Hunt sagt „Ja“ zu Wolfsburg und unterschreibt einen Vertrag bis 2017 / Das Interview:

„Es ist genau das, was ich gesucht habe“

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Wieder vereint: VfL-Sportchef Klaus Allofs hat Aaron Hunt nach Wolfsburg geholt.

Wolfsburg - Von Björn Knips. Nun ist es auch offiziell: Aaron Hunt trägt in der neuen Saison das Trikot des VfL Wolfsburg. Der 27-Jährige unterschrieb gestern bei den Niedersachsen einen Vertrag bis 2017.

Nach 13 Jahren beim SV Werder Bremen hatte sich Hunt schon vor Wochen für einen ablösefreien Wechsel entschieden, war dann aber noch mal kurz ins Wanken geraten. Doch da schlug Ex-Werder-Sportchef Klaus Allofs zu und lotste den dreimaligen Nationalspieler schließlich in die Autostadt. Auf der Rückfahrt aus Wolfsburg nahm sich Hunt gestern Nachmittag Zeit für ein Interview.

Herr Hunt, wie aufregend ist Ihr erster Vereinswechsel als Fußball-Profi?

Aaron Hunt: Ach, ich bin eigentlich relativ entspannt. Es ist ja jetzt alles erledigt. Heute Morgen bin ich nach Wolfsburg gefahren, habe meinen Vertrag unterschrieben und eben gerade den Medizincheck absolviert. Jetzt geht es zurück nach Bremen – und dann am Donnerstag nach Dubai in den Urlaub.

Mit einem guten Gefühl?

Hunt: Mit einem sehr guten Gefühl. Ich bin glücklich, dass es mit dem VfL Wolfsburg geklappt hat. Es ist genau das, was ich gesucht habe.

In Ihrer Findungsphase tauchte der VfL Wolfsburg zuletzt im Gegensatz zu vielen anderen Vereinen aber gar nicht mehr auf.

Hunt: Das stimmt. Aber vor drei Wochen hat mich Klaus Allofs angerufen. Dann bin ich nach Wolfsburg gefahren. Bei ihm zu Hause haben wir dann mit Dieter Hecking gesprochen. Mit Klaus musste ich ja nicht viel sprechen, wir kennen uns ja schon eine Ewigkeit. Ich hatte sofort ein gutes Gefühl. Der Trainer hat mich total überzeugt. Sportlich passt es optimal. Ich wollte mich sportlich verbessern und international spielen. Das kann ich hier. Außerdem ist der Weg zu meinem Sohn in Bremen nicht so weit – und meine Familie wohnt in Goslar ja quasi um die Ecke.

Trotzdem haben Sie mit einem Wechsel ins Ausland geliebäugelt.

Hunt: Es war eine Option für mich, aber ich wollte nicht unbedingt ins Ausland. So finde ich es besser.

Durch Ihren Beraterwechsel schien es – als hätten Sie sich verpokert. Hatten Sie zwischenzeitlich Sorge, am Ende ohne Verein dazustehen?

Hunt: Nein, überhaupt nicht, es gab ja immer Angebote. Aber ich habe mir viele Gedanken gemacht, wollte nicht das Erstbeste annehmen. Ich musste einfach das Gefühl haben: Hier gehöre ich hin, hier kann ich funktionieren. Und in Wolfsburg ist das jetzt so.

Die ersten Skeptiker prophezeien Ihnen allerdings wegen der großen Konkurrenz im Wolfsburger Mittelfeld eine Zukunft auf der Bank.

Hunt: Es gibt doch immer welche, die irgendetwas zu mäkeln haben. Ich wollte mich sportlich verbessern, also war es doch klar, dass bei einem neuen Club die Konkurrenz größer sein wird, als sie für mich bei Werder war. Ich will diese Konkurrenz, weil sie mich noch besser machen kann. Und ich kann mich auch mit 27 Jahren noch verbessern. Ich habe aber auch so viel Selbstvertrauen, um zu sagen: Ich bin nicht nach Wolfsburg gewechselt, um auf der Bank zu sitzen.

Was ist mit dem VfL Wolfsburg möglich?

Hunt: Einiges. Das hat man doch in der vergangenen Saison schon gesehen. Es hat nur ein Punkt zur Champions-League-Qualifikation gefehlt. Also wird es sicher das Ziel sein, Platz vier anzugreifen und in der Europa League eine gute Rolle zu spielen. Darauf freue ich mich schon.

Sie spielen nun nicht mehr für einen Traditionsverein, sondern für einen Werksclub – ist das kein Problem für Sie?

Hunt: Es geht mir doch in erster Linie ums Sportliche – und das passt hier. Der Club hat große Ambitionen. Und mit Klaus Allofs und Dieter Hecking entsteht hier endlich auch etwas. Es ist nicht mehr so, dass hier die Kabine voller Spieler ist. Jetzt ist hier Ordnung drin. Und deshalb hat der VfL auch eine so gute Saison gespielt. Das passt genau zu meinen Ansprüchen.

Werder nicht mehr – trotzdem wurde in der vergangenen Woche noch einmal über eine weitere Zusammenarbeit gesprochen. Warum?

Hunt: Es hat sich so ergeben. Aber ich habe schnell entschieden, dass es keinen Sinn mehr für mich macht, in Bremen zu bleiben.

Warum?

Hunt: Ich wollte mich sportlich verbessern. Ich bin 27 Jahre alt, wenn ich jetzt nicht gehen würde, wäre es das für mich gewesen. Außerdem hätte das ganze Drumherum nicht mehr gepasst. Ich bin schließlich schon verabschiedet worden, da wäre ein Rückzieher für mich schwierig geworden. Das letzte Spiel im Weserstadion war richtig toll, die Fans werden mich dadurch hoffentlich in guter Erinnerung behalten – und dabei sollten wir es jetzt belassen.

Wie sehen Sie die Zukunft von Werder?

Hunt: Natürlich hoffe ich, dass Werder wieder nach oben kommt. Aber das wird schwierig und mindestens noch zwei, drei Jahre dauern. Man muss die abgelaufene Saison ehrlich analysieren. Es waren drei Mannschaften deutlich schlechter als wir, aber das gibt es nicht jedes Jahr. Die Mannschaft hat ein gewisses Potenzial. Aber es wird auch auf die Neuzugänge ankommen.

Sie sind jetzt selbst ein Neuzugang, treffen dabei auf viele alte Bekannte. Gab es schon Kontakt zu Naldo?

Hunt: Er war einer der ersten, die wussten, dass der VfL mich wollte. Da hat er mich sofort angerufen und versucht, mich zu überreden. Es ist natürlich schön, dass Naldo da ist und dass ich auch Kevin De Bruyne schon kenne. Das wird die Eingewöhnung noch leichter machen.

Mit welcher Rückennummer werden Sie spielen?

Hunt: Meine 14 hat sich ja leider schon Kevin De Bruyne geschnappt. Aber das ist nicht so schlimm. Es wird schon noch eine freie Nummer für mich geben. Jetzt freue ich mich erst einmal auf meinen Urlaub.

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