23-Jähriger lässt Özil schnell vergessen / Lob von Schaaf und Allofs / Frings’ Seitenhieb

Hunt glänzt als Spielmacher

Starke Vorstellung als Regisseur gegen Genua: Werders Aaron Hunt..

Von Arne Flügge (Eig. Ber.) · Die Zweifel, ob Werder auch ohne Mesut Özil in der Champions-League-Qualifikation bestehen kann, wischten die Bremer am Mittwochabend eindrucksvoll vom Tisch. 3:1 (0:0) hieß es am Ende eines beeindruckenden Spiels gegen den italienischen Erstligisten Sampdoria Genua – Werder steht mit einem Bein in der Königsklasse.

Ein Verdienst auch von Aaron Hunt. Der Mittelfeldspieler übernahm die zentrale Özil-Position hinter den Spitzen und ließ den Neu-Madrilenen mit einer Klasseleistung fast schon in Vergessenheit geraten.

„Es wird sicher noch Spiele geben, in denen wir Mesut mit seiner Schnelligkeit, seinen tödlichen Pässen und seinen Ideen vermissen werden, doch gegen Genua habe ich ihn nicht vermisst, weil wir sehr gut gespielt haben“, sagte Werder-Sportchef Klaus Allofs.

Allen voran Hunt. Der 23-Jährige war giftig, überall zu finden und bemüht, das Spiel von der ersten Minute an sich zu reißen. Dafür gab’s ein Sonderlob vom Trainer. „Aaron hat schon in den letzten Jahren bewiesen, dass er herausragende Fähigkeiten hat. Ich freue mich, dass er es so realisiert hat“, strahlte Thomas Schaaf – und zog unter das Thema Özil einen endgültigen Schlussstrich: „Bei uns ersetzt keiner den anderen. Jeder bringt sich mit seinen eigenen Qualitäten ein – Basta!“

Seine Mannschaft jedenfalls hatte eindrucksvoll unter Beweis gestellt, dass sie auch ohne Özil zu großen Taten fähig ist. „Alle waren seit Tagen auf das Spiel konzentriert. Der Einzige, bei dem es nicht mehr so war, war Mesut“, konnte sich Kapitän Torsten Frings einen Seitenhieb in Richtung Nationalspieler nicht verkneifen. Und Aaron Hunt fügte hinzu: „Wichtig war, dass uns das Thema als Mannschaft nicht weiter beschäftigt und schon in den letzten Wochen kaltgelassen hat. Ich glaube nicht, dass wir unsere Ziele jetzt verändern müssen, bloß weil uns eine Person verlassen hat. Das wäre ein bisschen zu einfach.“

Ohnehin, so fand Allofs, sei der Weggang von Özil kein Drama für Werder. „Er war hier nicht der Dreh- und Angelpunkt, der alles gemacht hat, nicht die allein spielbestimmende Persönlichkeit. Diese Bedeutung hat er nicht gehabt. So weit war er noch nicht“, erklärte der Werder-Boss, der diese Bemerkung aber „keineswegs als Nachtreten gegen Mesut“ verstanden wissen wollte: „Wir haben viele gute Mittelfeldspieler. Darum haben wir die Partie auch gewonnen.“ Der 53-Jährige meinte damit in erster Linie Aaron Hunt: „Er musste uns nicht beweisen, wie gut er das spielen kann. Das wissen wir. Aaron hat es aber trotzdem getan. Er hat eine große Qualität.“

Trotz des Lobes blieb Hunt aber auf dem Teppich. „Ich wusste, dass ich die Position spielen kann und denke, ich habe auch meinen Teil zum Erfolg beigetragen. Doch ich kann das ganz gut einordnen. Wenn wir verloren hätten, hätten alle geschrieben: Ohne Mesut geht es nicht – so ist es jetzt halt anders herum.“

Und so soll’s auch künftig bleiben. Allofs hat jedenfalls vollstes Vertrauen in den Nationalspieler und bekräftigte nochmals, jetzt keinen weiteren offensiven Mittelfeldspieler kaufen zu wollen.

Grusel-Shots und erster Abschied: Der achte Dschungel-Tag in Bildern

Grusel-Shots und erster Abschied: Der achte Dschungel-Tag in Bildern

DHB-Team bei WM als Gruppensieger in K.o.-Runde

DHB-Team bei WM als Gruppensieger in K.o.-Runde

Amtseinführung von Donald Trump: Die Fotos vom Kapitol

Amtseinführung von Donald Trump: Die Fotos vom Kapitol

Werder-Abschlusstraining am Freitag

Werder-Abschlusstraining am Freitag

Meistgelesene Artikel

Gnabry und Eilers für "Tor des Jahres" nominiert

Gnabry und Eilers für "Tor des Jahres" nominiert

Kleinheisler wechselt nach Budapest

Kleinheisler wechselt nach Budapest

BVB mit Personalproblemen gegen Werder

BVB mit Personalproblemen gegen Werder

Bereit für Dortmund

Bereit für Dortmund

Kommentare