Hunt-Rückkehr – wie soll das gehen?

Gerücht kollidiert mit Faktenlage

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Aaron Hunt hat das Weite gesucht und die Wolfsburger Ersatzbank gefunden. Eine Rückkehr nach Bremen ist aber wohl nur Wunschdenken.

Bremen/Wolfsburg - Aaron Hunt fehlte gestern in der Reisegruppe des VfL Wolfsburg, die sich auf den Weg zum Europa-League-Spiel beim OSC Lille machte. Der Ex-Bremer wird nicht für das letzte Gruppenspiel der Niedersachsen (heute, 21.05 Uhr) benötigt.

Was den Verdacht nährt, dass er beim VfL möglicherweise gar nicht mehr gebraucht wird und etwas dran ist an der Geschichte, die die „Sport-Bild“ verbreitet. Demnach will der SV Werder den Mittelfeldspieler zurück in den Bremer Schoß holen – und zwar schon im Winter. Erst leihweise, später vielleicht als Kauf. Ein Geheimtreffen des Clubs mit dem Spieler soll es schon gegeben haben.

Beim VfL Wolfsburg formulierte Manager Klaus Allofs gestern ein paar Sätze, die nicht glauben lassen, dass viel Wahrscheinlichkeit in dieser Geschichte steckt. Einen Hunt-Wechsel sehe er „nicht als Option. Ich möchte im Winter keinen Spieler abgeben“, sagte er. Mit Hunt selbst habe er auch nie über die Möglichkeit, den VfL nach nur einem halben Jahr wieder zu verlassen, gesprochen. Was aber nicht ausschließt, dass Allofs mit Gordon Stipic, dem Berater des 28-Jährigen, diverse Modelle durchdacht hat. Stipic, der nach Hunts Vertragsablauf bei Werder im Frühjahr den Wechsel nach Wolfsburg eingefädelt hatte, äußerte sich gestern nicht.

Dafür sprach in Bremen Sportdirektor Rouven Schröder und rückte das unter Fans angeregt diskutierte Thema zurück in die Gerüchteecke. „Wir nehmen zur Kenntnis, dass wir mit einem Spieler wie Aaron Hunt in Verbindung gebracht werden. Aber die Faktenlage ist auch klar“, erklärte Schröder und verwies damit auf folgende Widrigkeiten: Wolfsburg zahlt hohe Gehälter. Aaron Hunt mag hohe Gehälter (beim VfL soll er angeblich drei Millionen Euro pro Saison kassieren). Werder kann aus eigener Kraft keine hohen Gehälter mehr zahlen. Geschweige denn Ablösesummen oder üppige Leihgebühren. Weshalb es unmöglich erscheint, Club und Spieler tatsächlich wieder zusammenzubringen.

Schröder müsste folglich sagen, dass die Hunt-Spur ins Nichts führt. Macht es aber nicht. Er verweist stattdessen auf Allofs, der ihm diese Arbeit abgenommen habe: „Er hat sich ja klar geäußert.“ Und zwar gegen eine Hunt-Rückkehr nach Bremen.

Dass der Ex-Nationalspieler in Wolfsburg unglücklich ist, weil er zu selten zum Einsatz kommt (siehe die Nicht-Nominierung für Lille), kann Klaus Allofs übrigens „nicht verstehen. Ich finde, dass er eine gute Runde bei uns spielt.“ Hunt kommt bislang auf zehn Bundesliga-Partien für den VfL, stand dabei aber nur drei Mal in der Startelf und erzielte zwei Tore. Im DFB-Pokal bestritt er beide Spiele, in der Europa League vier.

In Bremen wird Aaron Hunt noch recht häufig gesichtet – logisch, hier lebt sein Sohn. Auch mit den Ex-Kollegen trifft er sich noch. Gerade vergangene Woche war das mal wieder der Fall, verrät Zlatko Junuzovic: „Wir waren mit einer größeren Gruppe unterwegs. Viele von uns haben noch einen guten Draht zu ihm.“ Und wohl niemand hätte etwas gegen eine Rückkehr des Werder-Eigengewächses (war 13 Jahre im Verein) einzuwenden. „Ich würde das sehr begrüßen, es würde Sinn machen“, meint Mittelfeldmann Junuzovic. Aber weder hat er mit Hunt darüber gesprochen noch hat er den rettenden Einfall, „wie die das finanziell regeln wollen“.

csa

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