Werder befürchtete für die vergangene Nacht „erheblichen Wassereinbruch“

Hochwasser auf der Weser: „Xaver“ bedroht Bayern-Spiel

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Gerüstet für den Fall der Fälle: Werder-Mitarbeiter schützen einen Stadion-Zugang mit Fluttoren.

Bremen - Orkantief „Xaver“ hat den Norden in seiner Gewalt – auch Bremen, auch die Weser, auch Werder. Der Club bereitete sich gestern am späten Nachmittag auf ein nächtliches Hochwasser mit Überschwemmungen im und am Stadion vor.

Aktuell: Entwarnung fürs Weserstadion

Für den Fall, dass die Weser in der vergangenen Nacht tatsächlich über die Deiche getreten sein sollte, droht der Bundesliga-Partie morgen gegen Spitzenreiter FC Bayern München die Absage. „Sollte ein Hochwasser kommen, ist es sehr unwahrscheinlich, dass hier ein Bundesliga-Spiel stattfinden kann“, erklärte Werder-Mediendirektor Tino Polster.

Aber wird „Xaver“ tatsächlich die Kraft aufgebracht haben, von der Nordsee her so viel Wasser in die Weser zu treiben, um die Pauliner Marsch und den Peterswerder zu fluten? Die Antwort darauf konnte gestern niemand verlässlich geben. Die bis 19.00 Uhr gültige Prognose sagte für die Nacht zwischen 2.00 Uhr und 4.00 Uhr einen Pegelstand von 3,50 Metern über dem mittleren Hochwasser voraus. In der Summe wäre das ein Wasserstand von sechs Metern gewesen. Zu viel für das Weserstadion. Die Deiche zwischen Weser und Arena messen nur 5,50 Meter. Werder musste folglich mit einem „erheblichen Wassereinbruch“ (Polster) rund um das Stadion rechnen.

Daran änderte auch die aktualisierte Prognose um 21.00 Uhr nichts. Zwar stufte Dr. Sylvin Müller-Navarra, Experte für Sturmfluten beim Bundesamt für Schifffahrt und Hydrologie (BSH) in Hamburg, das maximale Hochwasser auf fünf bis 5,50 Meter zurück. „Aber das ist genau der Grenzwert für diesen Bereich. Es wird eine knappe Angelegenheit. Eine Restunsicherheit ist noch da“, teilte Müller-Navarra auf Nachfrage mit.

Vorsorglich wurden gestern deshalb Sandsäcke auf die Deichkrone gepackt. Werder verrammelte die Stadionzugänge mit knapp ein Meter hohen Flutbarrieren, räumte zudem Möbel und technisches Equipment aus den auf Erdgeschosshöhe liegenden Bereichen des Stadions auf sichere Ebenen. Unter anderem wurde das Inventar der Mannschaftskabine, des Empfangs der Geschäftsstelle mit Ticketcenter, des Medienraums sowie der Werder-Fanwelt so gut es ging weggeschafft. Werder twitterte am Abend Fotos von der leeren Teamumkleide und vom ausgeräumten Mediensaal. „Wir hoffen alle, dass wir umsonst gearbeitet haben. Aber wir müssen auch auf alles vorbereitet sein“, meinte Polster. Denn klar war: Kommt das Wasser, bleibt das Stadion nicht trocken. Polster: „Hier ist nichts so abgeschottet, das nichts ins Innere eindringen kann.“ Das galt trotz des eiligen Einbaus der Fluttore auch für das Spielfeld.

Hochwasserschutz am Weserstadion

Hochwasserschutz am Weserstadion: Fluttore und Sandsäcke

Auf Grund der Hochwassergefahr rief die Polizei am Abend alle Menschen, die sich noch im Bereich Peterswerder/Pauliner Marsch, wo sich auch das Stadion befindet, auf, die Gebiete umgehend zu verlassen.

Schon am frühen Nachmittag hatte „Xaver“ einiges durcheinandergebracht bei Werder. Chefcoach Robin Dutt verlegte das für 14.00 Uhr geplante Training kurzfristig auf 12.00 Uhr. Grund: die Angst vor dem an Kraft zunehmenden Sturm. Bei der Übungseinheit auf dem von Kastanienbäumen gesäumten Trainingsplatz durfte dann niemand zuschauen – das Risiko herunterfallender Äste erschien Werder trotz eines bis dahin nur mäßig starken Windes zu groß. · csa

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