Holt Lemke jetzt Mr. Nobody?

Beobachter des Abschlusstrainings gestern und Sportdirektor der Zukunft? Immer mehr deutet darauf hin, dass Frank Baumann bei Werder Bremen in verantwortliche Position rücken wird.

Bremen - Heute Vormittag trifft sich der Aufsichtsrat. Die konstituierende Sitzung steht an. Danach ist das vor zwei Wochen auf der Mitgliederversammlung gewählte oberste Gremium von Werder Bremen rechtlich handlungsfähig.

Aber es ist nicht davon auszugehen, dass der Rat gleich nach der ersten regulären Zusammenkunft einen Nachfolger für den zum VfL Wolfsburg abgewanderten Geschäftsführer und Sportchef Klaus Allofs präsentieren wird. Die Suche läuft noch, und sie hat bisher noch nichts Konkretes erbracht. Auch nicht die Absage von Dietmar Beiersdorfer.

Die „Bild“-Zeitung hatte gestern berichtet, der Sportdirektor von Zenit St. Petersburg habe den Bremern um den Aufsichtsratvorsitzenden Willi Lemke einen Korb gegeben. „Stimmt nicht“, dementierte Lemke bei Radio Bremen: „Wir haben mit mehreren Kandidaten gesprochen, bis heute hat uns niemand abgesagt.“

Das heißt jedoch nicht, dass Beiersdorfer noch im Rennen ist. Die Spur nach St. Petersburg ist nicht besonders heiß. Auf telefonische Nachfrage brachte Beiersdorfer gestern keine Klarheit ins Ungewisse, sondern nur das selbe Ergebnis wie vor wenigen Tagen. „Ich möchte dazu nichts sagen“, erklärte der 48-Jährige.

Willi Lemke skizzierte gestern eine ganz andere Möglichkeit. Eine, in der Beiersdorfer keine Rolle spielen

Teamplayer Baumann

würde. Lemke erinnerte daran, dass er 1981 als Quereinsteiger zum Fußball kam, und fragte: Wieso nicht wieder? Im Aufsichtsrat würden mehrere Modelle diskutiert – unter anderem dieses: „Wir überlegen: Wollen wir nach außen gehen, mal jemand mit neuen, kreativen, innovativen Ideen einbringen, der möglicherweise noch gar nicht im Fußball gearbeitet hat? Auch das ist eine spannende Geschichte, auch das halte ich für eine Möglichkeit“, sagte der 66-Jährige.

Also Mr. Nobody als Vorsitzender der Geschäftsführung – so hatte Werder es 1999 gemacht, als sich Willi Lemke aus dem operativen Geschäft zurückzog. Jürgen L. Born wurde der Nachrücker aus dem Nichts, der ohne ein Vorleben im Fußball. Und Klaus Allofs der Sportdirektor. Ohne einen Fußball-kompetenten Nebenmann würde es auch diesmal nicht gehen. Frank Baumann könnte der Name in diesen Planspielen sein – mit oder ohne Sitz in der Geschäftsführung. Denn der Ehrenspielführer hat die Rückendeckung vieler im Verein – und auch die Eigeneinschätzung des 37-Jährigen passt zur Konstellation mit „Mr. Nobody“. „Ich war noch nie einer, der Verantwortung gescheut hat, der aber auch nicht in der ersten Reihe stehen will. Ich bin ein Teamplayer“, sagte Baumann gestern am Rande des Abschlusstrainings vor dem Heimspiel gegen Fortuna Düsseldorf.

Dieses Spiel zu gewinnen, sei jetzt erstmal das Wichtigste, meinte Lemke und schoss mit Blick auf die dann folgende Partie beim VfL Wolfsburg (Samstag, 15.30 Uhr) noch einen Pfeil Richtung Klaus Allofs: „Noch schöner wäre es, wenn wir in Wolfsburg gewinnen. Dann, glaube ich, machen wir ein Fläschchen auf.“

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