Marko Marin zieht eine erste Zwischenbilanz und stichelt gegen seinen Ex-Trainer Meyer

„Hier wird anders trainiert“

Das Training bei Werder macht Marko Marin mehr Spaß als bei seinem Ex-Club Borussia Mönchengladbach. Foto: nph

BREMEN - Von Björn Knips. Ob’s nun 16, 17 oder 18 Tage sind, so ganz genau weiß Marko Marin nicht, wie lange er nun schon bei Werder Bremen im Einsatz ist. Es kommt ihm ohnehin schon viel länger vor, weil er sich bei seinem neuen Club absolut wohl fühlt.

Dafür sorgt schon die tägliche Arbeit. „Hier wird anders trainiert. In Mönchengladbach haben wir nicht so viel Spielerisches gemacht“, erklärt Marin und grinst. Ihm ist durchaus bewusst, dass das eine kleine Spitze gegen seinen Ex-Coach Hans Meyer ist.

Doch warum soll der 20-Jährige bei der Aufforderung zum Vergleich mit Gladbach schweigen? Schließlich hat Meyer mit den Sticheleien begonnen, als Marins Wechsel von der Borussia zu Werder bekannt wurde. „Ein Talent, mehr nicht. Wenn er in Bremen auch 33 Spiele macht, wäre das ein Wunder“, hatte der 66-Jährige auf einer Podiumsdiskussion getönt.

Damals wollte Marin das nicht kommentieren. Nun gibt’s mit Verspätung eine – wenn auch ganz kleine – Retourkutsche. Das mit dem „anderen Training“ gelte nur für Meyer, nicht für dessen Vorgänger Jos Luhukay: „Er hat auch mehr Wert auf das Spielerische gelegt.“ Marin findet diese Art des Trainings besser: „Das ist sehr wichtig für uns Spieler.“ Es geht ihm um seine Entwicklung. Die möchte er bei Werder vorantreiben, um in seiner Karriere den nächsten Schritt zu machen. Er will Stammspieler in einer Topmannschaft werden.

Apropos Topmannschaft: Es sei viel angenehmer, für einen Spitzenclub zu spielen. „Wir wollen oben angreifen, so sind wir in Gladbach natürlich nicht in die Saison gegangen“, schmunzelt Marin. Er hätte auch sagen können: Titelkampf macht mehr Spaß als Abstiegskrampf. Der hohe Spaßfaktor bei Werder hat weitere Ursachen. Die Mannschaft habe ihn sehr gut aufgenommen, und mit Mesut Özil lief’s bei der Premiere als neues Kreativ-Duo im Bremer Mittelfeld gegen Valencia bereits ganz ordentlich. „Da hatten wir schon ein paar ganz gute Sachen dabei“, erinnert sich Marin gerne an die Partie.

Das gute Zusammenspiel habe aber nicht nur seinen Ursprung in den gemeinsamen Auftritten bei der U 21. Der größere Vorteil für ihn sei, „dass Mesut so ein super Fußballer ist. Das hilft mir.“ Kein Problem hat Marin damit, dass die Öffentlichkeit jetzt ganz besonders auf ihn und Özil schaut. „Das wird sich mit der Zeit legen“, glaubt er. Damit das nun aber ja keiner falsch versteht: Natürlich geht er fest davon aus, dass er gemeinsam mit Özil für positive Schlagzeilen sorgen wird. Aber das gehe nur, wenn die Mannschaft funktioniert. Den ersten Beweis dafür soll, nein muss es am Sonntag geben. Dann steht nämlich das erste Pflichtspiel an – und die Aufgabe in der ersten Runde des DFB-Pokals ist beim ambitionierten Zweitligisten Union Berlin alles anderes als einfach. Das weiß auch Marin: „Da geht’s gleich um alles.“ Er fügt noch demonstrativ ein „Wir sind der Titelverteidiger“ an. Damit sollte klar sein, wer gewinnen muss.

Zumal er endlich mal weiter als in Runde zwei kommen will. Für den Auftakt gegen Berlin ist Marin zumindest statistisch gesehen gut gerüstet: „In der ersten Runde habe ich bislang immer getroffen.“ Aber ist er dafür jetzt auch schon in der Verfassung? Wegen der U 21-EM stieg er etwas später in die Vorbereitung ein. Danach bremste ihn eine Fußverletzung. „Das war natürlich blöd“, sagt er, „aber ich konnte wenigstens laufen und konditionell etwas machen.“ Mittlerweile ist er wieder fit und sieht sich auf dem richtigen Weg: „Es klappt zwar noch nicht alles, aber ich fühle mich gut.“ Nach erst 18 Tagen bei Werder hört sich das doch schon ganz gut an.

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