HSV-Ikone fordert von Öztunali im Nordderby „volle Pulle“ / Treffen mit Bremer Freunden

Seeler: „Keinerlei Verbote“ für seinen Werder-Enkel

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Uwe Seeler freut sich auf das Nordderby, wenngleich ihn der Tod der Werder-Legende Arnold „Pico“ Schütz geschockt hat.

Hamburg/Bremen - Wenn Uwe Seeler morgen im Weserstadion auf der Tribüne das 102. Nordderby verfolgt, dann schlägt sein Herz ausnahmsweise auch ein bisschen für den SV Werder: Sein Enkel Levin Öztunali trägt in dieser Saison grün-weiß. Aber nicht nur deshalb ist für die Ikone des Hamburger SV das Spiel in Bremen ein ganz besonderes. Warum, das erklärt der 78-Jährige im Interview.

Herr Seeler, freuen Sie sich schon aufs Nordderby?

Uwe Seeler: Natürlich. Aber diesmal ist die Freude wegen „Pico“ Schütz gedämpft. Sein Tod war ein Schock für mich, wir sind jahrzehntelang befreundet.

Und das, obwohl Sie und Arnold „Pico“ Schütz auf dem Platz als ewiger Hamburger und ewiger Bremer stets Gegner waren.

Seeler: Es stimmt, er hat mir nichts geschenkt. Aber „Pico“ war immer ein aufrichtiger, ehrlicher Kerl – eine echte Bremer Seele. Deswegen tut sein Tod auch so weh. Umso mehr freue ich mich, am Sonntag schon vor dem Spiel beim Mittag-essen viele andere große Bremer wie Max Lorenz und Horst-Dieter Höttges zu treffen. Da werden wir viel schnacken – Themen gibt es ja genug.

Zum Beispiel das Chaos beim Hamburger SV – mit dem vierten Trainer in der Saison. Was halten Sie von der Verpflichtung von Bruno Labbadia?

Seeler: Es ist so viel in dieser Saison passiert, dass muss ich erst einmal verarbeiten. Aber zuletzt gab es wenig Ermutigendes – und die Lage ist sehr, sehr ernst. Vielleicht musste man da handeln. Ich kann ja leider nicht mehr helfen, ich kann nur noch die Daumen drücken.

Tut es da als HSV-Idol nicht weh, dass Werder mal wieder besser dasteht und sich unten rausgekämpft hat?

Seeler: Nein. Mir tut jetzt nur mein HSV weh – und wenn der HSV absteigt, dann wäre das für den Verein und für die Stadt eine Katastrophe.

Und ausgerechnet Ihr Enkel Levin Öztunali könnte dazu morgen im Werder-Trikot beitragen. Haben Sie schon mit ihm gesprochen?

Seeler: Wir haben diese Woche geschnackt, aber nur kurz: Ich wollte ihn gerade vor diesem Spiel nicht zu sehr ablenken. Ich kann nur sagen: Von mir gibt es keinerlei Verbote. Levin muss volle Pulle gehen, er muss sein Spiel machen – so ist das nun mal im Fußball.

Wie schwierig ist es für Levin als Enkel des großen Uwe Seeler?

Seeler: Das weiß ich nicht, aber er kann es doch sowieso nur alleine schaffen. Er ist ein junger Kerl, der noch viel lernen muss. Gebt ihm in Bremen Zeit, denn er ist ein guter Junge.

Gerade bei diesem Nordderby im Kampf um den Klassenerhalt werden Auseinandersetzungen der Fans befürchtet. Machen Sie sich Sorgen?

Seeler: Ich kann diese Fans einfach nicht verstehen. Fußball ist ein Spiel, deswegen muss man sich doch nicht anfeinden und prügeln. Wir haben uns früher auf dem Platz ordentlich mit den Bremern gefetzt, aber nach dem Spiel war alles vergessen – und inzwischen sind wir längst beste Freunde.

Wie lautet Ihr Tipp fürs Nordderby?

Seeler: Ich tippe nicht mehr, denn ich habe einfach zu oft daneben gelegen. Ich hoffe nur, dass der HSV gewinnt und in der Bundesliga bleibt. Ohne Nordderby würde der Liga die Würze fehlen.

kni

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