Spezialprogramm soll ihm helfen / „Wenn mein Körper mitmacht, dann spiele ich auch“

Hunt kämpft um seine Karriere

Noch so ein Jahr mit vielen Verletzungen kann sich Mittelfeldspieler Aaron Hunt nicht leisten.

Werder-Bremen - Carsten SanderNORDERNEY n Es gibt Neuigkeiten von Aaron Hunt. Aber bitte nicht erschrecken: Es sind keine in der Art vergangener Trainingslager. Regelmäßig hieß es „Hunt verletzt“, „Hunt angeschlagen“, „Hunt abgereist“. Es war wie verhext. Doch diesmal ist alles anders – noch jedenfalls. Hunt ist gesund, Hunt ist fit, Hunt ist sogar allen anderen einen Schritt voraus. „Mir geht‘s gut. Ich habe weder Knie- noch Leistenprobleme“, sagt der 22-jährige Mittelfeldspieler.

Dass er derlei zu verkünden hat, ist bei ihm eine ausgesprochene Seltenheit. Denn die gesamte vergangene Saison war geprägt von jenen hartnäckigen Knie- und Leistenbeschwerden. Hunt: „Es ging mal rauf, mal runter – meistens aber runter.“ Oder in Zahlen ausgedrückt: 28 von 55 Pflichtspielen hat er bestritten, wurde dabei aber 13mal ein- und neunmal ausgewechselt.

Rauf und runter, rein und raus – damit muss Schluss sein, dachte sich Hunt und suchte nach Lösungen. Die Ärzte konnten ihm nicht helfen, „die haben bis heute keine genaue Diagnose gestellt“. Also mussten neue Ansätze gefunden werden. Und bitte: Hier ist einer. Eine Woche vor dem eigentlichen Trainingsbeginn bei Werder hat Aaron Hunt gemeinsam mit Bremens Fitnesstrainer Benjamin Kugel ein Sonderprogramm gestartet. „Der Gedanke war, früher anzufangen, um meine Gelenke und Muskeln auf die Beanspruchung vorzubereiten“, erklärt Hunt. Ergebnis: „Ich bin zufrieden. Nach den Einheiten fühle ich mich frisch.“

Gezielt wird an der hinteren Oberschenkelmuskulatur und dem Gesäßmuskel, die die Wurzel allen Übels sein sollen, gearbeitet. Prognosen, ob die Spezialpflege fruchtet, verbieten sich freilich nach nur drei Trainingstagen. Aber der Patient ist zuversichtlich, dass sich alles zum Guten fügt.

Muss es auch. Denn die anstehende Saison wird für Aaron Hunt eine ganz entscheidende. Sein Vertrag bei Werder läuft nur noch ein Jahr. Beide Seiten wollen erstmal abwarten, wie die Hinrunde verläuft, dann könne man sich über eine Verlängerung des Vertrages unterhalten, sagt Hunt. Er muss sich im neuen System mit zwei offensiven Mittelfeldspielern gegen starke Konkurrenz – bestehend aus Mesut Özil, Marko Marin, Daniel Jensen sowie eventuell Carlos Alberto und Tim Borowski – durchsetzen. Dass er das schafft, ist für ihn sonnenklar. „Wenn mein Körper mitmacht und ich fit bin, dann spiele ich auch“, verkündet er voller Selbstvertrauen. Und dass er fit sein wird, dafür tut Aaron Hunt im Moment alles.

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