Neuer Vertrag ist bereits unterschriftsreif / „Ich habe ausschließlich mit Werder verhandelt“

Hunt: „Ich verlängere bis 2014“

Mehr Werder geht kaum: Seit fast neun Jahren trägt Aaron Hunt das Trikot mit der Raute, und in diesen Tagen wird er seinen Vertrag bis 2014 verlängern.

Bremen - Von Björn Knips · Eigentlich sind es gerade ziemlich doofe Tage für Aaron Hunt. Am Sonntag verpasste der Werder-Profi wegen muskulärer Probleme den Bundesliga-Hit gegen Bayer Leverkusen, und morgen verhindert eine Gelbsperre Hunts Einsatz in der Europa League gegen Twente Enschede.

Trotzdem war der 23-Jährige gestern bestens gelaunt. Denn in Sachen Zukunft herrscht jetzt endlich Klarheit. „Ich werde meinen Vertrag bei Werder bis 2014 verlängern“, verriet Hunt und strahlte: „Ich bin total zufrieden. Ich wollte unbedingt in Bremen bleiben.“

Eine klasse Nachricht für Werder: Denn Hunt ist nicht irgendein Spieler, Hunt ist quasi ein Eigengewächs, eine Identifikationsfigur. Vor fast neun Jahren wechselte er als B-Jugendlicher vom Goslarer SC an die Weser. Gerne wird die Geschichte erzählt, dass er das Werder-Internat ganz schnell wieder verlassen wollte. Doch Hunt ist geblieben, wurde mit 17 Jahren Werders jüngster Bundesliga-Spieler. Nach einigen Höhen und Tiefen mit grandiosen Auftritten, aber eben auch vielen Verletzungen und Ärger im Privatleben startete das große Talent in dieser Saison richtig durch – sogar bis zu Joachim Löw in die Nationalmannschaft.

Im Sommer wäre sein alter Kontrakt bei Werder ausgelaufen. In solchen Fällen wird’s in der Gerüchteküche dann richtig heiß. Erst wurde der TSG 1899 Hoffenheim Interesse an Hunt nachgesagt, dann dem VfL Wolfsburg. Clubs aus der Premier League sollen ebenfalls auf der Hunt-Jagd gewesen sein, weil der Mittelfeldspieler Sohn einer Engländerin ist. Doch wie schon in Sachen Nationalmannschaft hat sich der 23-Jährige für Deutschland entschieden. „Mein Berater hat mir zwar ganz lose vom Interesse anderer Clubs berichtet, aber ich habe ausschließlich mit Werder verhandelt“, erklärte Hunt. In Bremen fühlt er sich einfach wohl und bei Trainer Thomas Schaaf gut aufgehoben. Der hatte immer wieder auf den Techniker gesetzt, ihn nach Verletzungen gerne schnell ins kalte Wasser geworfen. Hunt gilt als Lieblingsschüler von Schaaf. Doch seine Lehre scheint mit dem neuen Vertrag abgeschlossen. „Ich will ein Führungsspieler sein“, stellte Hunt klar. Er hat sich richtig viel vorgenommen: „Ich wäre nicht in Bremen geblieben, wenn ich Werder nicht zutrauen würde, in den nächsten Jahren Meister zu werden. Dieser Titel ist mein großes Ziel.“

Einigung mit seinem Club wurde schnell erzielt. Erst vor einer Woche hatte Hunt berichtet, „dass Werder mir ein konkretes Angebot gemacht hat“. Ein offenbar sehr gutes, denn der Vertrag liegt bereits von beiden Seiten abgesegnet unterschriftsreif im Büro von Werder-Boss Klaus Allofs. Hunt darf sich über eine satte Gehaltserhöhung freuen und sich mit einem geschätzten Jahressalär von 2,6 Millionen Euro zumindest zum Dunstkreis der Topverdiener bei Werder zählen. Am liebsten würde er sofort seinen Hunt unter den Vertrag setzen, doch da muss er sich noch etwas gedulden. Denn sein Berater Karlheinz Förster ist noch beruflich in Frankreich unterwegs. „Aber diese Woche wird er nach Bremen kommen, und dann machen wir alles klar“, versprach Hunt.

So schnell würden sich die Werder-Fans das auch bei Mesut Özil wünschen. Dessen Kontrakt läuft zwar noch bis 2011, doch ohne eine Verlängerung gilt ein Verkauf in diesem Sommer als sehr wahrscheinlich. Es ist kein Geheimnis, dass Hunt und Özil gut befreundet sind. Da könnte doch die Entscheidung des einen dem anderen durchaus einen Ruck geben. „Es wäre schön, wenn meine Geschichte Signalwirkung für Mesut hätte. Denn ich würde mich sehr freuen, wenn er in Bremen bleibt“, meinte Hunt. Gemeinsam mit Özil hatte er in der Hinrunde die Bundesliga verzaubert. Nun schwächelt Özil, und Hunt ist verletzt. Doch zumindest Letzteres hat sich offenbar schon erledigt. Nach seinen muskulären Problemen will Hunt heute wieder ins Mannschaftstraining einsteigen und am Samstag in Mainz auflaufen. Es wäre sein 100. Bundesliga-Spiel für Werder – wie passend nach einer Vertragsverlängerung bis 2014.

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