Für Schoppenhauer ist es die Riesenchance, für Werder der absolute Notnagel

Ein Hoffnungsträger, der noch keiner sein soll

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Clemens Schoppenhauer

Werder-Bremen - DONAUESCHINGEN · Thomas Schaaf hat ihn berühmt gemacht – unfreiwillig. Und wirklich nett waren die Worte des Cheftrainers von Werder Bremen über Clemens Schoppenhauer auch nicht. Es sei fatal, mit Jungs wie Schoppenhauer oder Leon Balogun in die Saison zu gehen, hatte Schaaf unlängst bei seinem Kampf um die Verpflichtung eines erfahrenen Innenverteidigers geknurrt.

Schoppenhauer kann‘s verstehen. Der 19-Jährige fühlt sich auch nicht als Notnagel, sondern formuliert ein klares Ziel: „Ich möchte in die Bundesliga, das ist ein Kindheitstraum. Jetzt habe ich eine Riesenchance bekommen, und ich bin dabei, sie zu nutzen.“

Schoppenhauer ist selbstbewusst, aber zugleich auch realistisch. Das kann er trotz seines jungen Alters und seines bislang fehlenden Umgangs mit den Medien auch vor Mikros und schreibenden Journalisten klar äußern. „Natürlich ist die Situation leichter für mich, so lange noch kein neuer Innenverteidiger da ist“, sagt er im Trainingslager in Donaueschingen und zeigt großes Verständnis für die Äußerungen seines Trainers: „Ganz klar, ich kann noch nicht die Erfahrung aufbieten wie der Grieche.“ Gemeint ist Sokratis Papastathopoulos vom FC Genua, der aufgrund des vom Aufsichtsrat verhängten Transferstopps noch nicht verpflichtet werden konnte.

Trainingslager in Donaueschingen

Trainingslager in Donaueschingen

Natürlich hat sich das Kontrollgremium erkundigt, ob es nicht auch mit einem Schoppenhauer gehen könnte, bis die verletzten Per Mertesacker, Sebastian Prödl und Naldo wieder da sind. Schaafs Antwort ist bekannt, obwohl er eine hohe Meinung von Schoppenhauer hat und das Talent in den Vorbereitungsspielen regelmäßig bringt. Der 19-Jährige sei zwar ein Hoffnungsträger, bräuchte aber noch Zeit. Sportchef Klaus Allofs sieht‘s ähnlich: „Clemens wird seinen Weg gehen, aber aus seiner Positi-

on heraus ist es ein Riesenschritt, bei uns regelmäßig zu spielen.“

Schließlich war Schoppenhauer in der vergangenen Saison noch Kapitän der U 19. Er durfte zwar schon in der Dritten Liga ran, aber bei seinen 14 Einsätzen wurde der Rechtsfuß fünf Mal ein- und vier Mal ausgewechselt. Seine Leistungen in der Vorbereitung bei den Profis sind auch eher durchwachsen. „Fehler gehören dazu“, hält Schoppenhauer dagegen: „Man wächst mit den Aufgaben.“ Sorgen, dass er nun als Notlösung verbrannt wird, macht er sich nicht, denn „ich spüre das Vertrauen des Trainers und der Verantwortlichen“.

Nachvollziehbar: Denn Schoppenhauer, der aus Stotel bei Bremerhaven stammt, spielt seit der U 14 bei Werder. Das ist sein Club. Dort will er den Sprung schaffen: „Es ist ein Trend, dass immer mehr junge Spieler in die Bundesliga rutschen.“ Auch Innenverteidiger. Mit 19 Jahren schafften zum Beispiel Neven Subotic und Mats Hummels bei Borussia Dortmund den Durchbruch. Auch im eigenen Verein hat Schoppenhauer ein gutes Beispiel: Per Mertesacker. Der debütierte mit 19 bei Hannover 96 und ist jetzt richtig berühmt. · kni

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