Hoffenheim-Coach Gisdol erklärt nach 1:1 die Bremer Besonderheiten

Die nimmermüden Kämpfer und ihr geiles Publikum

+
Das ist Bremen! Werder-Profis und Fans feiern gemeinsam den Ausgleich von Alejandro Galvez und starten danach einen wahren Sturmlauf gegen Hoffenheim – allerdings ohne Happy End.

Bremen - Markus Gisdol hatte eigentlich allen Grund, sich aufzuregen. Seine Hoffenheimer waren in Bremen nach klarer Überlegenheit inklusiver 1:0-Führung nur mit Glück mit einem 1:1 davongekommen. Doch der 1899-Coach ärgerte sich nicht, er war sogar zufrieden – und das lag am Gegner. Gisdol hob Werder in den Stand der besonderen Bundesligisten mit einem besonderen Publikum. Da sei ein Punktgewinn alles andere als schlecht.

„Hier ist es unglaublich schwer zu spielen“, betonte Gisdol auf der Pressekonferenz. Okay, so etwas sagen Trainer gerne einmal nach einer schwierigen Auswärtspartie. Doch auf Nachfrage geriet Gisdol regelrecht ins Schwärmen. „Hier ist unheimlich viel Körperlichkeit und Wucht im Spiel. Und es braucht nur einen kleinen Auslöser, dann ist das Publikum sofort da und verleiht der Mannschaft Flügel. Und die ist es gewohnt, sich davon tragen zu lassen. Dann ist es sehr schwer, dagegen zu halten und kühlen Kopf zu bewahren“, erklärte der 45-Jährige und war damit längst noch nicht fertig: „Standardsituationen sind hier brutal. Da wünschst du dir manchmal eine Leiter, damit du mit in die obere Etage kommst.“

Neben Gisdol saß Robin Dutt – und der Werder-Coach hörte genüsslich zu. Sein Plan geht auf. Mangels Klasse im Kader setzt der 49-Jährige wie schon in der Vorsaison voll auf Kampfkraft, Teamgeist und die spielstandsunabhängige Unterstützung des Publikums. Wie ein Irrwisch tobte er gegen Hoffenheim am Spielfeldrand und scheuchte Spieler wie Fans gleichermaßen auf, sich am Bremer Sturmlauf zu beteiligen. Und so berannten fast 40000 das Hoffenheimer Tor. Doch Nils Petersen und Franco Di Santo brachten den Ball einfach nicht über die Linie. Und plötzlich stoppte Schiedsrichter Robert Hartmann den Angriffswirbel mit dem Schlusspfiff. Dutt wollte es nicht wahrhaben, dass die angezeigten drei Minuten Nachspielzeit schon vorbei waren. Und die Werder-Profis standen so unruhig da wie die berühmten Duracell-Hasen, die immer weitermachen, während ihre Kollegen aus dem Kraichgau mit den herkömmlichen Batterien längst zu Boden gegangen waren.

Wo nehmen die Bremer nur diese Energie her? „Aus der Vorbereitung“, antwortete Dutt: „Wir haben sehr hart gearbeitet. Wir wissen um unsere physische Qualität.“ Es ist eine Waffe. „Wenn andere Mannschaften nachlassen, sind wir noch auf einem guten Niveau“, hob Keeper Raphael Wolf stolz hervor.

Doch bei aller Freude über die nimmermüden Kämpfer und ihr geiles Publikum, Dutt legte den Finger auch in die Wunde. Denn Hoffenheim hatte Werder mit starkem Pressing und Kombinationsspiel weh getan, es lediglich versäumt, mehr als das 1:0 von Firmino (19.) zu erzielen. „Es ist nicht unsere Absicht, dass der Gegner so feldüberlegen ist“, betonte der Coach. Doch die Spiele in Berlin und jetzt gegen Hoffenheim haben gezeigt: Werder ist nicht stark genug, um bei kräftemäßigem Gleichstand wie in Halbzeit eins mitzuhalten. Es geht nur über den Kampf. Und gibt es dann ein Erfolgserlebnis – wie den Ausgleich durch Alejandro Galvez (59.), blitzt plötzlich auch spielerische Klasse auf.

Das ist der Bremer Weg. Für den Dutt noch einen Wunsch hat: „Es wäre schön, wenn wir die Drucksituation des Gegners mal mit einem Unentschieden überstehen.“ Denn dann sei nach zwei Remis auch mal ein Sieg drin – wobei das in knapp zwei Wochen in Leverkusen ganz schwierig werden dürfte.

kni

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Simbabwe: Mugabe klammert sich an die Macht

Simbabwe: Mugabe klammert sich an die Macht

Weihnachtsmarkt in Nienburg: Aufbau läuft

Weihnachtsmarkt in Nienburg: Aufbau läuft

Exoten unter den Autos: Diese Fahrzeuge sind äußerst selten

Exoten unter den Autos: Diese Fahrzeuge sind äußerst selten

Gestensteuerung in der iOS-App

Gestensteuerung in der iOS-App

Meistgelesene Artikel

Das passiert am Mittwoch

Das passiert am Mittwoch

Training am Montag: Quartett fehlt krankheitsbedingt

Training am Montag: Quartett fehlt krankheitsbedingt

Veljkovic mit zweitem Länderspiel-Einsatz

Veljkovic mit zweitem Länderspiel-Einsatz

Sensation geschafft! Augustinsson fährt zur WM

Sensation geschafft! Augustinsson fährt zur WM

Kommentare