Debüt gegen Elfenbeinküste / „Ein besonderes Gefühl“ / Wiese noch immer „in Gedanken bei Robert“

Hunt der nächste Bremer Nationalspieler

Letzte Anweisungen von Bundestrainer Joachim Löw an Debütant Aaron Hunt von Werder Bremen.

Bremen (flü) · Es waren genau 79 Minuten und 18 Sekunden gespielt, als für Aaron Hunt eine neue Zeitrechnung begann. Werders Mittelfeldspieler wurde im Testspiel gegen die Elfenbeinküste eingewechselt und feierte damit sein Debüt in der deutschen Fußball-Nationalmannschaft.

„Ich habe mich natürlich gefreut, dass ich noch reingekommen bin“, sagte der 23-Jährige gestern, „auch wenn es ein Spiel unter besonderen Umständen war.“

Am Tag vor der Partie habe ihn Joachim Löw zur Seite genommen und ihm einen Einsatz gegen die Elfenbeinküste in Aussicht gestellt. „Der Bundestrainer hat mir gesagt, dass er sehr mit mir zufrieden ist, dass ich gut trainiert habe und dass er mich weiter beobachten wird“, erklärte der offensive Mittelfeldspieler. Hunt war für den Münchner Bastian Schweinsteiger gekommen, groß in Szene setzen konnte er sich in den wenigen Minuten auf dem Platz aber nicht mehr.

Doch das, so Hunt, war zweitrangig: „Ich wurde das erste Mal nominiert und habe gespielt. Das war wichtig für mich.“ Den Augenblick am Spielfeldrand kurz vor seiner Einwechslung habe er genossen. „Es war schon ein besonderes Gefühl, da an der Außenlinie zu stehen und zu wissen, jetzt machst du dein erstes A-Länderspiel“, berichtete Hunt.

Natürlich hat der Bremer jetzt Blut geleckt. „Ganz klar, jetzt möchte man nun mehr“, meinte der Offensivmann, „ich muss jetzt bei Werder dauerhaft meine Leistung bringen. Dann bleibe ich dabei.“

Und dann wird er sich auch als richtiger Nationalspieler fühlen. „Dafür müssen noch ein paar Einsätze dazukommen“, weiß der Bremer, der ein großes Ziel hat: „Jeder Fußball möchte mal eine WM spielen, ganz klar. Das ist auch bei mir so.“

Löw scheint mittelfristig mit einem starken Bremer Block zu planen. Gleich fünf Werder-Profis hatte der Bundestrainer eingeladen. Vier kamen gegen die Elfenbeinküste zum Einsatz. „Damit können wir sehr zufrieden sein“, sagte Werder-Sportchef Klaus Allofs: „Aaron wurde jetzt für seine Leistungen belohnt. Eine bessere Motivation für den weiteren Saisonverlauf kann es für ihn nicht geben.“

Während Hunt debütierte, Tim Wiese wie abgesprochen 45 Minuten zwischen den Pfosten stand, Per Mertesacker und Mesut Özil durchspielten, kam Marko Marin nicht zum Einsatz. Wieder einmal. Auch in den beiden vorangegangenen Partien gegen Russland und Finnland war der 20-Jährige Bremer leer ausgegangen. „Klar hatte ich gehofft, dass ich spiele. Ich bin ja noch der Jüngste. Irgendwann wird der Trainer nicht mehr an mir vorbeikommen“, lautete Marins Kampfansage.

Tim Wiese, der erstmals von Beginn an zwischen den Pfosten stand, hatte indes noch mit sich zu kämpfen. Der Tod seines Kollegen Robert Enke hat den 27-Jährigen tief getroffen. „Von daher werde ich diesen Lehrgang auch aus meinem Kopf streichen. Ich bin immer noch in Gedanken bei Robert und habe die ganzen Tage schlecht geschlafen“, sagte der Bremer Torwart.

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