Bremer Profis feiern den 2:0-Derbysieg über den HSV mit langer Partynacht

„Hunt im Glück“ sorgt bei Werder für gute Laune

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Werder verkehrt! Statt sich auf Schultern tragen zu lassen, muss Torschütze Aaron Hunt nach der Führung Eljero Elia Huckepack nehmen. ·

Bremen - Der Abpfiff war der Anpfiff: Nach dem 2:0 (0:0) über den Hamburger SV starteten die Profis von Werder Bremen zur langen Party-Nacht durch. Erst wurde – wie immer nach süßen Siegen im Nordderby – im Stadion mit den euphorisierten Fans gefeiert, dann ging es weiter ins „La Viva“.

In der Bremer Diskothek gaben die Neuverpflichtungen ihren Einstand. Und es hätte keinen besseren Zeitpunkt für den Teamabend geben können. Denn Werder – das war am Samstag eine Versammlung der Gutgelaunten. Und mittendrin ein „Hunt im Glück“.

Als solcher durfte, ja musste sich Aaron Hunt fühlen, als Schiedsrichter Knut Kircher in der 51. Minute zum zweiten Mal in diesem 97. Nordderby auf den Elfmeterpunkt zeigte. Nach dem ersten Mal kurz vor der Halbzeitpause hatte Hunt verschossen, beim zweiten Mal nicht mehr. Er traf, brachte überlegene Bremer damit endgültig in die Erfolgsspur und gewann in diesem Moment der extremen nervlichen Anspannung vielleicht viel mehr als nur eine Partie. Ausgerechnet der sonst eher verbal-rustikale Marko Arnautovic fasste feinfühlig zusammen: „Nach dem ersten Fehlschuss musste Aaron die Herzen der Fans zurück-erobern. Und das hat er sensationell gemacht. Ich ziehe den Hut vor ihm.“

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Dabei hätte Arnautovic selbst auch gerne geschossen. Der Österreicher schnappte sich sofort den Ball, eigenmächtig und ohne Legitimation durch Trainer Thomas Schaaf. Dessen Rangfolge sieht vor, dass nach Hunt Zlatko Junuzovic und Kevin De Bruyne als alternative Schützen an der Reihe sind. Arnautovic steht nicht auf der Liste – deshalb musste er den Ball wieder hergeben. Eljero Elia entriss ihm die Kugel, Sokratis reichte sie an Hunt weiter. Klarer Auftrag der Kollegen: Mach den jetzt rein!

97. Nordderby: Werder gegen den HSV

97. Nordderby: Werder Bremen gegen Hamburger SV

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„Ich sollte nicht nur schießen, ich wollte auch“, meinte Hunt später, gab aber auch zu: „Die anderen haben mich zusätzlich ermuntert.“ Gewissermaßen zum Glück gezwungen.

Schaaf war nach der Mehrheitsentscheidung pro Hunt „begeistert, dass die Mannschaft das so unter sich geregelt hat“. Geschäftsführer Klaus Allofs sah in Hunts Courage „ein Signal, dass er bereit ist, Verantwortung zu übernehmen.“ Und eine „Schlüsselszene“ auf dem zugewiesenen Weg zum Führungsspieler: „Man muss halt nicht nur reden, sondern dann auch machen. Es war ein großes Spiel von Aaron.“

Auf jeden Fall war der zweite Elfmeter die Schlüsselszene des Derbys, das Werder beherrscht, aber erst nach 67 Minuten tatsächlich entschieden hatte. Nils Petersen traf zum 2:0 – die Vorlage hatte ebenfalls Hunt geliefert. Und der mittlerweile dienstälteste Werder-Profi (seit 2004 im Kader) ging mit einem großen Gefühl der Erleichterung in die Partynacht und den trainingsfreien Sonntag: „Wir wollten unbedingt den Fehlstart vermeiden. Das haben wir geschafft.“ Und anschließend lange gefeiert. · csa

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