Allofs: „Mal hat man sich gezofft, meistens war es freundschaftlich“

Ein Hoch auf Uli Hoeneß

Uli Hoeneß (li.) und Klaus Allofs – zwei, die sich schätzen und mögen.

Werder-Bremen - BREMEN (csa) · Es war stets der Intimfeind von Ex-Manager Willi Lemke und wird es auch immer bleiben. Doch wenn Uli Hoeneß heute Abend auf der Mitgliederversammlung des FC Bayern München vom Manager zum Präsidenten befördert wird, sendet Werder Bremen ernstgemeinte Liebesgrüße an den 57-Jährigen.

„Die Zusammenarbeit mit ihm hatte alle Facetten. Mal hat man sich gezofft, meistens war es aber ein sehr freundschaftlicher, fairer Umgang“, sagt Klaus Allofs, der als Lemke-Nachfolger nie Lust verspürte, die Fehde des heutigen Bremer Aufsichtsratsvorsitzenden mit dem Bayern-Manager weiterzuführen. Freundschaft statt Feindschaft – das war sein Motto.

Und das hat auch Bestand – speziell jetzt, wenn Uli Hoeneß nach 30 Jahren aus dem operativen Geschäft des Rekordmeisters aussteigt. „Es ist schade, weil Uli Hoeneß in seiner Funktion fester Bestandteil der Bundesliga ist“, meint Allofs, muss sich aber – bei aller Wertschätzung für den Kollegen – keine Träne aus dem Augenwinkel wischen. Denn: Dass sich der bayerische Dampfmacher tatsächlich auf seinem Präsidentenstuhl zurücklehnt und seinen Nachfolger Christian Nerlinger einfach machen lässt, kann sich der Werder-Chef nicht vorstellen: „Ich glaube, es wird nicht sehr viel ruhiger um ihn werden. Es wird auch in Zukunft bestimmt noch genügend Wortmeldungen von Uli Hoeneß geben.“ Klar, denn ein FC-Bayern-Präsident muss nicht leise sein – Franz Beckenbauer hat es schließlich vorgemacht. Der „Kaiser“ räumt heute seinen Stuhl und wird zum Ehrenpräsidenten ernannt.

Wenn Klaus Allofs könnte, würde er Uli Hoeneß vermutlich zum „Ehrenmanager“ machen. Schließlich seien die Geschäfte, die der Bremer und der Münchner Manager in den vergangenen zehn Jahren zusammen abgewickelt hatten, stets „sehr korrekt gewesen“, sagt Allofs. Dass er dabei die Umstände des Klose-Transfers ausklammert – Hoeneß hatte sich heimlich und kurz vor dem Bremer UEFA-Pokal-Halbfinale bei Espanyol Barcelona mit dem Torjäger getroffen –, mag daran liegen, dass der Deal später 15 Millionen Euro in die Bremer Kasse spülte. Außerdem handelte Allofs mit Hoeneß stattliche Ablösesummen für Claudio Pizarro (2001/16,75 Millionen Mark) und Valerien Ismael (2005/neun Millionen Euro) aus. Langfristigen sportlichen Schaden haben die Bremer jeweils nicht genommen. Wohl deshalb grinst Allofs, wenn er über die „sehr korrekten“ Transaktionen spricht.

Gekauft hat Werder bei Hoeneß freilich auch. Torsten Frings kam 2005 für fünf Millionen Euro zurück an die Weser. Im vergangenen Sommer überwiesen die Bremer 1,5 Millionen Euro für Tim Borowski, der ein Jahr zuvor ablösefrei gegangen war.

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