Hinten verstärkt, vorn zwei Stürmer – das gefällt auch Makiadi

Dutt stellt klar: Es muss nicht immer Raute sein

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Nur die Werder-Raute ist für Robin Dutt gesetzt. An die Mittelfeld-Raute, Bremens durchaus praktikables Mittel der Vorsaison, klammert sich der Chefcoach nicht. Hauptsache, Räume beherrschen – und da gibt es mehrere Varianten.

Bremen - Achtung, der Spitzenreiter kommt! Na gut, die Bundesliga-Saison ist zwar erst einen Spieltag alt und dieser erste Platz der TSG 1899 Hoffenheim damit nicht allzu aussagekräftig. Doch Werder-Trainer Robin Dutt geht mit großem Respekt ins Heimspiel am Samstag um 15.30 Uhr gegen diesen „klaren Kandidaten für einen der internationalen Plätze. Es wird ein hartes Stück Arbeit.“ Umso wichtiger ist da die Wahl des richtigen Systems. Werders Mittelfeld-Raute als teils ertragreiche Taktik der Vorsaison scheint da nach der ersten Halbzeit bei Hertha nicht mehr als Allheilmittel infrage zu kommen.

Jedenfalls hängt Dutts Herz nur bedingt an der Raute: „Das System hat für mich nicht die oberste Priorität, sondern die Räume, die wir beherrschen müssen. Und wenn wir die nicht beherrschen, muss man eben versuchen, durch Coaching umzustellen – wie in Berlin“, erklärte der Chefcoach seinen Wechsel auf ein 4-2-2-2. Cedrick Makiadi und Zlatko Junuzovic rückten dabei als Doppel-Sechs vor die Vierer-Abwehrkette, Izet Hajrovic und Eljero Elia agierten über außen sowie Franco Di Santo und Davie Selke im Sturm. Dadurch bekam Werder diesen Zugriff auf besagte Räume – eine Grundordnung, die Makiadi gut gefiel: „Zwei Sechser entlasten die Defensive natürlich mehr, und zwei richtige Stürmer sorgen vorn für mehr Gefahr – wenn man sie ordentlich füttert. Aber Izet und Eljero sind ja von Haus aus Außenspieler.“ Das bestätigte auch Izet Hajrovic: „Seit ich Profi bin, habe ich fast immer rechts gespielt. Diese Position liegt mir auch.“ Das soll aber bitte nicht nach Einmischen in Dutts Strategie-Überlegungen klingen, betonte Makiadi: „Wir haben einige Systeme drauf. Der Trainer entscheidet darüber, wie wir welchen Gegner besser bespielen – und wählt danach die Taktik aus.“

Werder kann also auch anders, „weil wir Bausteine trainieren, die systemunabhängig sind“, erklärt Dutt. Zu diesen Bausteinen, mahnt Assani Lukimya, gehöre allerdings der nötige Biss: Den eigentlichen Grund dieser dürftigen ersten Halbzeit bei der Hertha sah Werders Innenverteidiger nämlich darin, „dass wir nicht den nötigen Einsatz gebracht haben – da spielt das System keine Rolle.“

Wenn das so ist, kann Dutt ja auch das 3-5-2 wieder hervorkramen, an dem er während dieser Vorbereitung hatte arbeiten lassen. Innenverteidiger für diese Dreier-Reihe hat er derzeit genug: An Lukimya führt nach seinen zuletzt starken Leistungen ohnehin kaum ein Weg vorbei, Abwehrchef Prödl ist nach seinem Muskelfaserriss wieder fit, und Luca Caldirola falle durch „konstant stabile Leistungen auf“, lobte Dutt. „Vielleicht“, sinnierte der Chefcoach daher, „spielen auch alle drei.“

Dieser Riegel im Zentrum dürfte Hoffenheims Offensive mit Kevin Volland, Neuzugang Adam Szalai und Mitteldlenker Roberto Firmino gar nicht schmecken – die rechtzeitige Rückwärtsbewegung von Werders Außenverteidigern Clemens Fritz und Luca Caldirola mal vorausgesetzt. Ansonsten fängt sich Werder gefährliche Flanken – doch das war in Berlin mit der Raute auch so.

ck

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