Für HSV-Jungstar Michael Gregoritsch wird das Derby zum großen Wiedersehen

Werder pflastert seinen Weg

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Ob Graz, Kapfenberg, Hoffenheim oder St. Pauli – überall hat Michael Gregoritsch spätere Werder-Profis getroffen. Diese Anhäufung sei „schon lustig“, sagt er.

Bremen/Hamburg - Für Michael Gregoritsch wird es das erste Nordderby sein. Logisch, denn der 21 Jahre alte Profi des Hamburger SV ist noch ganz frisch in der Bundesliga, kam erst zu Saisonbeginn vom VfL Bochum zum HSV.

Doch wenn am Samstag, 15.30 Uhr, im Weserstadion das 103. Nordderby steigt, hat der Österreicher schon einen Sonderplatz in der Historie des Duells sicher. Denn Gregoritsch ist wohl der Nordderby-Newcomer mit den meisten Freunden und Weggefährten im Team des Gegners. Ohne jemals für die andere Seite gespielt zu haben, versteht sich. Fünf Bremer sind es, die dem Stürmer auf fünf unterschiedlichen Stationen begegnet sind. Gregoritsch, der heimliche Werder-Experte im HSV-Dress? „Das würde ich jetzt nicht sagen“, lacht er, „aber es ist schon lustig, fünf Bremer persönlich zu kennen.“ Namentlich sind es Zlatko Junuzovic, Raphael Wolf, Jannik Vestergaard, Fin Bartels und Florian Grillitsch, die Gregoritsch in Graz, in Kapfenberg, bei 1899 Hoffenheim, dem FC St. Pauli und in der österreichischen U21-Auswahl kennengelernt hat.

Die Club-Vielfalt zeigt schon, dass Gregoritsch bisher viel unterwegs war. Und das mit erst 21 Jahren. Aber er hat auch früh angefangen. Den ersten Einsatz in der österreichischen Bundesliga hatte er vier Tage vor seinem 16. Geburtstag. Zu dem Zeitpunkt hatte er Zlatko Junuzovic schon kennengelernt. Den anderen, späteren Werder-Profis lief er nach und nach über den Weg.

Es war in Graz
Gregoritsch war noch ein Steppke, bewunderte als Jugendspieler Zlatko Junuzovic. Der war von Gregoritsch sen., damals noch Jugendleiter, zum Grazer AK geholt worden und avancierte bei den Profis langsam zur großen Nummer. Noch heute dient er als Vorbild. Gregoritsch: „Zladdy ist schon ein Paradebeispiel eines Österreichers, der sich in Deutschland durchgesetzt hat. Wir haben immer wieder mal Kontakt.“ Junuzovic bestätigt: „Wir kennen uns sehr gut. Es ist kurios, dass wir uns jetzt im Nordderby wiedertreffen.“

Es war in Kapfenberg
Papa Gregoritsch wurde Chefcoach beim Kapfenberger SV, Sohn Michael folgte ihm. In einem Spiel gegen Austria Wien verhalf der Vater dem Nachwuchs dann zum ersten Erstliga-Einsatz – vier Tage vor dessen 16. Geburtstag. Mit der zweiten Ballberührung wurde Michael zum jüngsten Torschützen der Liga-Geschichte. Und im Tor des Kapfenberger SV bejubelte Raphael Wolf den jungen Torschützen. „Zu ihm habe ich häufig Kontakt“, meint Gregoritsch.

Es war bei Hoffenheim
Die Zeit nach Kapfenberg, die erste Deutschland-Station. Gregoritsch stand bei 1899 Hoffenheim zwar unter Vertrag, durfte in einem Jahr (2012/2013) aber nur mit den Profis trainieren, nicht spielen. Jannik Vestergaard war der Teamkollege und Trainingspartner.

Es war auf St. Pauli
Eine Ausleihe. Weg aus Hoffenheim, rein in die zweite Liga zum FC St. Pauli. Hier erzielte Gregoritsch sein erstes Deutschland-Tor. Vorlagengeber beim 2:0 über Erzgebirge Aue: Fin Bartels. „Das ist eine Super-Erinnerung. Finni und ich sind alleine auf den Torwart zugelaufen, er hat den Ball quergelegt, ich habe eingeschoben. Für diese Vorlage bin ich ihm heute noch dankbar, das war schon top“, sagt Gregoritsch.

Es ist in der U21
Bemerkenswerte 24 Einsätze hat Gregoritsch schon in der österreichischen U21 absolviert, dabei 20 Tore geschossen. Seit kurzem ist Florian Grillitsch der Teamkollege. Der Bremer über den Hamburger: „Wir kennen uns noch nicht so gut. Aber Michael ist ein cooler Typ.“ Der in der U21 einmal mehr auf seinen Vater trifft. Papa Werner ist mittlerweile der Coach des ÖFB-Nachwuchses. „Früher“, sagt der Junior, „war es nicht immer leicht, unter ihm zu trainieren. Aber mittlerweile habe ich ein ganz gutes Standing bei ihm.“

Gregoritsch träumt – wie sicherlich auch Grillitsch –, über die U21 den Sprung ins A-Nationalteam und zur EM 2016 zu schaffen: „Die Hoffnung ist sehr groß. Wer hat schon mit 21 die Chance, eine EM zu spielen und so im Fokus zu stehen? Ich werde alles dafür geben.“

Zur Person
Michael Gregoritsch ist so etwas wie der Senkrechtstarter im Team des HSV. Zu Saisonbeginn wechselte er für drei Millionen Euro Ablöse vom VfL Bochum nach Hamburg. Von den 13 Liga-Spielen verpasste er nur eins, erzielte bisher zwei Treffer, gab eine Torvorlage. „Es könnten gerne noch mehr sein“, sagt der 21-Jährige, der in Trainer Bruno Labbadia einen Förderer gefunden hat. „Michael verfügt noch über großes Entwicklungspotenzial. Wir wollen ihn noch robuster machen, an seiner Rückwärtsbewegung mit ihm arbeiten. Seine Stärken liegen ganz klar im Abschluss, er hat eine sehr gute Schusstechnik. Und er ist selbstkritisch, das ist eine sehr gute Voraussetzung“, urteilt der Coach über den jungen Österreicher.

csa/mr

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