Coach demonstriert das neue Leverkusener Selbstbewusstsein / Was Kießling von Pizarro abguckt…

Heynckes: „Wir stehen zu Recht da oben“

Mag Pizarro und hält Özil für einen „guten Jungen“: Jupp Heynckes.

Werder-Bremen - Von Carsten SanderLEVERKUSEN n Mit 64 Jahren ist Jupp Heynckes der Trainer-„Dino“ der Bundesliga – aber was für einer. Heynckes, der vor Saisonbeginn Bruno Labbadia beerbte, hat die Werkself wieder richtig flott gemacht, nach fünf Spieltagen ist Leverkusen Tabellenzweiter.

Das Erfolgsrezept: „Die Mannschaft hat meinen Charakter übernommen“, sagt der Coach, der vor dem Duell mit Werder Bremen (morgen, 17.30 Uhr) in einer Telefonkonferenz die Fragen Bremer Journalisten beantwortete.

?Rang zwei in der Liga – ist das nur eine Momentaufnahme oder Ausdruck einer neuen Leverkusener Stärke?

!Ich glaube, dass wir aktuell zu Recht da oben stehen. Die Mannschaft arbeitet sehr konzentriert, mit viel Akribie und hat so ihre Spiele verdient gewonnen.

?In der vergangenen Saison erlebte Bayer 04 unter Bruno Labbadia einen Absturz von Rang eins nach 13 Spieltagen auf Platz neun am Ende. Was macht Sie optimistisch, dass Ähnliches nicht wieder passiert?

!Was in sechs oder acht Wochen sein wird, kann ich nicht sagen. Aber ich habe als Trainer eine Philosophie eingebracht, die notwendig ist. Ich lege mehr Wert auf Defensive. Und ich habe meinen Charakter auf die Mannschaft übertragen, das heißt: Nie ein Spiel verloren geben, Rückstände aufholen – das alles haben wir schon erlebt.

?Und was haben Sie mit Stürmer Stefan Kießling gemacht? Bislang hat er in jedem Spiel getroffen, scheint kaum zu stoppen zu sein.

!Kaum zu stoppen ist wohl etwas übertrieben. Aber ja, er hat sein Spiel verbessert. Ich war auch Stürmer und weiß, worauf es ankommt. Wichtig ist, dass du vorne die Bälle halten und verarbeiten kannst, damit die anderen nachrücken können. So wie es Claudio Pizarro bei Werder immer wieder zeigt. Stefan hat das gelernt. Und wenn es bei der ganzen Mannschaft gut läuft, trifft er auch. Was bei einem Stürmer natürlich das Salz in der Suppe ist. Gearbeitet hat er schon immer viel, manchmal zu viel. Jetzt weiß er, dass er sich auf den Punkt konzentrieren muss. Auch hier sehe ich Pizarro als gutes Beispiel: Er kann aus dem Nichts ein Tor machen, deshalb ist er immer gefährlich.

?Kießling kontra Pizarro ist das eine Duell. Das andere – und sogar brisantere – heißt Tim Wiese gegen Rene Adler. Wen der beiden Torhüter sehen Sie im Wettkampf um einen Platz im DFB-Kader vorne?

!Für den Bundestrainer ist das eine wahnsinnig schwere Entscheidung. Er hat vier sehr gute Torhüter zur Auswahl, da ist es sehr schwierig. Morgen werden beide sicher nicht beschäftigungslos bleiben, weil beide Mannschaften sehr guten Fußball spielen. Es wird ein hochinteressantes Spiel.

?Wie erwarten Sie Werder nach dem 3:2-Sieg bei Nacional Funchal?

!Ich habe das Spiel gesehen. Werder hat nicht nur Hurra-Fußball gespielt. Das ist etwas, das ich meiner Mannschaft auch gerne beibringen möchte. Grundsätzlich hat Bremen ein Team, das in der Bundesliga wieder für Furore sorgen kann und wahrscheinlich auch wird.

?Eventuell fällt Mesut Özil morgen erneut aus – ein Vorteil für Sie und Ihr Team?

!Özil ist ein sehr kreativer Spieler und ein guter Junge. Er gefällt mir wirklich sehr gut. Aber es ist immer das große Plus von Werder Bremen gewesen, das sie Ausfälle gut kompensieren können.

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