Sportchef Eichin wollte Klarheit

Hunt sagt Werder ab

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Aaron Hunt bleibt nicht lebenslang grün-weiß.

Bremen - Die Hängepartie um Aaron Hunt ist nun auch offiziell beendet. Werder-Sportchef Thomas Eichin wollte Klarheit – und hat sie nun bekommen. „Ich habe das Thema forciert und am Mittwoch mit dem Agenten von Aaron gesprochen.

Er hat mir mitgeteilt, dass sie das Angebot nicht annehmen werden. Das akzeptiere ich“, teilte Eichin gestern auf Nachfrage mit. Bereits vor zwei Wochen hatte diese Zeitung berichtet, dass sich Hunt gegen Werder entschieden hat und wechseln will.

Aber wohin? Besiktas Istanbul ist inzwischen der heißeste Kandidat. Denn die Türken sind offenbar am ehesten bereit, den Gehaltswünschen des 27-Jährigen nachzukommen. Zwei Millionen Euro netto jährlich hat Besiktas Hunt geboten. Der fordert dem Vernehmen nach 2,5 Millionen Euro. Das ist in etwa die Summe, die ihm auch Werder pro Saison in den nächsten vier Jahren zahlen wollte – allerdings nur brutto. Doch Hunt will das Doppelte verdienen.

Werder war mit der Offerte für den Spielmacher an die absolute Schmerzgrenze gegangen. Der aktuelle Sparkurs sieht nach Jahren ohne Einnahmen aus dem internationalen Geschäft eigentlich keinen Topverdiener in dieser Größenordnung mehr vor. Doch die Bremer wollten den Ex-Nationalspieler unbedingt halten und boten ihm an, für die gleichen Bezüge weiterspielen zu können. Außerdem setzte der Club auf den Wohlfühlfaktor. Hunt spielt schließlich seit 13 Jahren für Werder. „Er könnte hier eine Ikone werden“, hatte Eichin immer wieder betont.

Doch Hunt will kein lebenslang grün-weiß. Er will etwas Neues. Ob es nur am Geld liegt – oder auch an der fehlenden Perspektive, bleibt noch sein Geheimnis. Gestern war er für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Nach der 1:3-Pleite gegen Wolfsburg hatte er gesprochen und seine Kollegen öffentlich kritisiert: „Wir tun uns unheimlich schwer, wenn wir den Ball haben. Ich habe den Eindruck, dass zu wenige bei uns ihn wirklich haben wollen. Und das ist nie gut für eine Mannschaft. So, wie in den letzten beiden Spielen geht es nicht weiter – da müssen wir ehrlich sein.“

Aaron Hunt: Bilder seiner Zeit bei Werder

Aaron Hunt: Bilder seiner Zeit bei Werder Bremen

Hunt selbst hatte allerdings auch eine schwache Vorstellung abgeliefert. Und natürlich wird er nach seinem Nein zu Werder jetzt noch mehr im Blickpunkt stehen, wird stets beäugt, ob er wirklich alles gibt, damit sein Noch-Club nicht absteigt.

Sportchef Eichin kann derweil die Zukunft planen – und sich um einen Nachfolger für seinen besten Spieler bemühen. Eine Ablöse für Hunt hat er dafür zwar nicht zur Verfügung, weil dessen Vertrag ausläuft, aber das eingesparte Gehalt von 2,6 Millionen Euro bietet durchaus ein bisschen Spielraum. · kni

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