Mit Glück zum goldenen Punkt

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Aaron Hunt rettet Werder ein 1:1 gegen Stuttgart

Bremen - von Björn Knips. Schlecht gespielt, aber gut analysiert: Der SV Werder ging gestern erfrischend ehrlich mit dem enttäuschenden 1:1 (0:0) im Heimspiel gegen den VfB Stuttgart um. „Der Punkt ist glücklich für uns“, gestand Trainer Robin Dutt, atmete tief durch und stellte zufrieden fest: „Dieser Punkt ist Gold wert.“

Denn durch das Unentschieden beträgt der Vorsprung auf Stuttgart weiterhin acht Punkte. Der Hamburger SV auf dem Relegationsplatz liegt nun sogar schon neun Zähler zurück, spielt allerdings heute noch gegen Nürnberg.

Die Bremer hatten gestern von Beginn an ein Problem – und das war der Ball. Den bekamen sie nämlich mehr als ihnen lieb war und viel häufiger als sonst. Denn die Gäste überließen ihnen gerne das Spielgerät. Es war eine gute Taktik vom neuen VfB-Coach Huub Stevens, der erst vor wenigen Tagen Thomas Schneider abgelöst hatte. Werder wirkte im Spielaufbau hilflos – und war deshalb gegen gut verteidigende Schwaben lange chancenlos. Sehr lange sogar. Erst in der 32. Minute wurden die 41 500 Zuschauer im ausverkauften Weserstadion mit einer echten Torchance verwöhnt, doch Franco Di Santo hämmerte die Hereingabe von Luca Caldirola über das Gehäuse.

Nun wachte auch der VfB auf. Konstantin Rausch vergab jedoch aus guter Schussposition kläglich (37.). Auch Martin Harnik machte es nicht besser – und seine Gelegenheit war eigentlich perfekt. Der Ex-Bremer durfte zum Strafstoß antreten, setzte die Kugel allerdings an den Außenpfosten (45.) und war später untröstlich: „Das ist eine Katastrophe, aus elf Metern muss man treffen.“

Immerhin ersparte Harnik damit dem Unparteiischen unangenehme Nachfragen. Denn Thorsten Kinhöfers Elfmeterpfiff war höchst umstritten gewesen, nachdem Werders Assani Lukimya den Ball bei einer Rettungsaktion aus kurzer Distanz vor dem eigenen Körper an die Hand bekommen hatte.

Lukimya macht den Weg frei

Immerhin gab es dadurch ein gutes Gesprächsthema für die Pause, denn über den Rest lohnte es sich nun wirklich nicht zu sprechen. Immerhin wurde nach dem Wechsel alles etwas anspruchsvoller. Ludovic Obranika hatte gleich eine gute Freistoßchance, schaffte aber nicht die Kopie aus dem Gladbach-Spiel, als er kurz vor Schluss Werders Ausgleich erzielt hatte. Auch Rechtsverteidiger Aleksandar Ignjovski hatte in der 53. Minute kein Schussglück.

Den Stuttgartern erging es ähnlich. Nach einem feinen Harnik-Solo landete der Ball nicht im, sondern auf dem Tor, weil der herbeigesprintete Lukimya das Spielgerät irgendwie noch von der Linie gekratzt hatte (54.). Die Bremer Erleichterung darüber hielt jedoch nur kurz, denn nur Sekunden später waren Werders Gegentorlos-Wochen vorbei: Nach einer hohen Hereingabe von Konstantin Rausch stand Georg Niedermeier plötzlich völlig frei vor Raphael Wolf, scheiterte erst per Kopf am Keeper, vollstreckte dann aber doch noch mit dem Fuß. Sebastian Prödl hatte den wegen einer Ecke nach vorne geeilten Innenverteidiger laufen lassen. „Da muss ich den Meter mitmachen“, gestand Prödl später.

Das erste Gegentor nach 408 Minuten zeigte Wirkung bei den Bremern. Plötzlich spielte nur noch der VfB und hätte durch Ibrahima Traore (60.) und vor allem Gotoku Sakai (67.) nachlegen müssen, doch der Japaner drosch die Kugel allein vor Wolf fast zu den VfB-Fans im Oberrang.

Die Quittung dafür gab es in der 79. Minute: Ein eigentlich schlecht geschossener Freistoß von Aaron Hunt fand den Weg durch die Mauer und damit auch zum 1:1 ins Tor. Dank Lukimya, der die nötige Lücke geschaffen hatte. „Das Tor gehört zur Hälfte ihm“, meinte Hunt – und VfB-Coach Stevens schimpfte: „Wenn du eine Mauer stellst, muss die geschlossen bleiben.“

Die Bilder vom Spiel

Werder Bremen - VfB Stuttgart 1:1

Die Noten der Spieler

Die Noten: Werder Bremen - Stuttgart

Für die Schwaben war das richtig bitter, denn damit blieben sie zum zehnten Mal in Folge ohne Sieg. Werder baute dagegen seine Serie auf nun fünf Partien ohne Niederlage aus. „Jetzt holen wir schon Punkte, wenn wir schlecht spielen“, frohlockte Dutt, während Prödl feststellte: „Wir sind erleichtert, aber nicht zufrieden. Am Freitag in Freiburg müssen wir eine andere Leistung zeigen, um dort zu bestehen.“

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