Hoffenheims neuer Coach hat schließlich denselben Berater

Auch Nagelsmann weiß, wie Skripnik kickt

Zuzenhausen - Von Björn Knips. Welche Taktik Julian Nagelsmann für seine Rettungsaktion bei 1899 Hoffenheim bevorzugt, wollte der jüngste Bundesliga-Chefcoach aller Zeiten nicht verraten. Aber der 28-Jährige bewies gestern bei seinem ersten öffentlichen Auftritt, dass er auf jeden Fall sehr gut kontern kann.

„Wenn er mich taktisch schon entschlüsselt hat, dann hat er seine Arbeit sehr gut gemacht. Dann muss man ihn auch loben – keine Frage“, antwortete Nagelsmann mit einem verschmitzten Lächeln auf die Frage nach Viktor Skripnik. Der Coach des SV Werder Bremen hatte mit Blick auf das heutige Duell im Weserstadion behauptet, er wisse, „welche taktischen Dinge Julian auf dem Feld sehen will. Ich kenne ihn.“

Beide waren schließlich lange Jahre im Jugendbereich tätig – und sie haben denselben Berater: Marc Kosicke, der vor drei Jahren den Job als Werder-Geschäftsführer Sport und damit die Nachfolge von Klaus Allofs abgelehnt hatte. Inzwischen ist der 44-Jährige von Eltville am Rhein nach Bremen gezogen und lädt gerne mal seine Klienten (darunter auch Jürgen Klopp) zum gemeinsamen Fußballspiel mit anschließendem Essen ein. „Wir haben mal bei einer privaten Veranstaltung zusammen gekickt und uns kennengelernt“, berichtete Nagelsmann von einem Treffen mit Skripnik im letzten Jahr, betonte jedoch: „Wir haben aber jetzt keinen regen Austausch.“

Bei Huub Stevens sei das ganz anders. Der Niederländer habe ihn schon vor seinem freiwilligen Rückzug wegen Herzproblemen immer wieder in die Arbeit mit den Profis eingebunden. Sozusagen als Lehrmeister, denn der U19-Coach sollte den 62-Jährigen am Saisonende ohnehin beerben. Nun muss Nagelsmann wesentlich früher ran – und die Situation als Tabellen-17. könnte kaum schwieriger sein.

„Jeder sollte ein bisschen

Lausbub bleiben“

Doch der 28-Jährige gab sich gestern selbstbewusst: „Ich habe vor jeder Aufgabe, die mir im Leben gestellt wurde, Respekt gehabt, aber niemals Angst. Und ich hatte immer die Überzeugung, es zu schaffen – auch jetzt.“

Die Diskussion über sein Alter scheint ihn dabei zu amüsieren. Dass er Lausbub genannt würde, sei doch gut: „Jeder sollte in seinem Leben immer auch ein bisschen ein Lausbub bleiben.“ Den Spitznamen „Baby-Mourinho“, einst verpasst von Tim Wiese, als Nagelsmann 2012 zum jüngsten Bundesliga-Co-Trainer gemacht worden war, nimmt er mit Blick auf seinen einjährigen Jungen mit Humor: „Mein Sohn sieht schon noch etwas anders aus als ich…“

Nagelsmann beherrschte das Spiel mit den Medien gestern bereits ziemlich gut. Heute will er auch auf dem Platz punkten – und ist dabei guter Dinge: „Ich bin überzeugt von dieser Mannschaft.“ Diese habe bei seiner ersten Einheit am Donnerstag „befreit gewirkt“. Es gehe darum, „die Spieler im Kopf zu erreichen und ihnen Mut zuzusprechen, Blockaden zu lösen“. Sein Alter könnte dabei sogar ein Vorteil sein, „weil ich die Sprache der Spieler spreche“.

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