„Hier träumt keiner“

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Werder-Trainer Thomas Schaaf kennt den Abstiegskampf: „Ich weiß, was auf uns zukommt.“

Bremen - Von Malte Rehnert· Eine kleine Geste genügte, um die große Gefahr zu verdeutlichen. Werder-Boss Klaus Allofs saß gestern bei der Pressekonferenz auf dem Podium und deutete mit dem Zeigefinger auf den Bildschirm schräg hinter ihm.

Dort flimmerte im Videotext die aktuelle Bundesliga-Tabelle, die Werder als 14. mit 19 Punkten ausweist. „Der Weg zu Platz 16 ist kürzer als der nach oben. Davor dürfen wir die Augen nicht verschließen“, empfahl Allofs. In der Rückrunde, die morgen (15.30 Uhr) mit dem Heimspiel gegen 1899 Hoffenheim beginnt, droht den Bremern der Abstiegskampf.

„Wenn Sie es so nennen wollen, ich habe bei dem Wort keine Berührungsängste“, sagte Allofs den Journalisten und ergänzte: „Fakt ist, dass wir zu wenig Punkte haben. Und wir brauchen dringend welche, um nicht noch ärger in Bedrängnis zu geraten. Wir stecken in einer schwierigen Situation.“

Training am Donnerstag

Training am Donnerstag

Und dessen seien sich nicht nur die Verantwortlichen bewusst, sondern auch die Spieler. Dass Claudio Pizarro trotz der miserablen Hinrunde kürzlich noch von den internationalen Plätzen als möglichem Ziel sprach, findet Allofs „grundsätzlich positiv“. Der Bremer Torjäger sei aber nicht etwa übergeschnappt oder verkenne die Lage. Allofs: „Ich habe gerade im Trainingslager ein langes Gespräch mit Claudio geführt. Er weiß – wie alle anderen auch – ganz genau, worum es geht. Dass wir erst mal punkten müssen und möglichst keine Fehler machen dürfen. Hier ist keiner dabei, der träumt.“

Thomas Schaaf sowieso nicht. „Ich habe schon im Abstiegskampf gearbeitet (1999 bei seinem Amtsantritt in Bremen, Anm. d. Red.). Ich weiß, was auf uns zukommt“, sagte der Werder-Trainer, der in dieser Woche total entschlossen wirkt – ganz anders noch als bei der peinlichen 1:3-Pleite gegen den türkischen Erstligisten Eskisehirspor, als er mit versteinerter Miene am Spielfeldrand gestanden hatte. „Wir haben in der Vorbereitung insgesamt gut gearbeitet, sehr gewissenhaft und konzentriert.

Leider harmonierte das überhaupt nicht mit den Spielergebnissen“, urteilte der 49-Jährige, der die Tests gegen Trabzonspor (1:1), Duisburg (1:4) und eben Eskisehirspor aber nicht überbewerten wollte: „Es gibt genügend Beispiele, wo eine Mannschaft in der Vorbereitung alles an die Wand spielt und dann im ersten Spiel nix auf die Reihe bekommt. Wir haben im Trainingslager einiges probiert – und da geht auch mal ‘was daneben. Ich weiß, dass noch nicht alles rund läuft.“ Schaaf ist aber fest davon überzeugt, dass seine Spieler „gewillt sind, bessere Leistungen zu zeigen. Und ich hoffe, das gelingt ihnen schon gegen Hoffenheim. Die Mannschaft wirkt sehr engagiert und strukturiert.“

Auch die Stimmung ist laut Allofs trotz der misslichen Lage und der Rückschläge in Belek nicht komplett im Keller. „Es ist doch ganz normal, dass hier jetzt nicht nur strahlende Gesichter herumlaufen. Alle machen sich Gedanken und Sorgen, wie wir da unten wieder rauskommen. Es ist aber niemand verbittert, die Blicke sind nach vorne gerichtet.“ Die Atmosphäre in Belek sei gut gewesen, „wir können jetzt aber über guten Fußball und entsprechende Resultate eine noch bessere schaffen“.

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