Hoffenheim-Held Arnautovic gibt ein Versprechen

„Weiter Vollgas“ statt„dumme Sachen“

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Hat richtig gut lachen: Für Marko Arnautovic läuft es bei Werder derzeit blendend.

Bremen -  Nein, nein, wiegelte Marko Arnautovic gestern Nachmittag ab. Die eingestickten Worte auf seiner schwarzen Wollmütze hätten nichts mit Werder oder seinem zukünftigen Status beim Bremer Bundesligisten zu tun.

„Das ist einfach eine Firma, die Caps und so etwas herstellt“, erklärte der Österreicher. Wobei: Wenn er so weitermacht wie in Hoffenheim, als er beim 4:1 drei Mal traf, wäre der Mützen-Slogan „New era“ (neue Ära) gar nicht so unpassend. Dann kann der 23-Jährige, vor gar nicht allzu langer Zeit noch als enfant terrible verschrieen, ein ganz wichtiger Mann für Werder werden. Gestern sprach Arnautovic über . . .

sein Versprechen

Nach seinem fatalen Fehlschuss im Länderspiel gegen Deutschland (1:2) und einer weiteren vergebenen Riesenchance in Hannover (2:3) hatte der Österreicher Mitte September angekündigt: „Wenn das Glück zurückkommt, wird es schrecklich für den Gegner.“ Immerhin hat er danach zwei Mal getroffen. So richtig explodiert ist er aber erst in Hoffenheim. Für die TSG war er tatsächlich ein Schreckgespenst.

Arnautovic: „Ich hoffe, dass es so weitergeht (grinst). Aber natürlich kann ich es nicht vorhersehen. Ich kann nur hart arbeiten und Vollgas geben, um weiterhin solche Leistungen zu zeigen.“

die Erwartungen

Nach der Drei-Tore-Gala ist er medial abgefeiert worden. Der eine oder Mitspieler forderte solche Auftritte dagegen noch viel öfter ein – und äußerte mit einem Augenzwinkern die Befürchtung, Arnautovic könne nun ein wenig abheben.

Arnautovic: „Wenn man drei Tore in einem Spiel schießt, kommen alle und versuchen, dich hochzujubeln. Ich weiß, wie ich damit umgehen muss und wie ich die Kontrolle behalte. Ich werde sicher nicht zu euphorisch. Ich habe in dieser Saison schon öfter gute Leistungen abgerufen und bin nicht abgehoben. In meinem ersten Jahr in Bremen ging es vielleicht mal ein bisschen in die Richtung, nach meinen beiden Toren gegen Köln kamen danach nicht mehr so gute Leistungen. Prinzipiell bin ich aber nicht der Typ, der abhebt. Denn wenn man das tut, passieren einem Fehler im Spiel. Ich werde auf dem Boden bleiben und versuchen, weiter so zu spielen wie in Hoffenheim. Als offensiver Spieler werde ich an Toren und Vorlagen gemessen. Und die Leute erwarten, dass ich eine Konstanz reinkriege – das will ich versuchen.“

seine Hinrunde

Fünf Tore und vier Vorlagen – so effektiv war der 23-Jährige bei Werder noch nie. Im ersten Jahr gelangen ihm in der Bundesliga insgesamt drei Treffer und drei Assists – im zweiten immerhin sechs Tore, aber keine einzige „Auflage“, wie die Österreicher Vorarbeiten gerne nennen.

Arnautovic: „Ob es die beste Hinrunde meiner Karriere ist, weiß ich nicht – aber es ist die beste bei Werder. Bisher, denn sie ist ja noch nicht vorbei. Ich will noch mehr erreichen.“

seine Wandlung

Es gab Zeiten, da sprang Arnautovic in schöner Regelmäßigkeit mit Anlauf ins Fettnäpfchen. Ein Aufreger hier, ein Skandälchen dort. Er sorgte abseits des Platzes für deutlich mehr Aufsehen als auf dem Feld. Nun ist er verheiratet, hat Tochter Emilia (viereinhalb Monate) – und schreibt fast nur noch als Fußballer Schlagzeilen, zuletzt vor allem positive.

Arnautovic: „Meine Tochter hat viel Ruhe in mein Leben gebracht, ich habe jetzt als Familienvater viel Verantwortung. Wenn man diese Verantwortung nicht hat, ist man ein freier Mensch und kann Dinge machen, die man als Vater nicht macht. Ich werde weiter in mir ruhen. Früher war ich immer der Lauteste auf dem Platz, das sieht man jetzt nicht mehr von mir. Ich muss nicht mehr alles kommentieren. Und: Ich mache keine dummen Sachen mehr, produziere keine Skandale – das gehört der Vergangeneheit an. Ich will so weitermachen wie im Moment.“

seinen Kumpel Elia

Bei Rechtsaußen Arnautovic läuft’s derzeit wie geschmiert, bei Linksaußen Eljero Elia (kein Bundesligator, zwei Vorlagen) hingegen nicht. Die Flügelzange, die die beiden einst bei Twente Enschede bildeten, greift in Bremen noch nicht. Doch Arnautovic glaubt, dass auch bei seinem niederländischen Kumpel bald der Knoten platzt.

Arnautovic: „Eljero ist ein Weltklasse-Spieler, das weiß doch jeder. Aber er hat bei Juventus fast ein Jahr lang gar nicht gespielt. Man erwartet sehr viel von ihm – auch, weil er viel Geld gekostet hat (Werder zahlte 5,5 Millionen Euro Ablöse, Anm. d. Red.). Aber seine Wandlung wird kommen. Dann wird es sehr schwer für den Gegner – und dann hat hier jeder viel Spaß an ihm.“

die nächste Aufgabe

Am Samstag (18.30 Uhr) tritt Werder beim Tabellenfünften Eintracht Frankfurt an, es ist das zweite Auswärtsspiel hintereinander.

Arnautovic: „Frankfurt hat eine gute Mannschaft, es wird bestimmt nicht einfach. Aber wir haben auch auswärts schon öfter starke Spiele gezeigt. Eine Punktzahl, die wir bis zur Winterpause holen müssen, mag ich nicht nennen. Aber: Es ist sehr viel drin.“  mr

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