Die Bremer Viererkette funktioniert nicht

Hilfe ist bitter nötig

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„Wir sind in einer schlimmen Phase“, sagt Trainer Robin Dutt (l.). Das Abwehrproblem drückt gewaltig – und Sportchef Thomas Eichin hat schon Kandidaten herausgefiltert, die Werder helfen könnten. ·

Bremen - Brennpunkt Viererkette: Das Abwehrkonstrukt ist die große Schwachstelle bei Werder Bremen. Immer wieder Fehler, immer mehr Gegentore – 37 sind es bereits nach 16 Spielen, allein 14 aus den jüngsten drei Partien.

Geht das so weiter, steigt Werder am Saisonende ab. Doch wie gegensteuern? Bisher verpufften alle Maßnahmen von Trainer Robin Dutt. In der Winterpause Verstärkungen zu holen, könnte eine Lösung sein. Sportchef Thomas Eichin fehlen aber offenbar die finanziellen Mittel.

„Meine Möglichkeiten sind begrenzt“, sagt der 47-Jährige. Und das wohl auch dann noch, wenn Werder – wie von Aufsichtsratschef Willi Lemke in einem Interview mit dieser Zeitung in Aussicht gestellt – ins Risiko gehen würde. „Wir sind nie feige gewesen. Und natürlich sind wir im Aufsichtsrat gesprächsbereit, wenn der Sportdirektor und der Trainer kommen und sagen, wir brauchen noch was“, hatte Lemke erklärt.

Wird Marco Motta der erste Deal mit Juventus?

Doch noch will die sportliche Leitung nicht anklopfen. „Nach dem letzten Spiel der Hinrunde werden wir uns zusammensetzen und analysieren, wo Bedarf besteht“, meint Eichin zurückhaltend.

Öffentlich würde er die Notwendigkeit neuer Abwehrspieler wohl ohnehin nicht bestätigen, weil ein derartiges Mitteilungsbedürfnis die Preise in die Höhe treibt. Im Hintergrund wird jedoch an Verstärkungen gearbeitet. Im Visier: der niederländische Innenverteidiger Daryll Lachman (24) von PEC Zwolle sowie der italienische Rechtsverteidiger Marco Motta (27) von Juventus Turin.

Juventus? Vielleicht wird Motta der erste Spieler, der im Zuge der Kooperation zwischen Werder und den Italienern an die Weser wechselt. Leihweise natürlich. Der Vertrag des einmaligen Nationalspielers bei „Juve“ läuft noch bis 2015, dort sitzt er aber meistens auf der Bank. Ein halbes Jahr in Bremen könnte ihm helfen, könnte Werder helfen. Sein Name wird gewiss Gegenstand der Gespräche sein, wenn Eichin die in der vergangenen Woche ausgefallene Reise nach Turin nachholt. Wenn er sie nachholt. „Bis Weihnachten sind unsere Terminkalender voll. Aber es gibt ja auch Telefon und Video-Konferenzen“, so Eichin.

Kein Thema für Werder ist dagegen der in Internetmedien gehandelte Argentinier Ezequil Munoz von US Palermo.

Klar ist: Wenn Werder jemanden holt, muss „Mister X“ in der Rückrunde sofort einschlagen. Denn Hilfe hat die Viererkette bitter nötig. Das hat die 2:3-Niederlage bei Hertha BSC einmal mehr gezeigt. Die Gegentore fielen allesamt nach Fehlern in der Abwehrreihe. „Was uns alle deprimiert ist, dass wir in den Abläufen 90 Prozent richtig machen, aber im eigenen Strafraum immer abwechselnd ein anderer den Fehler macht und ein Tor zulässt“, sagt Trainer Robin Dutt und bekennt: „Wir sind in einer schlimmen Phase.“

Die Viererkette mit Theodor Gebre Selassie oder Clemens Fritz auf der rechten Seite, mit Assani Lukimya und Luca Caldirola im Zentrum sowie Santiago Garcia auf links ist das Problem. „Sobald der Gegner bei uns in den Strafraum kommt, wird es brandgefährlich“, schimpft Eichin, einst selbst ein bissiger Verteidiger: „Die Berliner kommen aus normalen Spielsituationen viermal in unseren Strafraum, dreimal schlägt es ein. Das ist das, was uns auf die Verliererstraße bringt.“ Die Forderung, die er deshalb für die Zukunft aufstellt, klingt nach Messer zwischen den Zähnen und Schmerzen für die Gegner. „Wir müssen“, sagt der Ex-Profi, „mit mehr Härte und Konsequenz unser Tor verteidigen. Sonst wird es schwer, Punkte zu machen.“

Die letzte Gelegenheit in der Hinrunde bietet sich am Samstag im Heimspiel gegen den Tabellenzweiten Bayer Leverkusen. Die Ausgangslage riecht zwar nach einer weiteren Steigerung der Bremer Gegentorquote, doch Werder will irgendwie noch vor der Winterpause die Wende schaffen. „Uns muss zu Hause mal wieder ein Sieg gelingen. Das sind wir allen schuldig“, sagt Thomas Eichin. · csa/mr

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