Hunt und Werder vertagen den offiziellen Abschied

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Es dauert nicht mehr lange, dann wird Aaron Hunt das Werder-Trikot für immer ausziehen. 

Bremen - Es könnte alles so einfach sein: Werder-Sportchef Thomas Eichin müsste nur zu Aaron Hunt gehen und ihn fragen, ob er seinen Vertrag verlängert oder am Saisonende auslaufen lässt und zu einem anderen Club wechselt.

Denn für Hunt wäre es kein Problem, eine schnelle Antwort zu geben. „Wenn der Verein morgen eine Entscheidung will, dann werde ich mich entscheiden“, sagte der 27-Jährige gestern. Groß überlegen muss Hunt also nicht mehr, was er macht. Weil er es schon weiß (wir berichteten). Hunt wird gehen – nur verkünden will das noch niemand.

Aus gutem Grund. Eine Bekanntgabe des Hunt-Abschieds zu diesem Zeitpunkt mitten im Abstiegskampf wäre gefährlich. Denn Hunt spaltet noch immer die Fan-Schar – trotz dauerhaft starker Leistungen in den vergangenen Jahren. Bei schlechteren Auftritten droht da schnell Ungemach von den Rängen – nach dem Motto: Wer Werder verlässt, gibt doch nicht mehr alles für die Raute.

Also fragt Eichin bei Hunt lieber noch nicht nach. Die Antwort kennt er schließlich. Erst, wenn der Klassenerhalt in zumindest angetrockneten Tüchern ist, wird das Thema aufgegriffen. Damit dem Sportchef niemand vorwirft, er würde sich von Hunt hinhalten lassen, demonstriert Eichin Stärke. „Noch gebe ich ihm eine gewisse Zeit, aber das kann sich auch schnell ändern“, sagte der 47-Jährige gestern und drückte aufs Tempo: „Kann sein, dass ich morgen eine andere Situation vorfinde und das forciere.“

Aber was bedeutet andere Situation? Ein neuer Spieler? Ein Ersatz für Hunt? „Ich sondiere jeden Tag den Markt nach Spielern, die für Werder interessant sein könnten“, blieb Eichin dabei lieber allgemein. Es ist ohnehin fraglich, ob sich die Bremer überhaupt einen Ersatz leisten können. Denn Hunt geht ablösefrei. Und in Ludovic Obraniak hat Werder bereits als Vorgriff auf den Sommer einen Mittelfeldspieler verpflichtet. Für zwei Millionen Euro von Girondins Bordeaux. Da ist also kaum noch Geld in der Transferkasse. Immerhin spart Werder künftig ein üppiges Gehalt: 2,6 Millionen Euro kassiert Hunt pro Jahr – und so steht es auch in dem vorliegenden Vertragsangebot. Das übrigens nicht verhandelbar ist. Gepokert wird nicht. Das haben beide Seiten stets betont.

Um Zahlen feilschen Hunt und dessen Berater nur mit anderen Clubs. Vor vier Wochen hatte Bayer Leverkusen angeklopft und Interesse bekundet. Doch das Thema hat sich erledigt. „Er ist ein guter Spieler, aber in unseren Überlegungen spielt er keine Rolle“, reagierte Bayer-Sportchef Rudi Völler gestern Morgen auf „bild.de“ ziemlich eindeutig auf Berichte, Hunt stehe vor einem Wechsel zu Leverkusen.

Aaron Hunt: Bilder seiner Zeit bei Werder Bremen

Aaron Hunt: Bilder seiner Zeit bei Werder Bremen

Die nächste Meldung über einen Hunt-Interessenten ließ allerdings nicht lange auf sich warten. Der „Weserreport“ berichtete, dass es den 27-Jährigen in die Türkei ziehen soll. Besiktas Istanbul habe ihm einen Dreijahres-Vertrag angeboten – und Hunt würde dem Wunsch seiner türkischstämmigen Frau Semra auf einen Wechsel an den Bosporus nachkommen. Bestätigen wollte Hunt auch das nicht: „Es ist müßig für mich, zu jedem Verein etwas zu sagen. Es stehen ja sehr viele Vereine in der Zeitung.“ Wie zum Beispiel auch Tottenham Hotspur aus der englischen Premier League und Borussia Mönchengladbach. Alles Clubs mit einer besseren sportlichen Perspektive als Werder. Deswegen wird Hunt Bremen auch nach 13 Jahren verlassen. · kni

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