Hoffenheim-Verteidiger als Antwort auf 39 Gegentore / Schon Ersatz für Prödl?

Werder holt Vestergaard: Ein Riese für die Abwehrkrise

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Der Neue für die Bremer Viererkette: Jannik Vestergaard. Der 22-Jährige war bei 1899 Hoffenheim in eine sportliche Sackgasse geraten, nimmt nun bei Werder einen neuen Anlauf.

Bremen - Werder wird immer größer: Nach dem baumlangen Torwart Koen Casteels (1,97 Meter) holen sich die Bremer in Jannik Vestergaard den nächsten Riesen aus Hoffenheim. Der Innenverteidiger misst stolze 1,99 Meter und befindet sich bereits seit gestern in Bremen. Heute soll der 22-Jährige nach dem Medizincheck offiziell vorgestellt werden. Dem Vernehmen nach erhält Vestergaard einen Vertrag bis Sommer 2018 und kostet eine Ablösesumme von rund zwei Millionen Euro. Werder wollte sich dazu gestern Abend nicht äußern.

Der Transfer darf durchaus als Coup bezeichnet werden. „Jannik ist ein Riesentalent“, lobte einst Morten Olsen den Abwehrspieler und berief ihn später in die dänische Nationalmannschaft. Dort absolvierte Vestergaard zwei Spiele. In dieser Saison geriet seine Karriere dann ins Stocken. In Hoffenheim kam er nicht mehr an Ermin Bicakcic, Niklas Süle und Tobias Strobl vorbei – und in der Bundesliga-Hinrunde lediglich sechs Mal zum Einsatz. Das Verhältnis zu 1899-Coach Markus Gisdol gilt als beschädigt, deshalb darf Vestergaard nach 70 Bundesligaspielen für die Kraichgauer und trotz eines Vertrags bis 2016 jetzt wechseln.

In Bremen könnte der 22-Jährige sofort Sebastian Prödl ersetzen. Der Österreicher trainiert zwar nach seiner Knieverletzung seit gestern wieder in der Hansestadt (siehe unten), wird aber mindestens die ersten drei Rückrundenspiele verpassen. Vestergaard könnte auch ein Dauerersatz werden, denn bislang hat Prödl seinen im Sommer auslaufenden Vertrag mit Werder nicht verlängert. Der 27-Jährige zögert noch, prüft andere Angebote. Werder hat nun reagiert und Vestergaard verpflichtet. Der stand auch bei englischen Clubs hoch im Kurs, entschied sich aber für einen Verbleib in Deutschland.

Der Name Vestergaard ist sicherlich eine Überraschung aus Bremer Sicht – die Verpflichtung an sich nicht. Sportchef Thomas Eichin hatte mehrfach betont, dass er unbedingt noch einen Defensivspieler holen wollte. Nach 39 Gegentoren in der Hinrunde, so viele hatte kein anderes Team kassiert, war das auch eine Pflichtaufgabe. Vestergaard gilt als kompromissloser Innenverteidiger, der aufgrund seiner Körpergröße natürlich im Luftkampf seine Stärken hat. Ihm sind in der Vergangenheit allerdings auch immer wieder größere Fehler unterlaufen. Stellt er die in Bremen ab, kann er im Abstiegskampf für Werder eine echte Größe werden.

Möglich ist, dass die Bremer auf die neue Personallage in der Innenverteidigung reagieren und Luca Caldirola abgeben. An dem Italiener hatten zuletzt mehrere Clubs aus der SerieA Interesse gezeigt.

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