Hunt als „Sechser“ – ein ungewöhnliches Experiment

Zunächst in ungewohnter Rolle: Aaron Hunt (vorn).

Bremen (flü) · Das Vertrauen von Thomas Schaaf in Daniel Jensen scheint derzeit nicht besonders groß zu sein. Wie sonst ist zu erklären, dass der Werder-Trainer den Dänen in Dortmund auf der Bank ließ, obwohl in Torsten Frings, Tim Borowski und Peter Niemeyer gleich drei defensive Mittelfeldspieler fehlten?

Stattdessen funktionierte Schaaf Offensivmann Aaron Hunt zum zweiten „Sechser“ neben Philipp Bargfrede um. „Ich war schon überrascht, als mir der Trainer in der Besprechung erklärt hat, welche Rolle ich übernehmen soll“, räumte Hunt später ein.

Dass diese Umstellung dazu geführt hatte, dass die Bremer in den ersten 30 Minuten überhaupt nicht zurecht kamen, glaubt Hunt nicht: „Daran lag es nicht. Es war sicher ungewohnt, aber eigentlich keine ganz neue Aufgabe für mich, weil ich den offensiveren Part der beiden Sechser ausführen sollte.“ Und als die Bremer dann schnell mit 0:2 in Rückstand geraten waren, „war es ohnehin vorbei mit dieser Taktik, und ich habe mich noch mehr nach vorn orientieren müssen“, erklärte Hunt.

Schaaf stellte nach der Pause um, ließ mit Raute spielen, und Werder war klar dominierend. Hunt durfte seine Offensivqualitäten wieder einbringen und erzielte in der 65. Minute den 1:2-Anschlusstreffer. „Ich fühle mich vorn eben wohler. Weiter hinten ist halt nicht meine Position“, erklärte der 23-Jährige.

Bleibt allerdings die Frage, warum Trainer Schaaf in Ermangelung von echten „Sechsern“ und fehlendem Vertrauen in Daniel Jensen auf dieser Position nicht gleich die taktische Variante mit der Raute riskiert hat – zumal Claudio Pizarro als Bindeglied zwischen Mittelfeld und der einzigen Spitze Hugo Almeida verschenkt war.

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