„Das hält keine Seele lange aus“

Hönerbach sorgt sich um Ex-Chef

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Die Co-Trainer haben jetzt allein das Sagen: Matthias Hönerbach, Wolfgang Rolff und Michael Kraft (v. l.).

Bremen - Diesen Tag wird Matthias Hönerbach nie vergessen. „Thomas Schaaf hat uns heute Morgen mitgeteilt, dass er aufhört. Ich bin schockiert darüber, dass es zu Ende ist. Thomas war nicht nur mein Chef, er ist auch mein Freund“, sagte Werders Co-Trainer gestern Mittag und fügte nachdenklich an: „Man macht sich dann schon Sorgen um jemanden, der so lange und so intensiv für einen Verein gearbeitet hat.“

Vor acht Jahren hatte ihn Schaaf als Co-Trainer nach Bremen geholt. Da waren sie schon seit 14 Jahren befreundet gewesen. Nun ist Hönerbach entsetzt. „Die Häme und die persönlichen Angriffe der Medien haben mich geschockt. Da sind Dinge abgelaufen, die kann man nicht akzeptieren“, meinte der 51-Jährige: „Wenn man bedenkt, wie in den letzten Monaten mit Thomas umgesprungen worden ist, das hält keine Seele lange aus. Schon gar nicht ein Mensch, der sich so verdient um den Verein gemacht hat.“ Hönerbach kann es nicht nachvollziehen, dass plötzlich „alles falsch war, was Thomas jahrelang richtig gemacht hat“. Seine Kritik richtet sich dabei ausschließlich gegen die Medien: „Der Verein hat ihm jegliche Unterstützung gewährt. Die Fans waren top drauf.“

Aber ist Kritik nach drei erfolglosen Spielzeiten und dem Abstiegskampf in dieser Saison nicht nachvollziehbar? „Sicher, Kritik muss man sich stellen“, meinte Hönerbach, sagte aber zugleich: „Bis vor drei Wochen ist die Kritik zu 95 Prozent am Trainer festgemacht worden und erst nach dieser Aktion hat man sich auch mal auf die Spieler gestürzt.“ Diese Aktion – damit meint er die nächtliche Spritztour von Marko Arnautovic und Eljero Elia. „Die Spieler sagen, dass sie bis heute nicht in der Lage waren, die Leistung perfekt abzurufen. Es kann uns aber keiner den Vorwurf machen, dass wir das Training nicht so gestaltet haben, dass die Spieler nicht bei 100 Prozent sein können. Die Spieler sind auch selbst in der Pflicht“, sagte Hönerbach.

Wie es für ihn nach der Saison weitergeht, weiß der Ex-Profi nicht: „Ich habe noch ein Jahr Vertrag, deshalb muss ich mir über meine nahe Zukunft keine Gedanken machen.“ Seine Konzentration gilt dem Tagesgeschäft. Mit Wolfgang Rolff wird er die Mannschaft bis zum Saisonende betreuen – und hat dabei klare Vorstellungen für das letzte Saisonspiel in Nürnberg: „Natürlich spielen wir dort auch für Thomas Schaaf. Es gibt doch keinen in der Mannschaft, der ihm nicht viel zu verdanken hat. Jeder hier ist von ihm geholt worden. Thomas hat viele Spieler wesentlich verbessert, er hat mit vielen Spielern große Erfolg gefeiert. Ich sehe da schon eine Bringschuld, dem Trainer zum Abschied ein Geschenk zu machen.“

Und dann? Wird Hönerbach wieder an Schaafs Seite rücken, wenn der einen neuen Job antritt? „Das wird sich zeigen“, sagt der 51-Jährige: „Auf jeden Fall werde ich mit ihm den einen oder anderen Urlaub machen.“ · kni

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