Hoffenheims Trainer gibt Vollgas und hat sich beim Coaching sogar verletzt / Platz neun als „geheimes“ Ziel

Holger Stanislawski – der Erneuerer im Kraichgau

Er muss sich schonen – auch, wenn’s schwerfällt: Hoffenheims Trainer Holger Stanislawski hat sich beim Dirigieren an der Seitenlinie eine Armverletzung zugezogen. ·

Sinsheim · Die Verletzung ist selten wie ungewöhnlich. Einen fünf Zentimeter langen Riss des Schürzenbinder-Muskels unterhalb der Achselhöhle hat sich Holger Stanislawski zugezogen, weshalb der Trainer der TSG Hoffenheim zum einen auf der rechten Seite schlecht schlafen kann, zum anderen diesen Arm kaum heben kann.

Die Blessur hat sich der 41-Jährige im Spiel beim FC Augsburg zugezogen, allerdings nicht beim Torjubel, sondern beim Coaching. Alles halb so wild, erläutert „Stani“ mit einem Schmunzeln, er sei für das Heimspiel gegen Werder einsatzfähig. „Ich habe ja noch den anderen Arm, um zu dirigieren.“

Die Begebenheit sagt viel aus über Engagement und Eifer, mit dem Stanislawski im Kraichgau am Werk ist. „Ich arbeite mit vollem Einsatz“, sagt er, „das erwarte ich auch von meinen Spielern.“ Vier bis sechs Wochen wird es dauern, bis der gebürtige Hamburger wieder fit ist. Und damit der Vorfall keine Pechsträhne in Gang setzt, hat ihm bei einer Autogrammstunde in Mannheim ein Edelfan eine Streichholzschachtel mit St. Pauli-Emblem zugesteckt – als Glücksbringer. Noch ist ja nicht ganz klar, wo der zu Jahresanfang nach der Trennung von Ralf Rangnick in unruhiges Fahrwasser gelangte Retortenverein hinsteuern möchte.

Mäzen Dietmar Hopp, der seine opulente Bezuschussung sukzessive zurückschrauben möchte, hält dauerhaft einen Mittelfeldplatz für das realistische Ziel, Stanislawski und Manager Ernst Tanner möchten im Grunde schon diese Saison mehr: einen Platz unter den ersten Neun, Blickrichtung Europapokal, auch wenn das niemand explizit so formuliert. „Wir alle schulden hier Dietmar Hopp den größtmöglichen Erfolg. Er hat einzigartige Möglichkeiten geschaffen“, sagt Stanislawski beim Blick auf das moderne Trainingszentrum in Zuzenhausen. Hier kann vor allem Stanislawski schalten und walten, wie sich ein ehrgeiziger Fußballlehrer das vorstellt: beste Bedingungen, weitgehend abgeschirmt von der Öffentlichkeit. Im unverkennbar fordernden Tonfall treibt der Trainer seine Mannen an. Sein Credo: „Wenn ich merke, dass einer nicht mehr erfolgshungrig ist und sich mit seinem Millionengehalt zufrieden gibt, dann wird er bei mir wenig Chancen haben.“

„Druck aufbauen, keine Zeit geben“, schreit Stanislawski beim Trainingsspiel – und genauso geht es auch im Wettkampf zu. Bei den Siegen gegen Dortmund und Augsburg war schon gut zu beobachten, wie die forsche Spielweise Früchte trug – und erstaunlicherweise nimmt dabei ausgerechnet der kritisch beäugte Millionenmann Ryan Babel als vorderste Spitze neuerdings eine Schlüsselrolle ein. Dahinter hat sich Stanislawski für den fleißigen Fabian Johnson, den spielstarken Robert Firmino und den umtriebigen Chinedu Obasi entschieden, wobei dieses Quartett ständig die Positionen tauscht. Die extrem variable Ausrichtung verlangt höchste Laufleistungen, und dass die Hoffenheimer damit am zweiten Spieltag sogar den Meister in die Knie zwangen, ging wegen des Skandals um die ohrenbetäubende Beschallung der BVB-Fans fast komplett unter. · mab

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