so wie früher – gibt es nicht mehr. Das liegt auch an der nun völlig anderen Körpersprache des Mittelfeldspielers. Statt Kopf und Schultern runter heißt es jetzt: Brust raus und Attacke. Nicht nur auf dem Platz, sondern auch bei Interviews. „Nach dem schlechten Augsburg-Spiel müssen wir jetzt eine Reaktion zeigen. Das erwarte ich, das erwarten wir, das erwarten unsere Fans!“, stellt Hunt klar und gibt auch schon eine Marschroute vor: „Nur mit spielerischen Mitteln geht’s nicht. Wir müssen über den Willen ins Spiel kommen und dann gewinnen.“

Hunt, der seine ersten beiden Bundesliga-Tore gegen Gladbach schoss (im Februar 2005 und September 2006), will vorangehen. Dass er dabei erstmals von Anfang an die Binde trägt, sei nicht wichtig. Obwohl er gesteht: „Bislang habe ich das nur bei Freundschaftsspielen gemacht. Aber deswegen werde ich nicht nervös sein.“ · kni

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